Radartechnik einfach integrieren

  • Dr. Eva Maria Buchkremer, Produktmanagement InnosentDr. Eva Maria Buchkremer, Produktmanagement Innosent

Im Experteninterview schildert Dr. Eva Maria Buchkremer, wie Innosent Herausforderungen mit bestehenden Systemen und der Radarintegration löst und Hilfestellung liefert.

Der Hersteller und Entwickler von Radarsensoren, Innosent, brachte in den letzten Jahren innovative Lösungen für den Sicherheitsbereich auf den Markt. Trotzdem steigt die Nachfrage nach Integrationsmöglichkeiten in bestehende Systeme. Einfache Lösungen sind gefragt. Als Produktmanagerin begleitete Dr. Eva Maria Buchkremer die Entwicklung der neuen Radarsysteme und weiß um die Herausforderungen bei den Kunden. GIT SICHERHEIT hat sie dazu befragt.

GIT SICHERHEIT: Nach der erfolgreichen Vermarktung des iSYS-5010 widmete sich Innosent direkt einem neuen Projekt für den Security Bereich. Was bewegte Sie zu der Produktentwicklung? Woher kam die Idee?

Eva Maria Buchkremer: Bei einer unseren regelmäßigen Kundenbefragungen erfuhren wir von einem wichtigen Anliegen von einem unserer Kunden. Er wollte Radartechnik in sein Produkt integrieren, doch das stellte Ihn vor eine große Herausforderung. Nicht jeder Sicherheitstechnikhersteller besitzt die nötige Kompetenz und Erfahrung für die Verwendung der Sensorik innerhalb der eigenen Firma. Denn Radar ist sehr komplex und es gibt nicht viele Experten, die sich mit der Integration und Signalverarbeitung auskennen. Viele Unternehmen sind deshalb auf weitere Unterstützung angewiesen. Da die Nachfrage der Technologie steigt, sahen wir dringenden Handlungsbedarf dazu beizutragen die Situation zu verbessern. Die Vorzüge unserer erfolgreichen Sicherheitssysteme sollten allen zur Verfügung stehen. Also gingen wir die Problematik unserer Kunden an und entwickelten Produkte, die die Systemintegration leichter machen. Innosent übernimmt dabei einen wichtigen Schritt in Richtung Endanwendung für unsere Kunden und erleichtert den Zugang zu Radar.

Für welchen Einsatzbereich wurden die Produkte entwickelt?

Eva Maria Buchkremer: Die Systeme richten sich an Sicherheitstechnikhersteller, die Radar mit der eigenen Technologie wie Kameras oder einem Alarmsystem koppeln möchten. Die Radarsysteme tragen dazu bei, Fehlalarme deutlich zu verringern und sie steigern die Effizienz der Sicherheitsüberwachung.

Nachteile wie Ausfälle der Bildübertragung bei schlechtem Wetter oder Vandalismus gleicht das zusätzliche Radarsystem aus. Sie eignen sich besonders gut für den Außeneinsatz. Denn die Sensorik funktioniert auch bei schlechten Licht- oder Wetterbedingungen einwandfrei und überwacht einen sehr großen Erfassungsbereich. Ein nebliger Landstrich oder staubiges, schmutziges Terrain stellt keine Herausforderung dar. Die Produkte überzeugen nicht nur bei der klassischen Perimeterüberwachung auf Freiflächen, sie sind ebenfalls für den Einsatz auf einem bebauten Industriegebiet optimal abgestimmt. Die Systeme sind optimiert auf das Monitoring von bewegten Objekten. Zusätzlich verfügen sie über Wind- und Regenfilter und Nutzer können feste Installationen wie einen Fahnenmast oder Gebüsch mithilfe von Ignore-Zonen ausblenden. Falls gewünscht, lassen sie Bereiche außerhalb eines umzäunten Areals wie eine Straße oder ein Gehweg bei der Radardetektion einfach außer Acht. Zusätzlich kann der Endanwender Alarmzonen definieren und die Radarsensorik für das Auslösen einer Aktion verwenden – beispielsweise die Steuerung einer Kamera oder die Auslösung eines Alarms. Zudem punktet Radar als anonyme Sicherheitstechnik beim Datenschutz. Eine Verwendung auf öffentlichen Plätzen oder einem Betriebsgelände ist aufgrund dessen denkbar.

Sie erwähnten bereits, dass die neuen Produkte die Integration von Radar erleichtern. Wie haben Sie dies erreicht?

