21.02.2020
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ZVEI: Technologische Souveränität für Europa sichern

Anlässlich der Vorstellung der EU-Digitalstrategie am 19. Februar 2020 äußerte sich der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. zu dem Vorhaben der EU-Kommission. Es dürfe keine Abhängigkeiten der EU geben, Europa müsse entschlossener den Takt vorgeben, so der Zentralverband.

„Europa muss die relevanten Industriestandards selbst setzen, um die eigene digitale technologische Souveränität zu wahren“, betont ZVEI-Präsident Michael Ziesemer. So erreiche es Europa am besten, unabhängig von einzelnen Anbietern von Schlüsseltechnologien zu werden, ohne protektionistisch zu agieren. Andernfalls drohe der Kontinent an den Rand gedrängt zu werden und sich zum Spielball der industrie- und geopolitischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und China zu machen.

„Es darf keine Abhängigkeiten geben, weder in die eine noch in die andere Richtung“, so der ZVEI-Präsident weiter. Der ZVEI unterstützt deshalb die EU-Kommission in ihrer Absicht, einen unabhängigen Weg einzuschlagen. „Europa muss entschlossener den Takt vorgeben – bei den Anforderungen an die Datenökonomie und die Cybersicherheit, aber auch bei Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Nur so kann unser Heimatkontinent zum wichtigsten Akteur für den digitalen Wandel im industriellen Bereich werden“, erklärt der ZVEI-Präsident. Die Chancen dazu seien vorhanden, wie der Erfolg bei Industrie 4.0 belegt. „Hier schaut die Welt auf uns.“

Idealerweise verfügt Europa sogar selbst über die hierfür notwendigen Schlüsseltechnologien wie etwa die Netzwerktechnik für 5G. Der ZVEI unterstützt daher insbesondere auch die industriepolitischen Aspekte der EU-Kommission. „Europa braucht ein industriepolitisches Ökosystem, das die Wettbewerbsfähigkeit von europäischen Anbietern stärkt und gleichzeitig den Marktzugang für andere Anbieter offenhält“, sagt Ziesemer. „Das schließt staatlich betriebene Beteiligungen auf Unternehmen aus, nicht jedoch privatwirtschaftlich motivierte Engagements.“

Mit Blick auf den 5G-Netzausbau in Deutschland fordert der ZVEI, keinen Anbieter von vornherein auszunehmen, sondern zielgerichtet Auflagen und ein sinnvolles Level-Playing-Field für alle durchzusetzen.

„Wettbewerbs- und Sicherheitsaspekte müssen strikt voneinander getrennt bleiben“, verlangt der ZVEI-Präsident abschließend.

 

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