SeeTec: Video- und Sicherheitssystem mit Personenortung auf RFID Basis

  • Je tiefer sich die Tunnelbohrmaschinen in den Berg vorarbeiten, umso länger wird das zu überwachende Förderband.Je tiefer sich die Tunnelbohrmaschinen in den Berg vorarbeiten, umso länger wird das zu überwachende Förderband.
  • Je tiefer sich die Tunnelbohrmaschinen in den Berg vorarbeiten, umso länger wird das zu überwachende Förderband.
  • Im Leitstand der Feuerwehr

SeeTec: Video- und Sicherheitssystem mit Personenortung auf RFID Basis. Auf der Baustelle des Katzenbergtunnels bei Efringen-Kirchen wurden unterschiedliche Überwachungsaufgaben mit der SeeTec 5 Software realisiert: Zufahrtskontrolle, Prozessüberwachung und -optimierung sowie Bildübertragung an die Feuerwehrleitstelle. Das Gesamtprojekt umfasst außerdem die Ausrüstung der Baustelle mit einer Telekommunikationsanlage und eine Lösung zur Personenerfassung und -ortung. Das Ergebnis ist ein komplett IP-basiertes Baustellenleitsystem.

Der Katzenbergtunnel wird mit einer Länge von 9,4 km das größte Einzelbauwerk der neuen Bahnstrecke zwischen Karlsruhe und Basel sein. Die Neubaustrecke ergänzt den zweigleisigen kurvenreichen Streckenabschnitt entlang des Rheins um zwei neue geradlinig geführte Gleise. Ziel ist es, den Zugverkehr in Richtung Schweizer Alpen mit insgesamt vier Gleisen zu optimieren. Bauherrin des Tunnels ist die Deutsche Bahn AG. Sie vergab am 31. Juli 2003 den Bauauftrag an die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Katzenbergtunnel, die sich aus vier Tunnelbauunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammensetzt.

Der Bau des Eisenbahntunnels erfolgt mit zwei speziellen Tunnelvortriebsmaschinen, die 220 m lang und 2.500 t schwer sind. Die beiden Bohrmaschinen graben sich parallel durch den Katzenberg, wobei eine westliche und eine östliche Röhre entstehen. Ein 2,5 km langes Förderband transportiert von der Südseite aus bis zu 6.000 m3 Ausbruchsmaterial pro Tag in den nahegelegenen Steinbruch Kapf. Geplant ist, die Roharbeiten des Tunnels bis Ende 2008 fertigzustellen.

Die Bauleitung der ARGE Katzenbergtunnel benötigte zum Betreiben der 100.000 m2 großen Baustelle eine Telekommunikationsanlage sowie ein System zur Personenerfassung und -ortung. Beide Systeme mussten innerhalb und außerhalb der beiden Tunnels zuverlässig funktionieren. Die Anforderungen wurden um Videokameras zur Überwachung des Bohrvorgangs erweitert. Dies war ein wesentlicher Bestandteil des integralen Systems, da der Maschinenhersteller bei diesem Projekt keine Kameras mitlieferte.

IP-Video nahtlos integriert

Der Systemintegrator und Telekommunikationsausrüster DeTeWe bot ein modulares und integrales System an, das auf einem ausfallsicheren Gigabit Backbone basiert.

Das Netzwerk ist die Grundlage für die Sprachkommunikation per Voice over IP. Gemeinsam mit dem Malscher Systemhaus vi2vi, das auf IP-basierte Sicherheits- und Videoanwendungen spezialisiert und SeeTec Certified Partner ist, entwickelte DeTeWe ein Personenerfassung mittels RFID Chip, die ebenfalls auf das Netzwerk aufgesetzt werden konnte.

Auf dem Bildschirm der Leitstelle ist zu sehen, welche Personen sich innerhalb und außerhalb der Tunnels befinden. Die Anfrage nach einzelnen Kameras wurde um ein netzwerkbasiertes Videoüberwachungssystem vom Philippsburger Softwarehersteller SeeTec ergänzt. Nicht nur die Tunnelbohrmaschinen, sondern auch die Zufahrten, die Tunneleingänge und die Förderbänder sind damit unter Kontrolle.

Das besondere daran war, dass sämtliche Kameras der auf der Baustelle tätigen Unternehmen in ein gemeinsames System integriert werden können. Volker Schlöder, Accountmanager Baden-Württemberg bei DeTeWe, erklärt: „Das bedeutet eine wesentliche Verbesserung gegenüber der bisherigen Vorgehensweise auf vergleichbaren Baustellen, bei der jedes Unternehmen eine eigenständige Kameraüberwachung verwendet. Das neue System ermöglicht es der Baustellenleitung auf alle Kameras von einem Leitstand aus zuzugreifen.“

Eine analoge Videolösung kam aus Kostengründen nicht in Frage, da die separate Verkabelung des Geländes und der Tunnel sehr kostenintensiv gewesen wäre. Das IP-Netzwerk als Basis konnte die Videoüberwachung, die Personenerfassung und die Telekommunikation mit einer Technologie abdecken.

