Künstliche Intelligenz für Radare - Wie Radar sich mit Videosystemen kombinieren lässt

Interview mit Eric Hampel, Managing Director von ­Magos Europe

  • Eric Hampel, Managing Director (MD) von Magos EuropeEric Hampel, Managing Director (MD) von Magos Europe
  • Eric Hampel, Managing Director (MD) von Magos Europe
  • Große Detektionsreichweite des Radars: ­Gefahren frühzeitig erkennen und Reaktionszeit gewinnen
  • Mass-AI klassifiziert alle Objekte – in diesem Fall Radfahrer und Person – und kennzeichnet sie

Im Video-Bereich nicht mehr weg­zudenken, ist es bei Radaren noch relativ unüblich: eine Analyse-­Software mit Deep-Learning-Mechanismen. Eric Hampel, Leiter von ­Magos Europe, erläutert für GIT ­SICHERHEIT Software-Entwicklungen in der ­Radar-Technologie in ­Angrenzung oder Kombination mit Video-­Systemen. Das Gespräch ­führte Lisa Schneiderheinze.

GIT SICHERHEIT: Radare sind auch beliebt, weil sie eine vergleichsweise große Fläche absichern können – im Fall von Magos nach eigenen Angaben über 500.000 Quadratmeter. Wie unterscheidet sich das Detektionsverfahren gegenüber videobasierten Systemen?

Eric Hampel: Optische Detektionssysteme, also beispielsweise Laser- und Kamerasysteme, sind von Licht und Wetter stark beeinflusst. Ebenso sind sie abhängig von Entfernung und Field of View – weit entfernte Objekte bedingen einen geringeren Bildausschnitt. Radiowellen bieten hier klare Vorteile in der Flächenabdeckung. Außerdem können mehrere Ziele parallel erfasst werden. In der Visualisierung ist Video wiederum klar überlegen. Künstliche Intelligenz (KI) bringt dem Nutzer im Videoanalyse-Bereich einen starken Mehrwert.

Welche Antwort gibt Magos auf die Fragen der Anwender nach intelligenten Software-Lösungen?

Eric Hampel: Ich bin sicher, dass integrierte und dynamische Videoanalyse in wenigen Jahren ein Standard sein wird, den wir nutzen werden. Magos bietet diese KI-Lösung bereits heute, da die CCTV-Hersteller noch nicht soweit sind. Magos Mass-AI lässt sich etwa wie folgt zusammenfassen: Die Darstellung von Radaren und Kameras sind auf einer Dashboard-Landkarte kompakt und übersichtlich zusammengestellt. Die Anzeigen von Detektionsereignissen werden als Ziele definiert und die Kamerasteuerung übernommen, sodass die Kamera dem Objekt automatisiert folgt. Die KI-Software analysiert permanent die Objekte im Videostream. Schließlich klassifiziert Mass-AI Objekte beispielsweise als Tier und kennzeichnet sie als solche. Die Visualisierung erfolgt mit den bekannten grafischen Boxen um alle Objekte herum, etwa Fahrzeuge oder Personen.

Objektklassen können dann gefiltert werden, sodass nur Alarme für bestimmte Klassen ausgelöst werden. Falschalarme können damit erheblich reduziert werden.

Würden Sie sich auf ein Sicherheitssystem, das ausschließlich aus Radar-Sicherung besteht, verlassen oder sagen Sie eher, eine Kombi ist sinnvoll?

Eric Hampel: Detektion im Außenbereich funktioniert mit Radar unter allen Licht- und Witterungsbedingungen. Im zivilen Sicherheitsmarkt ist die Verifikation mithilfe von Videokameras ideal. Die Integration von Radar und PTZ erlaubt das Autotracking von Zielen, nur so werden die PTZ-Eigenschaften wirklich genutzt. Wenn mit der Magos-KI eine Objektklassifizierung erfolgt, um etwa alle Tiere zu filtern, reduziert eine Integration die Information auf das Wesentliche. Das ist ein echter Mehrwert, denn die Aufmerksamkeit des Sicherheitspersonals liegt damit sofort auf dem relevanten Videostream. Einen echten Mehrwert hat man also in der Kombination.

Zur Praxis: In welchen Anwendungsbereichen auf dem DACH-Markt findet man die Radar-Systeme von Magos häufig vor?

Eric Hampel: Wir können die Anwendung durch die vertikalen Marktsegmente deklinieren: Unser Ursprung liegt im Militärbereich, also haben wir Anwendungen entweder für lokale Armeestandorte oder eher flexible, mobile Anwendungen im Feld. Das nächste, logisch folgende Segment sind BOS, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Dies kann etwa Polizeistationen, Grenzverläufe oder Gefängnisse betreffen. Der nächste Schritt adressiert kritische Infrastrukturen, also z. B. Stromerzeugung und -verteilung, Verkehr und Logistik. Schließlich folgen Anwendungen im rein kommerziellen Bereich wie Lagerhallen oder Produktionsanlagen, wo Perimeter-Überwachung erforderlich ist, oder auch Parkflächen für Fahrzeuge. In allen Segmenten haben wir Installationen oder sind in der Projektierung im DACH-Markt, also Militär, Flughafen, Polizei sowie Warenumschlagsplätze und Produktionsstandorte.

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