GIT SICHERHEIT im Interview mit Eyevis-CEO Christian Massmann

  • Eyevis-CEO  Christian MassmannEyevis-CEO Christian Massmann

Christian Massmann ist seit Oktober 2014 CEO von Eyevis. GIT SICHERHEIT sprach mit ihm über seine strategischen Pläne, über die Akquisition von Teracue und Stino sowie über aktuelle Visualisierungstechnologien für Sicherheitsanwendungen.

GIT SICHERHEIT.de: Herr Massmann, Sie haben in Ihrer beruflichen Laufbahn in der internationalen Broadcast- und Digitalbranche gearbeitet. Sie waren unter anderem Weltvertriebschef des ZDF und Geschäftsführer verschiedener Produktions-, Digital und Vermarktungsunternehmen einer der größten europäischen Mediengruppen. Im Oktober vergangenen Jahres haben Sie nun die Geschäftsführung der Eyevis Group übernommen. Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe?

Christian Massmann: Gemeinsamer Nenner sind die Leidenschaft für Technologie, internationales Projektgeschäft, der Aufbau multinationaler Vertriebseinheiten, die audiovisuelle Branche und der Anspruch der Eyevis Group, für ihre Kunden perfekte visuelle Lösungen zu entwickeln. Unser Ziel ist, dass unsere Kunden einfacher, flexibler und erfolgreicher arbeiten können. Letztlich dienen die von unseren Ingenieuren und Produktmanagern entwickelten Technologien und Produkte nur dem Zweck, Plattformen zu schaffen, mit denen unsere Kunden Inhalte verlässlich und sicher transportieren und darstellen können und die ein perfektes Arbeitsumfeld bieten. Die Arbeit in einer Eyevis-Umgebung soll Freude bereiten, intuitiv und von höchster Qualität sein und die Konzentration auf das Wesentliche ermöglichen.

Was zeichnet Eyevis nach Ihren ersten Erfahrungen im Unternehmen aus?

Christian Massmann: Die Eyevis Group hat ein enormes Potenzial. Wir können in allen Marktsegmenten - Kontrollräume und Leitwarten, AV und Broadcast, Virtual Reality und Simulation hervorragende Lösungen engineered in Germany anbieten. Wir arbeiten mit Hochdruck an Produktinnovationen. Zwei aktuelle Beispiele aus dem Bereich Kontrollräume und Leitwarten: Die neuen Eyevis Slim-Cubes bieten bewährte Rückprojektionstechnologie mit der weltweit geringsten Tiefe im Cube-Markt.

Dies ermöglicht einen extrem flexiblen Einsatz - auch in Umgebungen, in denen dies vorher nicht möglich war. Das zweite Beispiel sind IP-basierten Videowände in Verbindung mit Streaming-Technologie von Teracue Eyevis. Sie ermöglichen den Aufbau und Betrieb von Kontrollräumen und Leitwarten auf Grundlage von IP-Netzwerken. Dies macht die Arbeit schneller, sicherer, flexibler und damit einfacher. IP-basierte Videowände sparen zudem Energie und lassen sich so kostengünstiger, ressourcenschonender und nachhaltiger be­treiben. Hinter diesen Produktinnovationen steckt immer auch die Philosophie, kompromisslos kundenorientiert zu arbeiten. Wir entwickeln Produkte, um Kundenprobleme zu lösen, nicht das eines Entwicklers oder Produktmanagers.

Ihr Unternehmen hat in diesem Jahr mit zwei Akquisitionen auf sich aufmerksam gemacht: Teracue Eyevis und Stino Eyevis. Könnten Sie uns noch einmal kurz sagen, wie sich diese Entscheidungen in die Strategie Ihres Unternehmens einfügen?

Christian Massmann: Wir haben das Ziel, einer der weltweit besten Anbieter professioneller Visualisierungslösungen zu werden. Wir wollen unseren Kunden in sehr unterschiedlichen Märkten perfekte Komplettlösungen bieten. Jedes Unternehmen der Gruppe ist für sich ein Experte mit hohem Know-how für seinen jeweiligen Marktbereich, mit einer großen Innovationsstärke und Leidenschaft für die eigene Arbeit. Bei den Kompetenzen gibt es aber auch große Schnittmengen. Aus diesem Grund sind die Übernahmen von hoher Relevanz für unsere Kunden. Wir bündeln Ressourcen in der Produktentwicklung und im Vertrieb und bieten noch rundere Lösungen an. Teracue Eyevis ist Experte für Streaming-Lösungen. Die Übertragung von Kamera- und Prozess-Signalen über Standard-IP-Netzwerke wird immer bedeutender für unsere Kunden. Bei den steigenden Anforderungen an die Komplexität von Kontrollräumen und Leitwarten spielt die Signalübertragung eine zentrale Rolle. Unsere OPS-LCD-Displays können dank der integrierten Processing-Units direkt an IP-Netzwerke angeschlossen werden. Hinzu kommen unsere Eyecon-Videowand-Steuerungssoftware mit Metawall-Funktionalität, das EPU-Wall-System und unser Netpix Grafik-Controller mit integriertem IP-Decoder-Board. Durch die Verknüpfung mit den Teracue-Lösungen können wir noch mehr bieten. Wir erweitern unsere Kompetenz im Bereich der Streaming-Lösungen sowie bei der Signalübertragung über Standard-IP-Netzwerke. Wir festigen damit unsere Position als Komplettanbieter nicht nur von hochwertigen Visualisierungs-Lösungen, sondern auch von intelligenten Vernetzungs-Lösungen. Stino Eyevis wiederum ist ein ausgewiesener Experte für einfach und flexibel einsetzbare Software für die Bereiche Digital Signage, Retail und Out-of-Home-Werbung. In Verbindung mit unserem hochwertigen Displayportfolio können wir unseren Kunden damit höchst performante, wirtschaftlich interessante und intuitiv bedienbare Präsentationslösungen bieten.

