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Flexible Sicherheit im Rechenzentrum

14.10.2011
Die Liquid Cooling Packages von Rittal bieten je nach Ausführung eine Kühlleistung bis 60 kW pro Rack.
Die Liquid Cooling Packages von Rittal bieten je nach Ausführung eine Kühlleistung bis 60 kW pro ... Weiter

In nahezu jeder Branche, egal ob Finanzwirtschaft, Logistik oder Maschinenbau, sind kritische Geschäfts- und Produktionsprozesse von der Warenwirtschaft bis hin zur Telefonanlage IT-gestützt. Bei einem Ausfall drohen ernste wirtschaftliche Verluste. Ein Konzept zur Gefahrenprävention für die IT-Strukturen ist daher ein elementarer Bestandteil jeder IT-Planung.

Besonderes Augenmerk gilt hierbei den Rechenzentren (RZ). Wenn die IT das Nervensystem moderner Unternehmen ist, ist das Rechenzentrum das Rückenmark. Wird dieses beschädigt, kann es zu einer Lähmung aller Unternehmensprozesse kommen. Bei aller Risikovorsorge sollten die Verantwortlichen aber immer auch die Kosten/Nutzen-Relation im Auge behalten.

Die Kosten für die Gefahrenabwehr sollten immer in einem vertretbaren Verhältnis zum möglichen betriebswirtschaftlichen Schaden. Mögliche Risiken wie Produktionsausfälle sind dem sogenannten Geschäftsprozess-Soll gegenüber zu stellen. Dabei handelt es sich um die gesammelten Anforderungen des Geschäftsbetriebs an die IT.

Aus dem Verhältnis von Geschäftsprozess-Soll zu den tolerablen Ausfallzeiten sowie möglichen Schäden wird deutlich, welche betriebswirtschaftlichen Verluste akzeptabel sind und welche nicht. Diese Qualifizierung und Quantifizierung von Schadensrisiken innerhalb der RZ-Infrastruktur schützt nicht nur vor geschäftlichen Einbußen. Der ganzheitliche Blick auf das gesamte RZ ist in einer weiteren Hinsicht für die Planer unverzichtbar: Nur so kann der Schutz vor Feuer, Eindringlingen und Überhitzung bedarfsorientiert und damit kosteneffizient umgesetzt werden. Zunächst gilt es daher, die Verfügbarkeitsanforderung an die IT zu definieren. Bei der anschließenden Umsetzung können sich RZ-Planer beispielsweise an den Tier-Klassifizierungen des Uptime Institutes orientieren.

In vier Klassen, Tier I bis Tier IV, sind je nach Verfügbarkeitsanspruch die Anforderungen speziell an Strom und Kühlung festgehalten. Mit den Vorgaben von Tier IV für besonders geschäftskritische Kernprozesse ist eine maximale Verfügbarkeit von 99,995 % erreicht.

Hochsicherheit für Rechenzentren
Sie sind die schützende Außenhülle eines Data Centers: Modulare Sicherheitsräume beherbergen neben den eigentlichen IT-Geräten wie Server, Switches und Datenspeicher auch die Infrastruktur.

Gleich, ob Hochsicherheitsrechenzentrum oder im Büro untergebrachte Racks: Je nach Anforderung der Geschäftsprozesse bieten sich andere Schutzkonzepte mit unterschiedlichen Widerstandsklassen an. Um adäquat auf Unternehmensanforderungen reagieren zu können, sind wirtschaftliche Konzepte modular und lassen sich flexibel auf die baulichen Gegebenheiten und Verfügbarkeitsanforderungen zuschneiden.

Aktuelle Rechenzentrumskonzepte sehen eine getrennte Unterbringung von Server-Schränken auf der einen Seite und Infrastruktur wie Niederspannungshauptverteilung, USV-Systeme etc. vor.

Die einzelnen „Räume" (Data Center-Bereich/Technik-Area) werden dann passgenau zur jeweiligen Anforderung als Schutzzellen konzipiert und gebaut: die Server-Zelle wird zum Beispiel mit einem Hochverfügbarkeitsschutz errichtet, die restliche Technik erhält einen kostengünstigeren Grundschutz. Diese modularen Sicherheitszellen lassen sich problemlos und wirtschaftlich demontieren und an einem neuen Standort wieder aufbauen. Somit ist ein Höchstmaß an Investitionssicherheit gegeben. Ferner kann das Rechenzentrum zu einem späteren Zeitpunkt erweitert und an den aktuell gewachsenen Bedarf angepasst werden.

Eine Alternative zu einem Server-Raum sind IT-Safes, in denen kritische Server umfassend geschützt sind. Dieser „kleine Schutzanzug" stellt hierbei eine wirtschaftlich interessante Lösung für den Mittelstand dar. Sie bieten Schutz vor physikalischen Bedrohungen und sind als modulare Safes beziehungsweise Basicsafes lieferbar. Neben der physikalischen Hülle ergänzen verschiedene Ausstattungskomponenten für Kühlung, Energieversorgung, Notstrom oder Monitoring die Safes zum vollständigen Kompakt-Rechenzentrum.

Einen Schritt weiter geht das Mikro-Rechenzentrum, das Rittal gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Bechtle für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt hat: Rittal liefert bei diesem Gemeinschaftskonzept die gesamte Infrastruktur und physikalische Sicherheitstechnik: den Basicsafe als Gehäuse, die Klimatisierung, das Brandmelde- und Löschsystem sowie die Energieverteilung.

Die Bechtle AG ist für die eigentlichen IT-Geräte sowie die Einbindung der Software verantwortlich. Das Mikro-Rechenzentrum wird als Komplettpaket ausgeliefert, ermöglicht praktisch ein Plug-and-Play und ist in drei Varianten mit unterschiedlicher Systemredundanz erhältlich. Auf nur einem Quadratmeter Stellfläche weisen die Mikro-Rechenzentren genug Rechenleistung auf, um mehrere tausend SAP-User gleichzeitig zu versorgen.

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