Unternehmenskritische IT-Infrastruktur: Rittal Micro Data Center im Einsatz bei B. Braun

  • Das Rittal Micro Data Center schafft auf Rack-Ebene eine speziell gesicherte Umgebung für den ausfallsicheren Betrieb unternehmenskritischer IT-SystemeDas Rittal Micro Data Center schafft auf Rack-Ebene eine speziell gesicherte Umgebung für den ausfallsicheren Betrieb unternehmenskritischer IT-Systeme
  • Das Rittal Micro Data Center schafft auf Rack-Ebene eine speziell gesicherte Umgebung für den ausfallsicheren Betrieb unternehmenskritischer IT-Systeme
  • Werner Mielenbrink, Leiter der Medienversorgung bei B. Braun: "Mit dem Micro Data Center von Rittal ­haben wir eine Lösung gefunden, um auch ohne komplizierte Baumaßnahmen ein sicheres und redundantes Rechenzentrum zu betreiben"
  • Für die Überwachung des Gesamtsystems setzt B. Braun auf die ­Monitoring-Lösung CMC von Rittal
  • Die Kühlung der Serverschränke erfolgt über das integrierte Split-Klimagerät LCU DX (Liquid Cooling Unit) von Rittal mit Außeneinheiten
  • Die Sicherheitsfunktionen des Rittal Micro Data Center sorgen dafür, dass im Fall eines Feuers die garantierten Brandschutzwerte von 90 Minuten nach DIN 4102 (F90) eingehalten werden

Die IT-Experten bei B. Braun, einem der weltweit führenden Hersteller von ­Medizintechnik- und Pharma-Produkten, standen vor einer echten Herausforderung. Eine neue hochmoderne Fertigung am Standort Glandorf nämlich verlangte den schnellen Ausbau der IT-Infrastruktur vor Ort. Dies sollte ohne größere Bauarbeiten oder die Ertüchtigung von Räumen möglich sein.

Die Lösung liefert schließlich Rittal mit dem Micro Data Center. Dieses schafft auf Rack-Ebene eine speziell gesicherte Umgebung für den ausfallsicheren ­Betrieb unternehmenskritischer IT-Systeme. Für eine automatisierte ­Produktion nach Industrie 4.0 liefert das Konzept die notwendige Ausfallsicherheit und Modularität, um flexibel das Unternehmenswachstum zu ­unterstützen.

In endlosen Reihen bewegen sich die Infusionsbehälter Ecoflac durch die Produktionshalle, penibel überwacht durch automatische Sensoren. Rund 50 Millionen Euro investierte B. Braun in diese voll automatisierte Fertigungsstraße am Standort Glandorf. Im Vorfeld war zu entscheiden, wo die IT-Systeme aufgebaut werden sollten, die rund um die neue Produktionslinie benötigt werden: Sollte das bestehende Rechenzentrum in der Firmenzentrale in Melsungen die zusätzlichen Aufgaben übernehmen oder war eine neue IT-Infrastruktur am Produktionsstandort sinnvoller? Welche Voraussetzungen müssten hier gegeben sein? Schließlich entschieden sich die Verantwortlichen, am Standort Glandorf die IT auszubauen.

„Mit Einzug von immer mehr IT in die Produktionsumgebung benötigen wir eine leistungsfähige IT-Umgebung vor Ort“, macht Werner Mielenbrink, Leitung Medienversorgung bei B. Braun, deutlich. Gesucht war eine Lösung zum Aufbau eines Rechenzentrums, die sich ohne bauliche Maßnahmen oder langwierige Planung schnell und sicher realisieren lässt.

Gesundheitsvorsorge für eine kräftige IT
Die IT-Experten bei B. Braun in der Niederlassung Glandorf machten sich daher intensiv Gedanken, wie sie ihre IT-Landschaft ausbauen und gleichzeitig ausfallsicher gestalten können. Auf Ebene der IT-Komponenten sollte eine stärkere Virtualisierung dazu beitragen, Anwendungen und Systeme zu konsolidieren und somit IT-Ressourcen flexibler einsetzen zu können.

