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Logistik: Leistung, Service und Sicherheit

22.05.2012
Foto: Franck Boston / Fotolia.com
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Foto: Franck Boston / Fotolia.com Heiner Jerofsky von GIT SICHERHEIT fragte: Wie steht es um die Logistik-Sicherheit 

Deutschland ist Europas attraktivster Logistikstandort. Waren und Güter werden heute wie nie zuvor über Ländergrenzen bewegt. Der Transport und Logistikmarkt ist heute hinter der Automobilindustrie und der Chemieindustrie der drittstärkste Wirtschaftssektor der Bundesrepublik Deutschland, und er wächst weiter. Die Transportkosten sind ein beträchtlicher Teil der Gesamtkosten eines Produktes und stellen damit Logistiker vor sehr komplexe Aufgaben. 2,6 Millionen Beschäftigte in mehr als 60.000 Unternehmen, rund 200 Mrd. € Jahresumsatz und Wachstumszahlen, die deutlich über denen des Bruttoinlandsprodukts liegen - der Logistikmarkt in Deutschland boomt seit Jahren. GIT SICHERHEIT fragt: Wie steht es um die Sicherheit innerhalb der Lieferketten? Wie hoch sind Verluste und Verzögerungen? Welche Kriminalitätsformen bedrohen diese wichtige Branche und was kann repressiv und präventiv getan werden?

Wachstum
Laut dem Bundesamt für den Güterverkehr (BAG) stieg einhergehend mit dem anhaltenden konjunkturellen Aufschwung der deutschen Volkswirtschaft die Verkehrsnachfrage auf dem deutschen Güterverkehrsmarkt im 1. Halbjahr 2011 dynamisch an. Die im Straßen-, Eisenbahn- und Binnenschiffsgüterverkehr beförderte Gütermenge wuchs im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 12,4 %, die Verkehrsleistung um 4,3 % (ohne Straßengüterverkehr ausländischer Fahrzeuge in Deutschland). Während auf der Schiene und der Straße deutlich mehr Güter befördert wurden und überproportionale Mengen- und Leistungszuwächse zu verzeichnen waren, verließ die Binnenschifffahrt den Wachstumspfad des Vorjahres. Ihre Mengen- und Leistungswerte blieben angesichts schwieriger Rahmenbedingungen hinter den Vergleichswerten aus dem 1. Halbjahr 2010 zurück. Ihr Anteil am Modal Split (Verteilung des Transportaufkommens) ging zugunsten des Lkw und der Eisenbahn zurück.

Bei den Außenhandelsströmen setzte sich die positive Entwicklung des Vorjahres fort. Sowohl Exporte als auch Importe lagen wieder über dem Vorkrisenniveau. Deutlich erholt haben sich ferner die Investitionen, speziell die Ausrüstungsinvestitionen. Die Aufwärtsbewegung schwächte sich im zweiten Quartal des Jahres 2011 ab.

Leicht wachstumshemmend könnte u. a. die Störung internationaler Produktionsketten infolge der Naturkatastrophe in Japan gewirkt haben. Gleichzeitig stiegen die Importe im zweiten Vierteljahr stärker als die Exporte. Die Märkte haben sich längst erholt, und laut Bundesregierung befindet sich Deutschland auch im Jahr 2012 weiterhin auf Wachstumskurs.

Lagern, aber wo und wie?
Es beginnt bei der Planung der Logistikimmobilie. Ideale Standorte sind in unmittelbarer Nähe von Ballungszentren, Autobahnen, Bundestraßen, Häfen oder Flughäfen. Das Objekt sollte Rampen, Ladetore, Rangier- und Abstellflächen haben. Es wäre auch nicht schlecht, wenn die Nähe zu Polizei, Sicherheitsdiensten und Feuerwehr in die Überlegungen einbezogen würden. Deutschlandweit sind laut der FAZ im vergangenen Jahr Logistikimmobilien mit einer Gesamtfläche von 3,92 Mio. Quadratmetern vermietet oder für die Eigennutzung errichtet worden. Das ist Rekord. Doch passende Flächen in den Ballungsräumen wie Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart oder München werden langsam knapp. Immer mehr Unternehmen weichen deshalb in ländliche Bereiche aus. Hier wird oftmals an der Sicherheitstechnik und am -personal gespart, und damit wird das Logistiklager selbst zur Schwachstelle. In jedem Fall müssen diese Objekte neben den allgemeinen produktabhängigen Lagerbedingungen einer gründlichen Sicherheitsanalyse unterzogen werden, damit die Schäden durch Kriminalität möglichst gering bleiben. Das maßgeschneiderte Sicherheitskonzept beginnt meist mit ausreichendem Perimeterschutz, vollständiger Ausleuchtung bei Dunkelheit, mechanischen Sicherungen, Brand-, Überfall- und Einbruchmeldeanlagen, Transpondern, Videoüberwachung, Zutrittskontrolle und endet mit der Auswahl und Qualifikation des Sicherheits-, Lager- und Fahrerpersonals.

Auf Achse, Schienen, zu Wasser und in der Luft
Auch beim Transport der Waren bestehen weitere Sicherheitsrisiken durch Verluste, Raub- und Diebstahlskriminalität. Knapp 80 % der Konsumgüterhersteller und Einzelhändler in Deutschland beklagen Ladungsverluste durch Sicherheitsmängel. Laut Europäischer Union entsteht im Straßentransport allein durch Diebstahl europaweit ein Schaden von mehr als 8 Mrd. € pro Jahr. Besonders hohes Schwundrisiko besteht beim Transport auf der Straße, während der Ruhezeiten, beim Umladen und Zwischenlagern. Möglichkeit zur Verbesserung sehen zwei von drei Unternehmen bei den beauftragten Logistikern. Das ist das Ergebnis der Studie „Branchenkompass Transport 2010" von der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen.

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