Komplettpakete und Fach-Dienstleister, Cloud-Anbieter und Sprachsteuerung

Welcher Smart-Home-Typ sind Sie? Der Technik-Freak, dem keine Technik neu oder komplex genug sein kann? Der Technik-Muffel, der spätestens beim Videorekorder ausgestiegen ist? Oder liegen Sie irgendwo dazwischen – gutinformiert, aber ohne das nötige handwerkliche Geschick: Wenn Se sich in letztere Kategorie einsortieren, dürfte Sie interessieren: Sie sind nicht allein.

Paket-Lösungen für den Heim- oder Kleinbetriebsbedarf gibt es inzwischen sehr viele: Alarm, Video, Rauchmelder und Wassermelder – alles von einem Anbieter.

Der Vorteil dabei ist zunächst einmal, dass deren einzelne Bestandteile alle zusammenpassen und also nach Bedarf ohne weiteres erweiterbar sind – Probleme mit Standards die einander nicht grün sind, können gar nicht erst aufkommen.

Es gibt außerdem Smart-Home-Anbieter, die konkrete Hilfe beim Installieren ihres eigenen Systems anbieten: Hier wäre beispielsweise Innogy zu nennen mit seinen Service-Paketen. Hier können Sie einen „Innogy-Friend“ buchen, der ihnen kostenpflichtig Ihre Smart-Home-Zentrale anschließt, Apps installiert, Komponenten aufbaut und sogar Szenarien konfiguriert.

Ähnliches hat die Deutsche Telekom im Programm: Nach Zeitaufwand berechnet können Sie einen persönlichen Installateur für das „Magenta Smart Home“ buchen. Er richtet Ihnen vor Ort die Home Base und die Smart-Home-App ein, montiert Geräte und weist Sie in die einzelnen Funktionen ein.

Service vom Fachmann
Je individueller die Vorstellungen für Ihr Smart Home-System ausgefeilt sind, desto eher erreichen Sie die Grenzen des haushaltsüblichen handwerklichen Geschicks. Zwar können Sie ganz ohne Heizungsinstallateur Ihrem Heizkörperthermostat Intelligenz beibringen und damit signifikante Ersparnisse erzielen. Auch den Elektroinstallateur brauchen Sie nicht, wenn Sie eine per Funk betriebene Kamera an die Wand schrauben. Allerdings haben Sie dann auch keine Unterstützung, wenn irgendetwas nicht ordnungsgemäß läuft. Dafür gibt es inzwischen spezialisierte Fachbetriebe – sicher auch in Ihrer Nähe.

Einen Sicherheitsfachmann zu beauftragen, der ein durchdachtes System vorschlägt und fachgerecht in Betrieb nimmt, kann sehr sinnvoll sein. Er kennt sich idealerweise mit allen Aspekten Ihres Smart-Heims aus – von Kamera und Schließsystem über die Lichtsteuerung bis hin zu Heizung und Waschmaschine. Es gibt auch Allianzen zwischen Handwerkern unterschiedlicher Fachgebiete. Sie haben den Vorteil, herstellerunabhängig gerade Ihren spezifischen Bedarf perfekt abdecken zu können.

Mancher Vermieter und manche Wohnbaugesellschaft wird hier übrigens die Chance erkennen, selbst einen entsprechenden Service für Gebäude mit mehreren oder vielen Wohneinheiten anzubieten. Es sind Kostenersparnisse für alle Beteiligten möglich – bei Betrieb und Wartung gleichermaßen. Ein gemeinsames System anstelle vieler Einzellösungen der einzelnen Parteien macht vieles einfacher.

Heiter und wolkig – die Cloud
Die allermeisten Smart-Home-Anbieter schicken die Daten in ihre herstellereigene Cloud, wo aus sie sofort oder später analysiert werden können, auch wenn Sie unterwegs sind. Dazu braucht man eine solide DSL-Verbindung. Bei der Telekom heißt der Speicherort „Mediencenter“; wenn Sie zur Apple-Community gehören, steht Ihnen die „iCloud“ zur Verfügung. Bei Sony gibt es den Cloud-Dienst „Playmemories“. Die Dropbox oder Google Drive tun‘s unter Umständen aber auch, wenn Ihr System die Dateien dorthin hochladen kann. Hier ist aber anzumerken, dass es derzeit noch Verbesserungspotenzial gibt, was die Benutzerfreundlichkeit dieser Dienste betrifft, soweit es um Videodaten geht.

