![]() |
Die Deutsche Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist Deutschlands größtes Kreditinstitut.
Mit Niederlassungen unter anderem in London, New York City, Singapur und Sydney ist sie außerdem größter Devisenhändler der Welt. Ihre Aktivitäten sind neben Investmentbanking der Handel mit Emissionen, Aktien, Anleihen und Zertifikaten. Auch im deutschen Privatkundengeschäft hat sie einen sehr hohen Marktanteil. Der hervorragende Ruf dieser Großbank ist auch geprägt von einem guten Sicherheitsimage. Heiner Jerofsky befragte für GIT-SICHERHEIT.de den Sicherheitschef Matthias Brose zu seinen Aufgaben, Strategien und Zielen.
GIT-SICHERHEIT.de: Herr Brose, können Sie unseren Lesern in wenigen Worten Ihr Arbeitsgebiet und dessen Bedeutung für die Bank beschreiben? Welche Ziele verfolgen Sie und Ihre Mitarbeiter aktuell mit dieser Arbeit?
Matthias Brose: Sicherheit und Risikominimierung gehören zu unseren vordringlichen Aufgaben, um die Bank erfolgreich im internationalen Umfeld zu halten. Praktisch bedeutet das, dass wir Risiken erkennen, bewerten und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um mögliche Schäden zu reduzieren, oder Vorkehrungen treffen, damit Schäden einen beherrschbaren Einfluss auf die Bank behalten. Diese Aufgabe ist nicht nur in das Ermessen der Bank gestellt, sondern wird auch von staatlichen Behörden (BaFin) gefordert und auditiert. Sicherheitsmaßnahmen sind damit ein integraler Anteil des Bankengeschäfts. Das Arbeitsfeld einer Corporate Security umfasst bei der Deutschen Bank traditionell alle Sicherheitsaufgaben zum Schutz unserer Mitarbeiter, den Liegenschaften und Werten, die die Deutsche Bank besitzt.
Banken und Geldinstitute sind mehr als andere Branchen in der öffentlichen Wahrnehmung sehr eng mit dem Begriff Sicherheit verbunden. Der Kunde vertraut auf ein hohes Maß an Professionalität bei Geschäften sowie beim Umgang mit Geld und Wertsachen. Wie können Sie mit Ihrem Aufgabenbereich intern und extern zu diesem Sicherheitsgefühl beitragen?
Matthias Brose: Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter resultiert heute aus einer Kombination aus Kommunikation, Architektur, technischen Sicherheitsmaßnahmen, festgelegten Prozessen und einer Sicherheitsorganisation als kompetenter Ansprechpartner.
Ich erläutere das gerne im Detail: Zur Kommunikation gehört einerseits die Informationen für unsere Kunden, die über die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen zu ihrem Schutz insbesondere beim Online-Banking und am Geldautomaten informiert sein müssen. Hierzu gibt es u. a. gemeinsame Aktionen mit dem Bundesverband deutscher Banken (BdB). Die Kommunikation muss aber auch nach innen wirken. Mitarbeiter müssen geschult werden, damit Sicherheitsmaßnahmen verständlich sind und umgesetzt werden können. Hierzu kooperieren wir eng mit allen Unternehmensbereichen. Corporate Security ist aber auch bei der Gestaltung der Filialen eng mit eingebunden, um Sicherheitsaspekte bereits bei der Planung zu berücksichtigen. Offene Architektur und viel Licht tragen zu einem ersten Sicherheitsgefühl bei. Die Kassenarbeitsplätze sind ansprechend gestaltet, gewähren aber keinerlei Einblick in die Technologie hinter dem Tresen. Von einem Konzept, Kassen in Kassenboxen hinter Panzerglas zu „schützen", ist die Deutsche Bank seit langer Zeit abgewichen. Massive sichtbare Schutzmaßnahmen erhöhten eher den Täteranreiz und übermittelten die Botschaft, dass hier eine hohe Beute möglich sei. Die integrierte Sicherheitstechnik führt heute dazu, dass sicherheitsrelevante Prozesse technisch und organisatorisch in die Arbeitsprozesse integriert sind. Damit haben Bankräuber heute nicht mehr die Möglichkeit, an nennenswerte Beute heranzukommen. Alle Maßnahmen werden regelmäßig überprüft, auf ihre Wirksamkeit überwacht und gegebenenfalls angepasst.
Welchen Stellenwert hat die Prävention in den Bereichen Corporate Security, Krisenmanagement und Personenschutz für die Sicherheitsbelange Ihres Hauses?
Matthias Brose: Prävention bedeutet Risiken erkennen, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit bewerten und Maßnahmen treffen, um diese Risiken auf ein vertretbares Maß zu reduzieren. Für Risiken sind Eigenkapitalunterlegungen erforderlich. Damit sind für präventiv erkannte und reduzierte Risiken Kosteneinsparungen möglich. Prävention kann damit direkt auf das Geschäftsergebnis der Bank einwirken. Ähnliches gilt für das Krisenmanagement, in dessen Rahmen bereichsübergreifende Krisenszenarien entworfen werden, auf deren Grundlage wiederum regelmäßig umfassende Übungen durchgeführt werden. Der Personenschutz hat traditionell für die Deutsche Bank einen hohen Stellenwert. Das betrifft sowohl den Schutz unserer Mitarbeiter in unseren Filialen, die bei Überfällen einer Gefährdung ausgesetzt sein können. Das gilt aber auch für Reisende, die weltweit in Ländern unterwegs sind, in denen andere Sicherheitsanforderungen gelten. Der Personenschutz für Repräsentanten mit besonderer Bedeutung hat auch aus der historischen Betrachtung einen besonderen Stellenwert für die Deutsche Bank.
Verwandte Artikel :
Schlüsselwörter : Bankensicherheit Deutsche Bank Deutsche Bank AG Krisenmanagement Matthias Brose Risikobewertung Risikominimierung sichere Geldautomaten sicheres Onlinebanking Sicherheit für Banken Sicherheitsphilosophie der Deutschen Bank Skimming
Leserkommentare (0)