HSS: Intelligente Zaunsysteme für die JVA Wuppertal

HSS: Intelligente Zaunsysteme für die JVA Wuppertal. In der Justizvollzugsanstalt Wuppertal gab es seit dem Bezug im Jahr 1980 noch keine erfolgreichen Ausbruchversuche zu verzeichnen. Wie alle anderen Anstalten in Nordrhein-Westfalen (NRW) musste aber auch diese Einrichtung sich einer neuen Sicherheitsbetrachtung des Justizministeriums unterwerfen. Und als eine der Ersten wurde sie kräftig nachgerüstet. Die intelligenten Zaunsysteme kamen von HSS.

Eigentlich würde man glauben, eine 5 m hohe Betonmauer und genügend Wachpersonal reiche aus, um Strafgefangene dort zu halten, wo sie hingehören. Solcherlei Einschätzungen treffen aber wohl doch eher Laien, die schon beim äußeren Anblick einer Justizvollzugsanstalt (JVA) unter Beklemmungen leiden. So auch bei der JVA Wuppertal, deren dunkle Betonmauern und futuristisch anmutenden, anscheinend an die Außenmauern angeflanschten, stählernen Wachkanzeln den Eindruck einer persönlichen Bedrohung hervorrufen.

Die neue Sicherheitsbetrachtung der JVA zählt zum aktuellen Konzept des Justizministeriums für alle Einrichtungen, erläutert Ralf Peplies, in Wuppertal Leiter der Bauverwaltung. „Dabei stellte man aber weniger die alten Sicherheitskonzepte in Frage, sondern wollte viel mehr neue Techniken und Materialien effektiv nutzen, um vor allen Dingen das Wachpersonal zu entlasten.“ Denn, dass derartige Einrichtungen sehr personalintensiv betrieben werden, fällt im direkten Vergleich auf: In der für 514 Haftplätze vorgesehenen JVA sind 260 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 200 im Vollzug.

Personelle Entlastung und Arbeitserleichterung

„Legt man das Beispiel unserer mittlerweile außer Betrieb genommenen Außenkanzeln zugrunde, so treten die Vorteile beim Verwenden neuer, innovativer Techniken deutlich hervor. Während früher zwischen 24 und 26 Mitarbeiter für alle vier Kanzeln rund um die Uhr im Einsatz waren, konnten mit der Umsetzung des neuen Konzeptes allein zwölf anderweitig verplant werden. Bleiben 12 – 14 Beschäftigte, die für den Dienst in der neuen Sicherheitszentrale eingeteilt werden.

Das war nicht nur personell eine unglaubliche Verbesserung, es erleichtert auch den Kollegen ihre nun wirklich nicht einfache tägliche Arbeit doch merklich.“ Peplies bisherige Bilanz ist ausgesprochen positiv.

Das neue Sicherheitskonzept wirkt übrigens von innen. Parallel zur Außenmauer wurde im Abstand von 4 m (Trasse für die mobile Überwachung) ein 4,50 m hoher Sicherheitszaun aus Streckmetallelementen mit einer Maschenweite von 31 x 76 mm errichtet. Den oberen Abschluss bilden 1 m hohe, nach innen gerichtete Abweiserelemente (mit integriertem Detektionssystem) aus dem gleichen Material. Zusätzlich sorgen 1 m durchmessende S-Drahtrollen aus Edelstahl, deren Federstahlkern Zugfestigkeiten bis zu 1.400 Newton pro Quadratmillimeter widersteht, durch ihre innen liegende Montageposition für einen nahezu unüberwindbaren Übersteigschutz.

Zaundetektion und Videoüberwachung

Soweit die mechanische Komponente, die zusätzlich durch ein Zaundetektions- und ein Videoüberwachungssystem elektronisch ergänzt wird. „Während wir naturgemäß mit der massiven mechanischen Ausführung keinerlei Probleme hatten, stellten die oftmals extremen Witterungsbedingungen hier im Bergischen Land die Feinabstimmung der elektronischen Komponenten durchaus vor einige Probleme. Plötzlich auftretende Windböen, Schneelasten oder Hagelschlag verursachten bei der Zaundetektion eher geringere Abstimmungsschwierigkeiten, forderten jedoch die Techniker beim Videosystem enorm“, so Peplies.