Smart-Home-Pakete von bestimmten Herstellern werden viele bevorzugen – diese nutzen ihre eigene Cloud, an die Ihre System dann angeschlossen ist, damit man es überhaupt vollumfänglich verwenden zu können.  

Wem die Cloud doch zu wolkig ist, kann mit einem Anbieter arbeiten, der ohne Cloud arbeitet. Die Devolo Home Control etwa speichert die Daten zu Hause – und auch wenn man die Internetverbindung abschaltet, können alle eingerichteten Szenarien gesteuert werden. Wer sich allerdings ganz abkapselt, kann das Devolo-Smart-Home nicht mehr von extern, also von unterwegs aus, steuern und konfigurieren.

Einen konsequent anderen Weg beschreitet man bei Lupus Electronics. Dort bleiben alle Daten zu Hause. Dritte, auch der Hersteller, haben generell keine Möglichkeit auf Ihre Daten zuzugreifen und sie auszuwerten. Zwischen Smartphone und Zentrale wird eine gesicherte, direkte Datenverbindung aufgebaut – Sie kommunizieren mit Ihrem Smart-Home also von der Arbeit aus oder im Urlaub ohne jede Zwischenstation bei einem fremden Server. Falls die Internetverbindung mal ganz ausfällt, werden Alarme der Smart-Home-Systems per Mobilfunk gesendet.

Eine andere Möglichkeit, der praktisch immer nötigen Verknüpfung mit der Smart-Home-Hersteller-Cloud ist der Eigenbau – das ist sicherlich eher etwas für den eingangs skizzierten Technik-Freak. Anleitungen finden sich aber im Internet.

Berichte von gehackten Smart-Homes liest man hin und wieder: Es sind aber meist Experten, die es darauf anlegen. Ein reales Problem der Praxis ist das freilich nicht. Neben einem hinreichend sicheren Passwort hilft es, die Seriennummer Ihres Smart-Hubs – also der Zentrale, die mit allen Ihren Geräten kommuniziert und sie ­steuert – niemandem zu verraten. Auch ein Second-Hand-Smart-Home-Gerät kaufen Sie im Zweifel lieber nicht. Es könnte immerhin Übelmeinenden präpariert sein.

Sprachsteuerung
Mit Smart-Speakern wie Alexa, Google Home, Google Home Mini Smart Speaker oder Home Pod von Apple können auch vernetzte Smart-Home-Geräte per Sprachbefehl gesteuert werden. Der Smart Speaker hört immer mit – und führt knapp gesagt bestimmte Befehle aus. Auch Geräte von Drittanbietern steuern – dafür müssen diese ihre Produkte mit „Skills“ versehen. Die Zahl der Geräte die sich so einbinden lässt, wächst – Beispiele gibt es etwa bei dem Angebot der Telekom, bei Bosch, bei RWE (innogy) oder bei Devolo.

Die Einrichtung ist sehr einfach – man folgt einer üblichen Routine wie bei jedem Gerät aus der Welt des Internets der Dinge.

Es ist aber noch längst nicht etwa so, dass der Besitzer einer Alexa oder eines Google Home sämtliche Smart-Home-Geräte ohne weiteres steuern könnte. Das gilt jedenfalls für die Ausnutzung der Funktionen: Von einer vollgültigen Sprachsteuerung kann ja nicht die Rede sein, wenn man die Geräte per Sprachsteuerung höchstens ein- und ausschalten kann. Allerdings wird die nächste Zukunft hier sicher noch erhebliche Fortschritte mit sich bringen – jede bessere Entwicklungsabteilung befasst sich mit dem Thema.

Was Privatsphäre und Datenschutz angeht: Wer mit einer Sprachsteuerungseinrichtung spricht, wird aufgezeichnet. Die Audiodatei mit Ihren Befehlen wird gespeichert – in der Regel in einer Cloud, also außerhalb Ihres smarten Homes. Bei Amazon kann zum Beispiel kann man diese Aufzeichnungen aber unter „Sprachverwaltung“ manuell löschen.