Verschiedene Visualisierungstechniken sind ja bei Ihnen vertreten - neben Cubes bieten Sie LCD- und LED-Lösungen an. Wie wird sich das Nebeneinander verschiedener Technologien künftig weiterentwickeln?

Christian Massmann: Es ist nur schwer möglich, eine definitive Aussage darüber zu treffen, ob eine der genannten Technologie eine der anderen in fünf Jahren abgelöst haben wird oder nicht. Alle Technologien haben derzeit ihre Daseinsberechtigung. Jede eignet sich für ganz bestimmte Anwendungsfelder und für unterschiedliche Budgets. Unser Anspruch ist ja gerade, maßgeschneiderte, auf das individuelle Kundenbedürfnis und die jeweiligen Budgets zugeschnittene Lösungen anzubieten. Sicher verfügen LED-Wände derzeit über eine unvergleichliche Strahlkraft im Markt. Mit geringer werdenden Pixelabständen werden sie auch immer interessanter für hochauflösende Videowände in Kontrollräume und Leitwarten. Aber auch hier gilt: Nicht für jeden Anwendungsfall und jedes Budget ist LED immer die beste Option. 4K/Ultra HD-LCDs im Großformat von 70 bis 98 Zoll sind eine interessante und steglose Alternative zu 2x2 LCD-Wänden. Mit Touchsystemen ausgestattet und in Besprechungs- und Konferenzräumen oder sogenannten Warrooms eingesetzt, ermöglichen sie ein erstklassiges, kollaboratives Arbeitserlebnis.

Wo eigenen sich Cubes am besten?

Christian Massmann: In allen Situationen, in denen hervorragende Bildqualität - insbesondere auch bei einem hohen Maß an statischen Bildinhalten - sehr hohe Verlässlichkeit und einfache Wartung gefordert sind, führt kaum ein Weg an Cubes vorbei. Erst recht nicht, wenn der Kunde auf eine intuitiv handhabbare Kalibrierung und eine perfekt planbare Wartung Wert legt. Unser integriertes Auto-Colour-Tracking ermöglicht eine automatische Überwachung der LED-Beleuchtung der Cubes. Da kleinste Abweichungen registriert werden, kann eine Wartung frühzeitig geplant und problemlos in interne Abläufe eingepasst werden.

Sie haben ja auch noch die Rückprojektions-Module Omnishapes im Portfolio?

Christian Massmann: Ja. Das ist das weltweit einzige Produkt, mit dem sowohl konkave als auch konvexe Videowände bei exzellenter Bildqualität installiert werden können. Es gibt nicht nur im kreativen Bereich Anwendungsfälle, in denen Kunden genau diese Flexibilität wünschen. Meine Prognose ist daher: Zumindest in den nächsten fünf Jahren werden alle Technologien ihre Existenzberechtigung haben.

Viele Sicherheits-Leitstände und Control-Rooms arbeiten ja mit Eyevis-Monitoren. Wie sieht es hier mit dieser Entwicklung aus?

Christian Massmann: Der Markt verlangt hier mehr und mehr Komplettlösungen, die genau auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Kontrollraumes oder der jeweiligen Leitwarte zugeschnitten sind. Hochwertige Videowand- und Display-Systeme wie steglose Rückprojektions-Cubes und LCD-Displays mit LED-Backlight für hohe Helligkeit, Full HD-Auflösung, eine brillanten Farbdarstellung und eine 24/7-Fähigkeit sind heutzutage ein Standard. Es kommt auf eine funktionierende Komplettlösung an: von der Signalübertragung, über die Signalverarbeitung und Flexibilität in der Kontrollraumgestaltung bis hin zur individuell angepassten Visualisierung. Kompatibilität ist auch sein sehr wichtiger Punkt. Deshalb haben wir unsere Lösungen für die Signalübertragung und -verarbeitung nach dem ONVIF Profile S-Standard zertifizieren lassen und garantieren so die Kompatibilität mit über 2.500 IP-Kamerasystemen unterschiedlicher Hersteller. Zudem haben wir Schnittstellen zwischen unserer Videowandsteuerungssoftware Eyecon und Videomanagement-Systemen von Bosch, Genetec und SeeTec geschaffen. So haben wir die Integration und Anwendung der AV-Technik in Kontrollräumen und Leitwarten stark vereinfacht.

Herr Massmann, was wird es im Laufe des Jahres 2015 noch Neues geben aus Ihrem Hause?

Christian Massmann: Kundenorientierung und Innovationskraft sind für uns das Maß aller Dinge. Daher werden wir 2015 noch leidenschaftlicher an exzellenten Visualisierungslösungen für unsere Kunden arbeiten. Auf einer der wichtigsten Branchenmessen, der Integrated Systems Europe in Amsterdam im Februar 2015 werden wir wieder viele Neuheiten präsentieren. Wir werden die Slim-Cube-Familie um neue Auflösungen und Display-Größen erweitern. Ebenso werden wir Neuentwicklungen in unserem LED-Modul-Portfolio präsentieren und unsere erweiterte 4K/Ultra HD-Produktrange zeigen. Im Bereich Signalübertragung präsentieren wir zudem Neuentwicklungen im Bereich der Steuerungssoftware und der Übertragung von 4K-Videodaten. Mehr möchte ich noch nicht verraten - es muss ja spannend bleiben.

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eyevis Gesellschaft für Projektions- und Großbildtechnik mbH
Hundsschleestr. 23
72766 Reutlingen
Germany
Telefon: +49 7121 43303-0
Telefax: +49 7121 43303 22

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