Für die Server war es notwendig, einen geeigneten Standort zu finden und diesen gegen Fremdzugriff zu sichern sowie eine Hochverfügbarkeit der Lösung zu realisieren. Nur durch unterbrechungsfrei arbeitende IT-Systeme wird auch eine kontinuierliche Produktion rund um die Uhr ermöglicht.

Automatisierung senkt den Blutdruck
Wie wichtig eine rund um die Uhr funktionierende IT-Umgebung ist, zeigt sich auch daran, dass heute ein permanenter Datenstrom von der Produktion in die Business-Anwendungen fließt. Die bei B. Braun neu implementierte Ecoflac-Produktionsumgebung EP 1000 gilt bei Experten als eine hoch moderne Industrie 4.0-Umgebung. Mussten früher noch Monteure mit einem Laptop direkt an eine Maschine gehen, dort Daten erfassen oder hochladen, laufen heute alle Prozesse komplett vernetzt ab. Vom Rohstoffverbrauch über die SPS-Prozesssteuerung bis hin zur Compliance-konformen Dokumentation sind die Abläufe vernetzt.

Die in der Produktion erzeugten Datensätze werden in einer Anwendung für das Electronic Batch Recording (EBR) verarbeitet. Bei dieser papierlosen Chargendokumentation werden die Herstellvorschriften elektronisch abgebildet und die Prozesse und die Ergebnisse in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben dokumentiert. Damit gelingt es B. Braun, die strengen Dokumentationsanforderungen in der pharmazeutischen Industrie vollautomatisiert zu erfüllen.

Die Herstellung selbst erfolgt nach den etablierten Richtlinien für Good Manufacturing Practice (GMP), einem Leitfaden zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe – entsprechend umfangreich sind die Prozesse und daraus resultierenden Dokumentationen. Mit EBR werden in einer komplett automatisierten Produktion beispielsweise Daten wie die Herkunft der Rohstoffe Wasser und Salz gespeichert und welche Mitarbeiter in der Herstellung involviert waren. Auch Hygienevorschriften sind zu erfassen, wie die regelmäßige Reinigung von Ausrüstungsgegenständen (CIP/SIP). Die Daten und Dokumente gehen an das zentrale SAP-System, mit dessen Hilfe unter anderem die Chargenrückverfolgung realisiert ist.

An diesem Beispiel wird eine wichtige Anforderung an die IT deutlich, nämlich ein hoher Datenschutz. Die aus der Produktion kommenden Daten werden komplett automatisiert verarbeitet und sind vor nachträglichen manuellen Änderungen zu schützen. Dies erfolgt zwar bereits auf Software-Ebene, jedoch sind auch die Server und das Rechenzentrum vor unbefugtem Zugriff zu sichern.

Bei der Planung hatten die IT-Experten ein gutes Gespür, welche Anforderungen an die Netzwerkanbindung künftige IT-Infrastrukturen mit sich bringen würden. Als die Stadtwerke am Standort Glandorf vor einiger Zeit die Gasleitungen erneuerten, organisierten die IT-Mitarbeiter mit der Telekom, dass in die geöffnete Straße ein Glasfaseranschluss verlegt wurde. Davon profitiert die IT heute, denn es sind zwei unabhängige Netzanbindungen vorhanden, wodurch sich die Ausfallsicherheit der gesamten Infrastruktur verbessert.

