System- und Partnertag: Interview mit Frank Marcus Schille von Schille Informationssysteme

  • Regina Berg-Jauernig im Gespräch mit Frank Marcus SchilleRegina Berg-Jauernig im Gespräch mit Frank Marcus Schille

System- und Partnertag: Interview mit Frank Marcus Schille von Schille Informationssysteme. Software und Beratung für Gebäudeautomation und Sicherheitsleittechnik - das bietet die Firma Schille Informationssysteme. Sie entwickelt vor System- und Partnertag: Interview mit Frank Marcus Schille von Schille Informationssystemeallem Softwarelösungen für das technische Facility-Management wie etwa Leitzentralen und Automatisierungssysteme. Anlässlich dessen jüngsten „System- und Partnertages" hat Regina Berg-Jauernig von GIT SICHERHEIT das Unternehmen besucht und sich in seinen neuen Geschäftsräumen mit dem Firmengründer und Geschäftsführer Frank Marcus Schille unterhalten.

GIT SICHERHEIT: Herr Schille, wenn man Sie in Ihren neuen Firmenräumen besucht, umfängt einen gleich beim Hereinkommen eine elegante und gleichzeitig locker-dynamische Atmosphäre. Es gibt Kunst an der Wand, trendige Einrichtung, alles strahlt Jugend und Kreativität aus. Ist das ein wichtiger Aspekt Ihrer Firmenphilosophie - und was gehört noch dazu?

F. M. Schille:
Sowohl die Besucher unseres Unternehmens, als auch die Mitarbeiter müssen sich natürlich in erster Linie mit der Technik auseinandersetzen. Um jedoch Freiräume zu schaffen, sei es für Kundentermine oder die täglichen Mitarbeiterbesprechungen, wollten wir mit diesem Konzept die Technik in den Hintergrund stellen und eine Art Lounge-Charakter schaffen. Natürlich bieten wir weiterhin den jetzt erheblich erweiterten Showraum mit seinen mehr als 30 Subsystemen, den vielen Videomonitoren und der zentralen Leitstellenkonsole.

Wir wollen jedoch zukünftig die Besucher nicht mehr der Technik aussetzen, sondern in einer angenehmen Atmosphäre intensiv auf die individuellen Probleme und Lösungen eingehen.

Das war und ist vermutlich mit entscheidend den Erfolg Ihres Hauses ...

F. M. Schille:
Die innere Philosophie des Unternehmens ist sicherlich durch den Spaß an der Arbeit und die Identifizierung mit den Produkten definiert. Die Mitarbeiter sind nun mal das wertvollste Gut eines Unternehmens.

Die Wertschätzung kann ich jedoch nicht ausschließlich durch die monatliche Gehaltsüberweisung vermitteln, sondern muss mir als Unternehmer auch Gedanken über das Arbeitsumfeld, den gegenseitigen Respekt und den persönlichen und freundschaftlichen Umgang machen. Die Stimmung im Unternehmen überträgt sich natürlich auf den Kundenkontakt und ist letzten Endes auch der Schlüssel für die herausragende Leistungsfähigkeit des gesamten Teams.

Sie haben gerade zu einem System- und Partnertag eingeladen. Was waren die zentralen Themen?

F. M. Schille:
Eine Partnerschaft reduziert sich nach unserem Verständnis nicht nur auf den Umsatz, sondern wird ganz wesentlich auch von den persönlichen Kontakten geprägt. Natürlich zeigen wir auf dem Partnertag auch unsere Produkte und Neuentwicklungen, legen aber viel mehr Wert auf den zweiten Teil der Veranstaltung, der gastronomisch unterstützt, zu den vielen Gesprächen der Partner untereinander führt.

Wenn Sie die Gästeliste betrachten, so werden Sie feststellen, dass ein großer Teil des Sicherheitsmarktes hier auf dem Partnertag vertreten ist und natürlich auch viele im Wettbewerb zueinander stehende Unternehmen darunter sind. Vielfach führten die Gespräche in der Vergangenheit zu einer, mit dem Modewort „Synergieefffekte" beschriebenen Zusammenarbeit. Und genau dies ist, wie bei den vorangegangenen Partnertagen, das Leitmotiv dieser Veranstaltung.

Lassen Sie uns über Ihr zentrales Produkt sprechen: „PVis Enterprise Security" zum Management technischer Anlagen in der Gebäude- und Sicherheitsleittechnik. Mit deren Entwicklung haben Sie Anfang der 90er Jahre begonnen, gerade haben Sie die 4. Generation auf den Markt gebracht. Können Sie uns das Produkt und seine Evolution bis heute kurz erklären?

F. M. Schille:
PVis ist, wie Ihre Frage bereits vermittelt, ein klassisches Gebäude- und Sicherheitsmanagementsystem mit all den Funktionalitäten, die für eine benutzerfreundliche und effektive Verwaltung von technischen Einrichtungen eines Gebäudes erforderlich sind. Während aber fast alle Wettbewerber ihren Ursprung in der Brand- und Einbruchmeldetechnik haben, war PVis ursprünglich ein Leitsystem aus der Automatisierungstechnik und wurde bspw. in der Erdgasförderung und Pipelineüberwachung eingesetzt. Die Anforderungen in diesem Bereich, etwa bei der Datenmenge und in der Zykluszeit, sind wesentlich höher, als die in der Sicherheitstechnik. Wir mussten von Anfang an Messwerte speichern, Kurvendiagramme zur Auswertung implementieren oder Tausende von Datenpunkten innerhalb des Bruchteils einer Sekunde verarbeiten.

Auf der Security wollen Sie die 5. Generation des Systems vorstellen. Was ist neu?

