In Farbe und Schwarz-Weiß! Videotechnik zur Dokumentation der Verladung im Lager

  • Bei Bieber + Marburg in Gießen werden alle Prozesse im Lager mit Videotechnik von Mobotix verwaltetBei Bieber + Marburg in Gießen werden alle Prozesse im Lager mit Videotechnik von Mobotix verwaltet
  • Bei Bieber + Marburg in Gießen werden alle Prozesse im Lager mit Videotechnik von Mobotix verwaltet
  • 47 Allround-, Dual-Night- und Dual-Dome-Kameras von Mobotix sind bei Bieber + Marburg im Einsatz
  • Videotechnik kann mehr als Diebstahl- und Einbruchschutz: die Verwaltung hat das Geschehen in Werksgelände und Hallen stets im Blick
  • Christian Heller, Sales Director DACH bei Mobotix

Bieber + Marburg in Gießen handelt mit Stahl, Röhren und Bauprodukten. Ein Lagerbestand von mehr als 25.000 Tonnen Stahl wird hier auf 55.000 m² verwaltet. Alle Prozesse werden per Video dokumentiert. Nicht nur für den Diebstahl- und Einbruchschutz sind 47 Allround-, Dual-Night- und Dual-Dome-Kameras von Mobotix im Einsatz. Es ist ein Beispiel dafür, was Videotechnik jenseits der Bildkontrolle zu leisten vermag.

Der Chef ist sichtlich zufrieden. Geduldig erklärt Sven Bieber Besuchern in der Disposition, wie seine Mitarbeiter mit moderner Technik jederzeit alles im Griff haben. Auf dem Bildschirm links läuft der Video-Live-Stream aus Halle 3 im Großformat. Auf dem Display sind zudem mehrere kleine Fenster mit Bildern aus weiteren Kameras zu sehen. Die Aufnahmen der Mobotix-IP-Kameras sind gestochen scharf, alle Details selbst in der Übersichtsaufnahme deutlich zu erkennen. Der Besucher kann verfolgen, wie im Gebäude gerade ein LKW nach und nach mit Stahl beladen wird. Langsam hebt in diesem Moment ein 25-Tonnen-Lastkran große Teile auf die Ladefläche.

Zeit sparen mit virtuellen Rundgängen
47 Netzwerk-Kameras hat das 1899 gegründete Familienunternehmen am Standort Gießen in Betrieb. Mobotix-IP-Kameras sind in den Hallen, auf dem Außengelände und an den Eingängen zum Bürogebäude angebracht. Natürlich geht es Geschäftsführer Bieber darum, Diebstähle und Einbrüche zu verhindern. Er hat aber rasch erkannt, dass Videotechnik deutlich mehr Vorteile bieten kann. So sind seine Mitarbeiter in der Verwaltung jetzt stets in der Lage, das Geschehen auf dem Werksgelände und in den Hallen lückenlos zu prüfen: Wie ist der Ladestatus? Kann schon der nächste LKW in Halle 6 einfahren? Welche Schwierigkeiten gibt es zurzeit in Halle 8? Diese und andere Routinen haben langwierige und zeitraubende Rundgänge überflüssig gemacht. Ein Blick auf den Bildschirm, ein Mausklick zum Vergrößern des Bildausschnitts – schon besteht in den meisten Fällen Klarheit.

Bis zu 50 Schwerlaster kommen und gehen täglich auf dem Gelände an der Autobahn 485 – rund 500 bis 600 Tonnen Stahl werden pro Tag im Drei-Schicht-Betrieb bewegt.

Permanent lagern bis zu 18.000 Tonnen Stahl in den Hallen. Alle Vorgänge werden sorgfältig per Video dokumentiert.

Alle Notausgänge im Blick
Nur am Wochenende schließt das Unternehmen seine Pforten: Dann sorgt die Videoüberwachung dafür, dass niemand das Gelände betritt oder versucht, in das Bürogebäude einzudringen. Bevor der Werksleiter am Freitagabend als Letzter das Gelände verlässt, kann er mit einem Blick auf den Monitor mühelos feststellen, ob wirklich alle Türen verschlossen sind. Besonders heikel ist das immer bei den Notausgängen. Sie dürfen während der Betriebszeiten nicht geschlossen werden. Bieber + Marburg sichert alle Notausgänge mit Videotechnik. Jeder Öffnungsvorgang führt dazu, dass in der Zentrale ein Bild aufgeschaltet wird.