Rundum informiert

Von den Vorteilen des IP-basierten Systems überzeugt, erteilte die ARGE Katzenbergtunnel DeTeWe den Zuschlag für das Projekt. Der Systemintegrator und Telekommunikationsausrüster begann mit der Einrichtung der ITK Infrastruktur und der Komponenten für die Sprachkommunikation und Personenerfassung. Die ersten Netzwerkkameras wurden im zweiten Quartal 2005 an der Geländezufahrt installiert. So konnte der Pförtner, der nicht direkt am Eingang saß, das Geschehen im Auge behalten. Die Kameras an den Zufahrten und Tunneleingängen sind in das Alarmmanagement der SeeTec 5 Software per Motion Detection integriert.

Mit Fortschritt des Tunnelbaus wuchs das Videosystem bis zum vierten Quartal 2006 auf insgesamt 20 Kameras, die jeweils verschiedene Aufgaben erfüllen. Die Maschinenfahrer benötigen für ihre Arbeit drei Kameras am Kopf jeder Tunnelbohrmaschine, um den Ablauf der Bohrung und den Förderbetrieb aus dem Tunnel heraus zu überwachen. Hier wurden besonders robuste Analogkameras in staubgeschützten Gehäusen montiert, die per Videoserver netzwerkfähig sind. In den Steuerleitständen der beiden Tunnelbohrmaschinen wurde jeweils ein Überwachungsbildschirm montiert, der zwölf Kamerabilder mit einer Geschwindigkeit von 25 Bildern pro Sekunde anzeigt. Eine weitere Kamera sitzt am Heck der Maschine mit Blick in Richtung Tunnelausgang.

Die Feuerwehr greift über einen eigenen Leitstand auf das Bildmaterial zu und ist mit den Daten aus der Personenerfassung, die auf einem zweiten Rechner läuft, über die Lage und die Anzahl der Personen im Tunnel informiert. Die Überwachung der Förderbänder innerhalb und außerhalb der Tunnel bis zum Steinbruch trägt wesentlich zur Prozessoptimierung bei. Alle kritischen Positionen, wie die Übergabestellen des Ausbruchmaterials zwischen den einzelnen Förderbändern, werden per Kamera rund um die Uhr vom Personal im Auge behalten.

Das Ausbruchmaterial fällt hier durch Trichter auf das weiterführende Band, wobei sich das Material je nach Beschaffenheit stauen und der Trichter überlaufen kann. Auf diese Störungen muss schnell reagiert werden. Ohne Kameras müssten zwei Personen – sog. "Läufer" – das Band ständig vor Ort überprüfen. Weitere Leitstände sind im Büro des Elektromeisters, des Tunnelbauleiters und der Maschineningenieure der ARGE Katzenbergtunnel eingerichtet. Sie sehen sowohl alle Kamerabilder als auch die Kameraposition auf einem Lageplan und können jedes Bild sofort einem bestimmten Ort zuordnen. Mit diesem System sind alle betroffenen Personen ohne Umwege über das Geschehen auf der Baustelle informiert und können bei Bedarf die notwendigen Maßnahmen direkt einleiten.

Mit einer kurzen Schulung lernten die Mitarbeiter der ARGE Katzenbergtunnel die Funktionen der SeeTec Videoüberwachungssoftware kennen. Die Inbetriebnahme und die Fernwartung des Systems übernahm vi2vi. Bei Problemen mit den Kameras kann per Fernwartung eine Diagnose vorgenommen und der Fehler behoben werden. Nur bei Störungen an der Hardware muss ein Mitarbeiter vor Ort sein.

Vorteil IP-Technologie

Thomas Kunz, Geschäftsführer von vi2vi, meint über das Projekt: „Telekommunikation, Personenerfassung und Videoüberwachung wurden komplett in einem IP-basierten Konzept realisiert. Dabei legten wir Wert darauf, nicht nur einzelne Kameras anzubieten, wie zuerst angefragt, sondern ein komplettes Video- und Sicherheitssystem mit Personenortung auf RFID Basis.“

Bilder können damit nicht nur live betrachtet, sondern auch archiviert und anhand von Suchkriterien wieder gefunden werden. Funktionen wie Alarmierung, Motion Detection und Lageplan ergänzen die Software. Außerdem können unterschiedliche Kameratypen innerhalb dieses Systems vereint werden, wie es auf der Katzenbergtunnel Baustelle notwendig war. „Wir installieren seit 1999 SeeTec Videosysteme. Aufgrund der hohen Ausfallsicherheit und Leistungsfähigkeit hat sich diese Lösung bewährt“, ergänzt Thomas Kunz.

Roberto Piacentini freut sich über die neue Videolösung: „Gegenüber vorherigen Projekten haben wir jetzt den Vorteil, alle Bilddaten zentral betrachten und speichern zu können. Dass wir die Videoüberwachung problemlos in unsere Netzwerkstruktur integrieren konnten, verdanken wir der moderneren IP-Technologie.“

 

KONTAKT

Elisa von Auenmüller
SeeTec Communications GmbH & Co. KG, Philippsburg
Tel.: 07256/80 86 0
Fax: 07256/80 86 15
info@seetec.de
www.seetec.de

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