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Brandschutz: Betriebliche Notfallorganisation hilft in Gefahrenlagen

06.10.2011
Das Brandtechniklabor ist das Herzstück des Forschungs- und Testzentrums von FM Global. Hier in Rhode Island, USA, führen Forscher und Ingenieure Brandversuche im Originalmaßstab durch und ent­wickeln Lösungen zur Risikominimierung.
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Das Brandtechniklabor ist das Herzstück des Forschungs- und Testzentrums von FM Global. Hier in ... Wie lassen sich Gefährdungen für Betriebsstätten vermeiden? Die im Forschungs- und Testzentrum ... Frank Drolsbach, Direktor Operations und Engineering Manager bei FM Global 

Bricht in einem Betrieb ein Feuer aus, ist es wichtig, überlegt zu handeln. Besitzt der Standort eine Notfallorganisation und einen durchdachten Notfallplan, können in Zusammenarbeit mit der zuständigen Feuerwehr oft größere Schäden verhindert werden. Wer nicht ausreichend vorbereitet ist, dem drohen im Ernstfall erheblich größere Schäden, weil wichtige Zeit verloren geht und entscheidende Gegenmaßnahmen nicht richtig greifen.

Ohne Notfallplan geht wertvolle Zeit verloren

„Die Feuerwehr ist so gut ausgebildet, dass sie mit allen Brandarten richtig umzugehen weiß und schnell und adäquat reagieren kann", erklärt Frank Drolsbach, Direktor Operations und Engineering Manager bei FM Global, einem der weltweit führenden Industrieversicherer. „Dazu benötigt sie jedoch Informationen über das Gefahrenpotential im Betrieb und die örtlichen Begebenheiten."

Sonst kann bei Großbränden wertvolle Zeit verloren gehen, weil sich die Einsatzkräfte am Unternehmensstandort nicht auskennen und sich zunächst erst einen Überblick über das Gelände verschaffen müssen. Ist die Feuerwehr zudem nicht informiert, wo Gefahrenquellen lauern, kann das nicht nur die Einsatzkräfte in erhöhte Gefahr bringen, sondern auch die Ausbreitung des Brandes begünstigen, wenn das Gefährdungspotential nicht rechtzeitig erkannt wird. Sind die Einsatzkräfte nicht auf die verschiedenen Brandschutzanlagen im Betrieb vorbereitet, kann es passieren, dass diese nur fehlerhaft oder gar nicht eingesetzt werden können.

Verantwortlichkeiten genau abstimmen
„Im Ernstfall zeigt sich: Nur eine effektive Notfallorganisation und ein sorgfältig ausgearbeiteter Feuerwehrplan können dazu beitragen, dass im Brandfall die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr schnell und reibungslos funktioniert", sagt Drolsbach. Er spricht aus Erfahrung. „Unsere Statistik zeigt, dass in Unternehmen, die zum Zeitpunkt eines Brandes über keine Notfallplanung verfügten, in vier von fünf Fällen das Schadenausmaß hätte drastisch reduziert werden können, wenn die Notfallorganisation entsprechend aufgestellt gewesen wäre."

Entscheidend ist, dass eine durchdachte Notfallorganisation existiert und die beteiligten Mitarbeiter genau wissen, was vor, während und nach einer Notsituation zu tun ist, um Schäden im Betrieb einzudämmen.

Dazu muss klar festgelegt sein, was von jedem einzelnen Helfer erwartet wird und welche Verantwortlichkeiten ihm im Notfall übertragen werden.


Checkliste: Wie baut man eine Notfallorganisation auf


Mit der Notfallorganisation angemessen auf Gefährdungen reagieren
„In einem ersten Schritt sollten Pläne für diejenigen Notfälle oder Katastrophen ausgearbeitet werden, die am ehesten für den jeweiligen Standort zu erwarten sind", sagt FM Global-Experte Drolsbach. „So sind die Mitarbeiter im Falle eines Feuers oder einer Explosion sofort in der Lage, anhand eines Notfallplans geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen." Auch die immer häufiger auftretenden Naturgefahren wie Sturm und Hochwasser sollten in diesen Plänen berücksichtigt und entsprechende Gegenmaßnahmen festgelegt werden.

Die Mitgliederzahl einer Notfallorganisation richtet sich nach Größe und Art des Betriebes. Dabei müssen geographische und baulichen Gegebenheiten, aber auch Gefahrenquellen wie Gasleitungen oder brennbare Stoffe berücksichtigt werden. Vor allem in Unternehmen mit Schichtbetrieb ist zu beachten, dass die Organisation für jede Schicht ausreichend besetzt ist. Dies gilt auch für Zeiten, in denen der Betrieb ruht, beispielsweise an Sonn- und Feiertagen oder nachts. Dann sollte ein entsprechend geschulter Sicherheitsdienst die Aufgaben der Notfallorganisation übernehmen und diese bei Notfällen umgehend informieren.

Mitarbeiter für Gefahrenlagen ­sensibilisieren
„Setzen Sie auch Stellvertreter ein, für den Fall, dass reguläre Mitglieder durch Krankheit oder Urlaub verhindert sind", rät Drolsbach. „Vorsicht zahlt sich aus, denn Notfälle treten vor allem dann ein, wenn man am wenigsten damit rechnet und das Schadenpotential somit am größten ist." Das belege auch die Statistik. Insbesondere der Schließrunde des Wachdienstes nach Betriebsende komme eine große Bedeutung zu. „Die Erfahrung zeigt, dass direkt nach Betriebsschluss ein erhöhtes Brandrisiko besteht", so der Engineering Manager. „Denn immer wieder passiert es, dass Maschinen oder wärmeerzeugende Anlagen nicht abgeschaltet, Fenster oder Türen nicht geschlossen oder glimmende Zigarettenreste zurückgelassen werden."

Trotz allem bleibt eine kleinere, aber effiziente Notfallorganisation in jedem Fall einer großen vorzuziehen, die lediglich auf dem Papier existiert. Deshalb müssen die Mitglieder der Notfallorganisation gezielt lernen, sich in Krisensituationen richtig zu verhalten. Durch Simulationen von Notfällen, soweit möglich gemeinsam mit der Feuerwehr, können Reaktionszeit und Organisationsstrukturen der betrieblichen Notfallorganisation überprüft und gefördert werden. Davon profitiert auch die Feuerwehr, denn nur eine effizient agierende Notfallorganisation kann sie erfolgreich unterstützen. Auch empfiehlt es sich, die Zusammenarbeit mit Polizei, Rettungsdiensten und behördlichen Stellen wie Umweltämtern zu koordinieren. Während die Mitarbeiter in praktischen Übungen lernen, schnell und effektiv zu handeln, sollten die Übungen durch zusätzliche Schulungen ergänzt werden, um ein tiefergehendes Verständnis zu wecken und die Kenntnisse der Mitarbeiter regelmäßig aufzufrischen.

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