Während Hochleistungsstrahler permanent den gesamten Zaun- und Mauerbereich ausleuchten, schalten sich die Videokameras nur bei entsprechendem Detektionsalarm zu. Dabei erscheint jeweils der Zaunausschnitt auf den Videobildschirmen der Überwachungszentrale, an dem eine Manipulation erfolgt. Das sog. Feintuning erforderte von den Elektronikspezialisten hier sehr viel Fingerspitzengefühl, damit nicht gleich jede Windböe für eine Alarmsituation sorgt. Die Abstimmungsarbeiten haben mehrere Wochen in Anspruch genommen, bevor sich die Verantwortlichen sicher sein konnten, das Maximum erreicht zu haben. Auch wenn man hin und wieder bei bestimmten Witterungsbedingungen Fehlermeldungen besonders sorgfältig analysieren muss.

Generell ist mobiles Personal schnell vor Ort, sollte ein Alarm erfolgen. Die in der Sicherheitszentrale tätigen Mitarbeiter können ihre Kollegen gezielt in den Abschnitt schicken, in dem ein Vorfall vermutet wird. „Unerwartet problemlos gestaltet sich die Einbindung von Zaundetektion und Videoüberwachung in unsere zentrale Software.“ Der Leiter der Bauverwaltung war positiv überrascht, dass Schnittstellenprobleme heutzutage wohl eher der Vergangenheit angehören, zumindest wenn kompetente Unternehmen für derartig sensible Objekte den Zuschlag erhalten.

Professionelle Zusammenarbeit

„Die Zusammenarbeit zwischen dem Generalunternehmer Bosch und HSS als Lieferant von Zaun- und Detektionssystem lief insgesamt hervorragend.“ Peplies attestiert beiden Unternehmen Professionalität. Dabei war mit der Errichtung des Zaunsystems noch lange nicht Schluss, denn die örtlichen Gegebenheiten erforderten eine ganze Reihe von Sonderlösungen, die vor allen Dingen HSS mit hoher Kompetenz löste.

So konnte der innere Zaun nicht parallel an der gesamten Anstaltsmauer entlang errichtet werden. Denn es gibt insgesamt drei unterschiedliche Sicherheitsbereiche, wobei der sog. Arbeits- und Abfertigungsbereich für autorisierte Gefangene im Rahmen ihrer Arbeit durchaus zugänglich ist. Daraus resultieren längere Mauerabschnitte, die nicht zusätzlich durch den Zaun gesichert werden. Hier wurden die Mauerkronen einerseits mit S-Drahtrollen (mit einem Meter Durchmesser und Detektion) als Übersteigschutz vor und außerdem direkt mit S-Drahtrollen (einen Meter Durchmesser) auf der Mauerkrone gesichert. Entlang der Mauer wurden außerdem Videokameras installiert.

Sowohl der Arbeits- und Abfertigungsbereich, als auch das große Sportareal auf dem Gelände der JVA erforderten zusätzliche Dachsicherungen, die überwiegend mit S-Drahtrollen ausgeführt wurden. Insgesamt wurden 350 laufende Meter Streckmetallzaun, 300 laufende Meter Mauerkronensicherung und ebenfalls rund 300 m Dachsicherung in unterschiedlichen Ausführungen installiert.

Darüber hinaus wurde in die Zaunanlage ein 8 m breites und 5 m hohes Schiebetor integriert. Als Unterkriechschutz erhielten die zur Mauer hin errichten Zaunelemente bis zu 1 m tiefe und 0,5 m breite Schachtungen, in die Betonfertigteile eingelassen wurden. Sowohl Übersteig- als auch Unterkriechversuche dürften in Wuppertal zukünftig selbst für Kletterspezialisten mit alpiner Ausrüstung von vornherein zum Scheitern verurteilt sein.

 

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