Das Gebäude wird fit gemacht
Die bei B. Braun in Glandorf betriebene IT-Infrastruktur benötigt etwa ein halbes Dutzend Serverschränke. Die heute als IT-Technikraum genutzte Fläche war zuvor ein Archiv für Papierunterlagen und daher ohne die für ein Rechenzentrum notwendige Infrastruktur oder Sicherheitstechnik ausgestattet. Daher wurde der Raum zunächst entkernt und mit einer inneren Hülle versehen. Ursprünglich sollten einfache Serverschränke zum Aufbau der IT-Infrastruktur genutzt werden, jedoch konnten damit die Anforderungen an einen physikalischen Schutz der IT-Anlage nicht umfassend realisiert werden. Eine Lösung fand B. Braun schließlich in dem Micro Data Center von Rittal, einen Datensafe für IT-Systeme. Das Konzept hatten sich die IT-Experten aus Glandorf zuvor an einem anderen Standort von B. Braun angesehen und konnten sich von dem Konzept für Hochverfügbarkeit und Sicherheit überzeugen.

Damit sich IT-Systeme pudelwohl fühlen
Das Micro Data Center ist in verschiedenen Sicherheitsstufen verfügbar und ermöglicht es, IT-Komponenten wie Server, Storage oder Netzwerk in einem Schutzraum bis zur Widerstandsklasse 4 zu betreiben. Das Umhausungssystem richtet einen vollständigen Sicherheitsbereich um ein 19-Zoll-Rack ein. Darin findet IT-Hardware auf 42 oder 47 Höheneinheiten ihren Platz. Somit bietet das System einen hohen Grundschutz gegen physikalische Bedrohungspotenziale wie Diebstahl, Feuer, Fremdzugriff, Staub, Vandalismus, korrosive Gase und Löschwasser.

Je nach individuellen Anforderungen lässt sich die Lösung zu einem kompakten Rechenzentrum ausbauen: Verfügbar sind verschiedene Klimasplit-Systeme, Komponenten zur Stromversorgung und -verteilung wie USV und PDU, eine Brandschutzanlage sowie eine Monitoringlösung. Der modulare Aufbau des Gesamtsystems erlaubt auch eine Installation an schwer zugänglichen Standorten durch einen schrittweisen Aufbau. Möglich ist auch eine nachträgliche Ummantelung von bestehenden IT-Racks.

Alles bleibt frisch
Die Sicherheitsfunktionen sorgen dafür, dass im Fall eines Feuers die garantierten Brandschutzwerte von 90 Minuten nach DIN 4102 (F90) eingehalten werden. So steigt die Innentemperatur des Micro Data Centers innerhalb der ersten 30 Minuten um maximal 50 Grad und die relative Luftfeuchte bleibt unter 85 Prozent. Darüber hinaus dringt weder Staub noch starkes Strahlwasser (IP 56) in den Schrank ein. Auch der Grad des Einbruchschutzes kann gewählt werden. Rauchgase, die etwa beim Löschen eines Brandes rund um das Micro Data Center entstehen, können nicht eindringen.

Zudem ist das System über eine Verkettung, bei der die IT-Racks nebeneinander aufgestellt und verbunden werden, flexibel erweiterbar. Es besteht die Möglichkeit, bis zu vier Micro Data Center aneinander zu reihen. Dies ermöglicht einen flexiblen Ausbau der IT-Infrastruktur, sodass diese entsprechend der Geschäftsentwicklung schrittweise wächst.

Für den Standort Glandorf entschied sich B. Braun schließlich für zwei Installationen auf Basis des Micro Data Centers. Eine 3er- und eine 4er-Verkettung enthalten jeweils eine komplette und redundante IT-Umgebung, bestehend aus drei bzw. vier IT-Racks inklusive Kühlung, Stromverteilung, Monitoring und Brandschutz. Beim Aufbau vor Ort zeigten sich die Vorteile der modularen Bauweise. So konnten die IT-Experten von B. Braun zuerst einen der Netzwerkschränke komplett aufbauen und dann erst das Micro Data Center um den IT-Schrank herum montieren. Die Kühlung der Serverschränke erfolgt über das integrierte Split-Klimagerät LCU DX (Liquid Cooling Unit) von Rittal mit Außeneinheiten.