Eva Maria Buchkremer: Hierfür haben wir ein echtes Highlight für die Branche entwickelt: Die Tracking-Funktion. Dieses Feature übernimmt einen großen Teil der notwendigen Auswertung der Radardaten. Die Kunden profitieren durch die Tracking Lizenz von einer umfangreichen Datensignalverarbeitung. Ohne Smart Tracker liefert das System zahlreiche Detektionen, die der Kunde selbst bewerten und zuordnen muss. Für die korrekte Auswertung muss er die Effekte der Technik sehr gut kennen. Mit unserem Smart Tracker erreichen wir ein neues Level der Systemintegration und reduzieren die Einstiegshürde in die Radartechnologie. Die Kunden können die Radartechnik ohne großen Aufwand nutzen und in ihre Produkte integrieren. Das Tracking gibt zudem Auskunft über das Bewegungsverhalten der detektierten Objekte, was gerade für den Security Bereich sehr nützlich ist.

Warum ist das Tracking hilfreich?

Eva Maria Buchkremer: Der Tracker fasst einzelne Radardetektionen zu Objekten zusammen. Dieses Clustering ermöglicht die Verfolgung von Objekten über die Zeit. Mithilfe der Historie lassen sich genaue Aussagen über das Verhalten des Objekts machen. Neben einer veranschaulichten Spur bzw. sogenannte Tracks ist die Funktion wichtig für die zuverlässige Lokalisierung. Dank Tracker erkennt das Radarsystem, wenn eine Person die Richtung gewechselt hat. Die Funktion bietet auch die Möglichkeit, einen Track für kurze Zeit zu halten. Das ist praktisch, falls eine Person für einen kurzen Moment stehen bleibt oder die Körperhaltung ändert. Die Spur verliert sich nicht und die Detektionen werden korrekterweise dem gleichen Objekt zugeordnet.

Welche technischen Features haben die neuen Radarsysteme?

Eva Maria Buchkremer: Die Radare stellen sicherheitsrelevante Informationen wie Geschwindigkeit, Bewegungsrichtung, Entfernung und Position über sich bewegende Objekte zur Verfügung. Ihre Performance und Präzision sticht im Sicherheitsbereich deutlich hervor. Unsere Produktneuheiten nutzen die fortschrittliche 24 GHz Mimo Technologie. Sie bieten zusätzlich zur Geschwindigkeits- und Entfernungsauflösung eine Winkelauflösung. Ein Filter verhindert das Rauschen durch Wind und Regen. Zwischen Objektklassen wie Fahrzeug und Person unterscheidet die Technik sehr genau. Wir richten die Eigenschaften gezielt auf die Anforderungen der Branche aus und legen Wert auf Einhaltung der Zertifizierungsstandards von FCC und ETSI.

Sie erwähnten bereits das wachsende Interesse an Radarsensorik. Selbst namenhafte Sicherheitstechnikhersteller scheinen ein Auge auf Radar geworfen zu haben. Ein neuer Trend?

Eva Maria Buchkremer: Aufgrund der vielen Vorteile gegenüber anderen Technologien steigt die Nachfrage im Security Bereich. Radar ist dabei kein kurzlebiger Trend. Durch die technische Weiterentwicklung bietet Radar immer mehr Anwendungen für den Markt. Früher war Radarsensorik sehr teuer und galt als kompliziert, was sie zunächst nur für große Projekte oder bestimmte Branchen wie Luft- und Schiffverkehr verfügbar machte. Heute hat die Technik Einzug in unseren Alltag gefunden. Die Einsatzmöglichkeiten entwickeln sich weiter und haben noch Luft nach oben. Vielleicht wird die Technikfusion mit Radar schon bald zum Standard.

Welche weiteren Projekte für Security oder Weiterentwicklungen des Produkts sind bei Innosent geplant?

Eva Maria Buchkremer: Generell sind die kontinuierliche Optimierung unserer Produkte und die Innovation für Innosent sehr wichtig. Wir denken daran, den Security Bereich noch weiter auszubauen und sehen dort viel Potential für unsere Technologie. Beispielsweise sind Lösungen für den Nahbereich und auch für Detektionen in sehr weiter Entfernung vorstellbar. Aber unsere Expertise nutzen wir natürlich auch für Ideen, die andere oder verwandte Märkte betreffen. In unserer Entwicklungsabteilung ist es nie ruhig.

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