F. M. Schille:
Wenn unser Unternehmen etwas besonders auszeichnet, dann ist es die Zeit und der Raum für Innovationen, die man den Mitarbeitern lässt. Das Partnerkonzept und die besondere Gestaltung unserer Softwareprodukte halten uns weitgehend vom Projektgeschäft und den damit verbundenen zeitintensiven Sonderentwicklungen fern. So können wir agieren, setzen Markttrends wie etwa OPC und müssen nicht ständig hinterherlaufen. So ist die nächste Generation unseres PVis Managementsystems noch während der Markteinführung der hier auf dem Partnertag präsentierten Version PVis P4 entwickelt worden.

PVis P5 wird vieles auf den Kopf stellen und sowohl bei der Errichtung als auch im Betrieb neue Standards setzen können. Wir haben z. B. heutzutage Projekte mit mehr als 20 Schnittstellen und über 100.000 Datenpunkten. Diese große Datenmenge gilt es noch kostengünstiger und effektiver zu verwalten. Hier war ein wesentlicher Ansatzpunkt bei der Entwicklung. Im Moment befinden wir uns noch in der abschließenden Testphase, haben aber bereits einige Kundeninstallationen erfolgreich vorgenommen. Die offizielle Markteinführung des P5-Servers wird auf der Security stattfinden.

Zu Ihrem Produkt-Portefeuille gehört unter anderem auch „DiViCro", eine Management- Software für netzwerkbasierende Videosysteme. Was ist das Besondere?

F. M. Schille:
Hier sollte man zuerst einmal bei der Definition eines Videomanagements beginnen. Wenn bspw. innerhalb eines Gebäudemanagementsystems ein paar Videofenster eingebunden werden und einige Schaltflächen für die Dome-Steuerung sorgen, dann ist dies nach meinem Verständnis ganz sicher kein zeitgemäßes Videomanagement, auch wenn diese Lösung vielfach so den Kunden angeboten wird.

Ein Videomanagementsystem sollte herstellerunabhängig Hunderte wenn nicht Tausende von Videoquellen möglichst vieler Hersteller integrieren und unter einer Oberfläche benutzerfreundlich verwalten. Hierzu zählt auch die Integration von Bestandstechnik der Kunden wie etwa DVRs und analoge Videoquellen, sowie Bedienerpulte und Videowände.

Eine wesentliche Bedeutung haben auch das Netzwerkmanagement, die Bildqualität und die Latenzzeit. Hier trennt sich schnell die Spreu vom Weizen und es bleiben nur ganz wenige Anbieter übrig. DiViCro ist eines dieser Systeme, es besitzt aber, neben einer Reihe von herausragenden Funktionalitäten, noch einen gewaltigen Vorteil gegenüber allen anderen Produkten: die nahtlose Schnittstelle zum PVis-Management und somit den direkten Zugang und das Know-how zu praktisch allen anderen Anlagen der Gebäude- und Sicherheitstechnik.
Hier vermeiden wir den Zustand einer Insellösung und können jede nur erdenkliche Kopplung wie etwa zu Einbruchmeldeanlagen und Zutrittskontrollen sofort und problemlos realisieren.

Sie bringen zur Security auch eine Videoanalyse- Software heraus?

F. M. Schille:
Natürlich wollten wir das Rad nicht zum wiederholten Male erfinden. Es gibt eine große Anzahl von hervorragenden Analyse-Systemen am Markt. Was uns jedoch fehlte, waren kostengünstige und leistungsfähige Standardalgorythmen, mit denen wir auch umfangreiche Installationen unseres Videomanagements mit hunderten von Kamerakanälen ausstatten können. Wir hatten in der Vergangenheit viele Berührungspunkte mit der Videoanalyse und unter anderem auch einen Sensor für das Parkplatzmanagement entwickelt. So war der Schritt zu einer Eigenentwicklung eine logische Konsequenz.

Dabei haben wir wieder einmal quer gedacht und uns die Lösungen aus dem Maschinenbau genauer angeschaut. Hier sind wir auf sehr interessante Entwicklungen gestoßen, die auch dazu führten, dass unsere Analysesoftware federführend von einem Ingenieur der Robotik betreut wird. Eine weitere Aktivität in unserer Entwicklung beschäftigt sich mit der Auswertung der bei der Videoanalyse gewonnenen Daten. Hierbei geht es im Wesentlichen um eine effektive Gestaltung der Abfragefunktionen.

Unser Ziel ist es, die Suche nach Ereignissen und bestimmten Bewegungsmustern logischer zu gestalten und den menschlichen Beobachtungsgaben anzupassen. Zur Security werden wir, wie ich denke, einige sehr interessante Anwendungen präsentieren können.

Herr Schille, Sie haben an anderer Stelle einmal bemerkt, dass „der Markt Ihr Marketing überholt" hat: Sie haben mit PVis Standards gesetzt und das System in den Markt integriert. Wie geht es weiter?

F. M. Schille:
Unsere Marketingaktivitäten beschränkten sich in der Vergangenheit im Wesentlichen auf die Branchenmessen. Hier haben wir erheblichen Nachholbedarf. Die Marke Schille und die damit verbundenen Produkte und Lösungen sind weitaus weniger präsent, als ihre weltweite Verbreitung es vermuten lässt. Dass wir bspw. in 2/3 aller DAX-Unternehmen mit unseren Produkten vertreten sind und mit über 30 Partnerunternehmen weltweit am Markt agieren, ist kaum bekannt. Diesen Sachverhalt und die Vielfalt unserer Lösungen am Markt zu vermitteln ist eine unserer wichtigsten Aufgaben in den nächsten Monaten.

K o n takt

Schille Informationssysteme GmbH, Hannover
Tel.: 0511/542244-0
Fax: 0511/542244-22
info@schille.com
www.schille.com

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