Den Puls der IT fühlen
Für die Überwachung des Gesamtsystems setzt B. Braun auf die Monitoringlösung CMC von Rittal. Mit dieser Anwendung lassen sich wichtige Parameter rund um den IT-Betrieb zentral überwachen. Bei B. Braun überwacht das System unter anderem die Türkontakte der IT-Schränke, die USV sowie die Temperatur und Luftfeuchte im Inneren des Micro Data Centers. Die ebenfalls integrierte Brandmelde und -löschanlage DET-AC erkennt bereits kleinste Rauchpartikel in der Luft und gibt einen Voralarm aus, sodass Techniker vor Ort rechtzeitig reagieren können, bevor es zur eigentlichen Brandauslösung kommt. Im Fall eines Feuers flutet DET-AC den IT-Schrank mit dem Löschgas Novec 1230, das die IT-Komponenten nicht schädigt.

Eine kerngesunde IT-Infrastruktur betreiben
„Zuhause betreuen“ – so könnte ein Zwischenfazit in Anlehnung an die Gesundheitsversorgung lauten. Die hohe Abhängigkeit von unterbrechungsfrei arbeitenden IT-Systemen sowie die Menge der erzeugten Echtzeitdaten macht es notwendig, dass Unternehmen schnell und unkompliziert neue IT-Ressourcen vor Ort in Betrieb nehmen können.

„Mit dem Micro Data Center von Rittal haben wir eine Lösung gefunden, mit dem wir ohne komplizierte Baumaßnahmen ein sicheres und redundantes Rechenzentrum betreiben“, sagt Werner Mielenbrink, Leitung Medienversorgung bei B. Braun. „Die Zusammenarbeit unserer IT-Experten mit den Technikern von Rittal hat ausgezeichnet funktioniert und die qualifizierte Beratungsleistung hat dazu beigetragen, unser IT-Modernisierungsprojekt zukunftssicher umzusetzen“, so Mielenbrink weiter.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, wie wichtig ein gemeinsames Verständnis der Anforderungen und Ziele aller beteiligten Abteilungen ist. Bei B. Braun konnten sich die Mitarbeiter aus der Automatisierungstechnik und der IT-Abteilung auf Augenhöhe austauschen, da auch die Produktion mittlerweile durchgängig vernetzt arbeitet. So war es möglich, dass die Mitarbeiter gemeinsam die Grundstruktur für eine übergreifende IT-Landschaft entwickelten. Mit dem Micro Data Center hat B. Braun zudem eine modular erweiterbare Lösung erhalten. Sollte ein Ausbau der Produktionsstraße erfolgen und damit weitere IT-Ressourcen benötigt werden, können die IT-Mitarbeiter die bestehende 3er-Verkettung sehr einfach um einen weiteren Schrank ergänzen. Die dafür notwendige Verkabelung wurde bereits beim Aufbau der ersten Schränke verlegt. Bei B. Braun ist die IT also bestens auf die Zukunft vorbereitet.


Firmenprofil
B. Braun Melsungen AG

B. Braun ist einer der führenden Hersteller von Medizintechnik- und Pharma-Produkten und Dienstleistungen weltweit. Gegründet im Jahr 1839, bietet das Unternehmen heute wirkungsvolle Lösungen für die medizinische Versorgung und leistet einen wesentlichen Beitrag, um Gesundheit von Menschen zu schützen und zu verbessern. Insgesamt umfasst das Sortiment 5.000 Produkte, die zu 95 Prozent in eigener Fertigung hergestellt werden. Durch ergänzende Dienstleistungs- und Beratungsangebote ist B. Braun ein Systemanbieter, der in enger Partnerschaft mit den Kunden die jeweils beste Lösung für Patienten entwickelt. Im Jahr 2015 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 6,13 Milliarden Euro und beschäftigt 56.000 Mitarbeiter in 64 Ländern.

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Rittal GmbH & Co. KG
Auf dem Stützelberg
35745 Herborn
Germany
Telefon: +49 2772 505 0
Telefax: +49 2772 505 2319

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