Generell gilt: Wo mit Daten hantiert wird, entstehen Begehrlichkeiten – etwa von Hackern. Die gibt es weltweit und trotz unserer sehr hohen Sicherheitsstandards auch in Deutschland. Nun gehören Rechenzentren allerdings auch zu den am besten gesicherte Gebäuden im Land – gegen Attacken von außen als auch von innen. Der eigentliche Schwachpunkt im ganzen Telekommunikationsnetz sind wir, die Benutzer. Von Malware, Trojaner und Viren verstehen wir meist eher wenig. Backups, Firewall und Softwareaktualisierung vernachlässigen wir gerne mal.

Wenn nun demnächst vermehrt Heizung, Rollladen und Waschmaschine ans selbe Netz wie PC und Tablett angeschlossen werden, eröffnen sich für Hacker ganz neue Spielplätze. Dem sollten Sie vorbeugen, indem Sie sicherstellen, dass das Produkt gegen Datenspione und andere nerdige Spaßvögel geschützt ist. Skeptisch sollten Sie werden, wenn das jeweilige Produkt als Hardware in Ihrem Netzwerk ohne weiteres für alle sichtbar und ohne Passwort zugänglich ist.

Insgesamt ist zu empfehlen, dem Thema Sicherheit Ihres Smart-Homes genauso viele Gedanken zu widmen wie dem Thema Komfort. Das betrifft die Auswahl der Sensoren und Produkte sowie deren Verteilung im Haus ebenso wie die Entscheidung für einen zuverlässigen Netz-
provider.

Die Kosten
Pakete mit einer Basisausstattung sind für etwa 200 bis 300 Euro erhältlich. Wollen Sie mehr, dann zeigt der Taschenrechner möglicherweise schon eine erkleckliche Summe an. Hinzu kommen Komfortpakete mit Heizungssteuerung, Rollladensteuerung sowie Rauch- oder Gasmeldern, elektronischen Schließzylindern oder Wettersensorik. Hier drängen sich bald mehrere Gewissensfragen auf: Lieber ein paar schöne neue Sachen für den Kleiderschrank – oder eine Aufrüstung der Sicherheitstechnik bis unters Dach? Und dann: Eine Paketlösung vom Komplettanbieter – oder lieber eine individuelle Lösung?

Im Prinzip können Sie Ihr neues Smart Home-Sicherheitssystem günstig und nach individuellem Bedarf zusammenstellen, wenn Sie alle Komponenten selbst auswählen und besorgen, am richtigen Ort installieren sowie alles – inklusive der dazugehörigen Apps – einstellen. Wenn Sie technisch versiert oder zumindest interessiert sind, spricht nichts dagegen. Das Restrisiko, eventuell teures Lehrgeld bezahlen müssen, besteht natürlich – je nach Umfang und Komplexität Ihrer Anforderungen. Abgesehen davon, steht Ihnen ein reichliches Angebot vieler Hersteller zu Gebote.

Sicherheit im Paket
Wer es sich einfach machen will, entscheidet sich für ein Komplettpaket. Der Vorteil: Sie müssen sich keine Sorgen um die Kompatibilität der Einzelkomponenten machen und kaufen eine Plug-and-play Lösung.

Alles aus einer Hand.
Entscheiden Sie sich für den Fachhändler, haben Sie gleichzeitig einen Berater in Sachen Smart Home. Er setzt Ihre Smart-Wünsche durch ausgesuchte Systemkomponenten um.

Do-It-Yourself.
Hunderte smarter Einzelgeräte sind bereits auf dem Markt – damit können Technikbegeisterte ihr eigenes System nach Maß entwerfen.

Checken Sie Ihren Bedarf

  • Definieren Sie genau Ihre Erwartungen an das System bezüglich Sicherheit, Komfort und Kosten.
  • Fragen Sie sich selbst, wie technikfern oder technikaffin Sie sind. Je nach Ergebnis dieser Selbsteinschätzung recherchieren Sie nach Komponenten, Fachinstallateur oder Full-Service-Providern.
  • Berücksichtigen Sie nicht nur aktuelle, sondern auch künftige Bedürfnisse – und wählen Sie ggf. entsprechend ausbaufähige Technik.

Überzeugen Sie sich davon, dass Ihre Verbindung zum Telekommunikationsnetz zuverlässig und sicher ist.

  • Sorgen Sie selbst für Datensicherheit: Vergeben Sie komplizierte Passwörter; nehmen Sie notwendige Änderungen an Router und/oder Firewall vor; Aktivieren Sie die Verschlüsselung der Funkverbindungen; Verwenden Sie keine Dritten zugängliche Geschäfts-PCs oder -Laptops.

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