Highlight der Videosicherung sind zwei Kameras auf einem Kran, befestigt in etwa zwölf Metern Höhe im Hochregallager. Im Normalfall stößt das Warenwirtschaftssystem einen vollautomatischen Vorgang an, bei dem der Kran selbst die richtigen Teile aus den mehreren Tausend verschiedenen Sorten, Güten und Abmessungen fischt. Personen betreten das Lager nur im Ausnahmefall, manche Bereiche sind schwer oder kaum einsehbar. Trotzdem weiß man in der Disposition jetzt jederzeit sofort Bescheid, wenn es zu Störungen kommt.

Die beiden Kameras sind per WLAN eingebunden. Doch der Clou ist eine Sonderlösung: Ein Icon im Live-Bild zeigt an, ob der Kran gerade im automatischen oder manuellen Betrieb ist.

Schwarz-Weiß-Bilder noch zeitgemäß?
Verantwortlich für das Systemkonzept der Videotechnik bei Bieber + Marburg ist die Firma ADS System aus Bad Homburg. Die erfahrenen Netzwerk- und IP-Videospezialisten haben bei Mobotix den Status eines „Diamond Partners“. Sie kennen die Qualität der Kameras aus der Pfälzer High-tech-Schmiede.

Bei ihrem Systemkonzept setzen die ADS-Experten auf Schwarz-Weiß-Bilder – in Zeiten hochauflösender Kameras und hoher Bandbreiten scheint das ein Anachronismus zu sein. Doch für die Video-Spezialisten von ADS bietet der Verzicht auf Farbe einige handfeste Vorteile: S/W-Aufnahmen benötigen deutlich weniger Licht und bieten bei ungünstigen Verhältnissen wie in der Dämmerung oder nachts bessere Kontraste. „Große Flächen und auch Hallen mit vielen Objekten lassen sich oft nur mit erheblichem Aufwand so gleichmäßig ausleuchten, dass nachts gute Farbbilder zu erzielen sind“, sagt ADS-Experte Stefan Junker. „Farbkameras erfordern zudem eine höhere Beleuchtungsstärke, damit sie Bilder ohne Bewegungsunschärfen erzeugen. Diese liegt teilweise oberhalb der Vorgaben von DIN EN 12464 für Arbeitsstätten und den Arbeitsstättenrichtlinien (ASR)“. Insbesondere bei einer hohen Zahl an Kamerapunkten könne der Investitions- und Energieaufwand schnell drastisch steigen.

Mehr als nur Einbruchschutz und Diebstahlsicherung
Auch Marcel Finkennagel, Assistent der Geschäftsführung und selbst IT-Fachmann, konnte sich rasch mit S/W-Bildern anfreunden. „Niedrige Netzwerklasten konnten wir nur realisieren, indem wir uns auf das Wesentliche beschränkt haben. Schwarz-Weiß und zwölf Vollbilder pro Sekunde reichen uns völlig aus. Das reduziert den Datenstrom gewaltig – und auch die Kosten für das Netzwerk.“ Bemerkenswert ist, wie wenig Bandbreite das System benötigt: Gerade einmal rund 1,5 Mbit/Sekunde erzeugt jede Kamera im Live-Stream. Übertragen werden die Bilder über ein eigenes IP-Netzwerk, das physikalisch komplett getrennt ist von der IT des Unternehmens.

MxPEG: Kompressionsstandard für bessere Streams
Aufgezeichnet wird bei Bieber + Marburg auch – jedoch nur mit einem Bild pro Sekunde. „Das reicht uns völlig aus“, sagt Finkernagel. Gespeichert wird auf Q Stor-Servern von Exus Technology mit insgesamt 24 Terabyte Speicherplatz. Auf den Rechnern ist noch viel freier Platz – nicht zuletzt, weil Mobotix durch ein eigenes Bildkompressionsverfahren die notwendige Datenmenge deutlich gesenkt hat. MxPEG heißt der frei verfügbare Codec, der deutlich bessere Ergebnisse bietet als die am Markt üblichen Standards MPEG-4 oder H.264. Dazu Christian Heller, Sales Director DACH bei Mobotix: „Er ist speziell für Videoüberwachung geschrieben und darauf ausgelegt, möglichst wenig Bilddaten zu erzeugen und somit Speicher zu sparen, gleichzeitig aber flüssige Streams in hoher Qualität zu liefern. Live-Ansicht und Parametrierung der Kameras erfolgen über die Mobotix-Software MxManagementCenter. Sie erlaubt auch eine flüssige und zeitpunktgesteuerte Recherche im Videomaterial.“

Verbaut sind in Gießen IP-Kameras der Mobotix-Modelle Allround, Dual Night und Dual Dome. Sie alle bereiten auch bei eisigen Temperaturen bis minus 25 Grad keinerlei Probleme: Ein spezieller Kunststoff schirmt das Gehäuse sicher nach außen ab. Eine Heizung ist nicht notwendig, da die Kameras keine bewegten Teile besitzen. Der Prozessor liefert genügend Wärme, so dass die Linsen im Winter nicht beschlagen. Zudem ist die IP-Video-Türstation T24 in das Netzwerk integriert. Audio- und Video-Daten der Gegensprechanlage werden ebenfalls über das Netzwerk übertragen.

Neben ADS-Netzwerkspezialist Junker ist auch Gerhard Tophoven, Key-Account Manager des Unternehmens, von der Leistungsfähigkeit der Mobotix-Systeme überzeugt. Erst nach einer Wettbewerbspräsentation und einem Vergleichstest bekam ADS den Zuschlag. „Wir wissen um die Leistungsfähigkeit der Systeme. Da kommt momentan im Markt niemand heran.


3 Fragen an Christian Heller

Herr Heller, Handel ist Wandel, hieß es schon immer. Das gilt um so mehr in Zeiten der Digitalisierung, der Veränderung von Vertriebswegen und des Kundenverhaltens. Welche Rolle kann für Großhändler und Logistiker IP-Videotechnologie spielen?

Christian Heller: Unsere Erfahrungen zeigen, dass IP-Videotechnologie in dieser Branche schon bald eine Schlüsselrolle spielen wird – in Teilen bereits spielt. Mobotix hat weltweit zahlreiche Großhändler, Logistikunternehmen und Lagerbetreiber, die wir zusammen mit unseren Partnern betreuen. Je automatisierter, je fortschrittlicher die Großhändler und Lagerbetreiber ihr Geschäft betreiben, umso wichtiger ist es, diese automatisierten Prozesse einer permanenten Qualitätsprüfung zu unterziehen. IP-Videotechnologie ist ein wesentlicher Teil dieser Digitalisierungsstrategie. Da geht es um die Korrektheit von Lieferungen und Auslieferungen, Beschädigungen von Ware, den Zeitfaktor, Gewicht, Dokumentation und vieles mehr.

Welche besonderen Vorteile können dabei Mobotix-spezifische Features bieten – etwa der Kompressions-Standard MxPEG oder die MxManagementCenter-Software?

Christian Heller: Wenn es um eine permanente Überprüfung und Überwachung geht, sind die Datenmengen immer ein kritischer Faktor. Diese gilt es zu minimieren, ohne die Qualität der Beobachtung und die notwendige Dokumentation zu vernachlässigen. Deshalb sind natürlich unser Kompressions-Standard MxPEG oder auch die vielfältigen Möglichkeiten unseres MxManagementCenters unerlässliche Bestandteile solcher Gesamtlösungen. Ein Beispiel: Unsere Lösungen können die Unversehrtheit von Warenein- und -ausgängen beispielweise durch Gewichtserfassung oder der Detektion von Verformungen feststellen. Zum einen kann dann sofort in den Prozess eingegriffen werden. Zum anderen dokumentieren diese Daten auch die Korrektheit des Warenausgangs und wehren spätere Reklamationen ab. Dazu müssen diese Daten allerdings eine geraume Zeit gespeichert sein und man muss schnell auf sie zugreifen können. Dies zeigt, wie wichtig die Reduktion der Datenmengen ohne den Verlust wichtiger Informationen ist.

Wie weit erkennen Großhandels- und Logistikunternehmen nach Ihrem Eindruck von der Praxis die Vielfalt des Nutzens von IP-Kameras? Wo liegt hier das größte unausgeschöpfte ­Potential?

Christian Heller: Das Potenzial ist wirklich noch enorm. Viele Großhandels- und Logistikunternehmen stehen erst am Anfang ihrer Digitalisierungsstrategie. Der sichere Einsatz von IP-Videotechnologie ist da längst nicht manifestiert, da die Möglichkeiten nicht umfassend ge- und erkannt werden. Für viele ist es eine Bildkontrolle, aber die Mobotix-Kameralösungen können viel mehr: Ob es darum geht, das Gewicht zu erfassen und aus Abweichungen Defekte zu erkennen, Temperaturmessungen um Qualität zu sichern und Brände zu vermeiden, Lagerplatz- oder Auslieferungserfassung, es gibt eigentlich keine notwendige Funktion innerhalb der Großhandels- und Logistikunternehmen oder die Lagerbetreiber, die eine Mobotix-Lösung nicht darstellen kann. Für ganz neuartige und individuelle Anforderungen können wir durch den Einsatz einer M73 mit einer speziellen, diese Anforderung abdeckende App jede noch so komplexe Herausforderung meistern.

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Mobotix AG - Beyond Human Vision
Kaiserstraße
67722 Langmeil
Germany
Telefon: +49 6302 9816 0
Telefax: +49 6302 9816 190

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