GIT SICHERHEIT im Gespräch mit TAS-Geschäftsführer Frank Lisges

  • Die Geschäftsführung der TAS: Links: Geschäftsführer Stephan Holzem, rechts:Geschäftsführer Frank LisgesDie Geschäftsführung der TAS: Links: Geschäftsführer Stephan Holzem, rechts:Geschäftsführer Frank Lisges
  • Die Geschäftsführung der TAS: Links: Geschäftsführer Stephan Holzem, rechts:Geschäftsführer Frank Lisges
  • Die TAS investiert viel in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter in der hauseigenen  Arthur-Schwabe-Akademie für Sicherheits- und Kommunikationstechnik

Im Interview mit Frank Lisges, Geschäftsführer TAS Sicherheits- und Kommunikationstechnik, geht GIT SICHERHEIT auf die Spuren der Firma Telefonbau Arthur Schwabe und ergründet die aktuelle Bedrohungslage und mit welchen Lösungen TAS diesen begegnet.

GIT SICHERHEIT: Um den Lesern der GIT SICHERHEIT näher zu bringen, wo die Wurzeln der Firma TAS liegen, möchte ich Sie gerne bitten, uns ein wenig in die Gründungsjahre der Firma mitzunehmen.

Frank Lisges: Wir sind ein traditionsreiches Unternehmen, denn bereits im Jahre 1924 wurde die Telefonbau Arthur Schwabe GmbH & Co. KG in Mönchengladbach gegründet. Arthur Schwabe war ein Visionär der Rundfunk- und Fernmeldetechnik. Innovation liegt uns quasi „im Blut“ und bei technischen Neuentwicklungen waren wir oft Vorreiter. So haben wir beispielsweise 1965 das Patent auf eine Notrufleitung mit permanenter Überwachung der Verfügbarkeit angemeldet, 1994 wurde das erste ISDN-Alarmwählgerät auf den Markt gebracht – das bekannte TAS-Link. 2003 folgte dann ein Leitstands-Kommunikationssystem in Voice-over-IP-Technik, 2015 haben wir die Übertragungstechnik für NGN und All-IP komplettiert und letztes Jahr einen Sicherheitsrouter für Notfall-Gefahren-Reaktionssysteme entwickelt. Das sind nur einige wenige Beispiele. Unsere Liste an Meilensteinen ist tatsächlich sehr lang.

Wie beurteilen Sie die aktuellen Bedrohungslagen beispielsweise für Unternehmen und die öffentliche Verwaltung?

Frank Lisges: Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn natürlich können Bedrohungen von ganz unterschiedlicher Natur sein. Ob KMU, eine großchemische Anlage, ein öffentliches Gebäude oder eine Schule – hier gibt es verschiedene Situationen, Anforderungen und damit auch Sicherheitslösungen. Klar ist aber, dass mit der digitalen Transformation neue Gefährdungsszenarien einhergehen. Täter gehen nicht mehr unbedingt brachial vor, sondern sind zunehmend IT-Spezialisten. Das Ziel von Angriffen sind IT-Netzwerke, kritische Infrastrukturen und vernetzte Geräte. Als Planer und Errichter von Sicherheitstechnik müssen wir uns diesen neuen Herausforderungen stellen.

Was bedeutet das konkret?

Frank Lisges: Noch immer besteht ein Sicherheitssystem in vielen Fällen aus verschiedenen Einzelkomponenten, z.

B. aus einer Einbruch- und Überfallmeldeanlage, unterschiedlichen Tagalarmsystemen, Videoüberwachung und Zutrittskontrollsystemen. Die Steuerung und Verwaltung dieser verschiedenen Schutz- und Zutrittssysteme ist aufwändig und fehleranfällig. Aber vor allem können diese unterschiedlichen Systeme bei nicht ausreichender Sicherung Tätern Tür und Tor öffnen. Das hat eine stärkere Vernetzung verschiedener Gewerke, Sicherheit der Übertragungswege gegen Störungen und Manipulation, gesicherte Alarmierung im Notfall, Verschlüsselungsverfahren und vieles weitere zur Folge. Planer und Errichter von Sicherheitstechnik sollten daher heute auch Systemintegratoren sein – mit Expertise in Datenschutz und IT-Sicherheit.

Und was ist mit Serviceleistungen? Können diese auch digitalisiert werden?

Frank Lisges: Der Mensch steht nach wie vor im Fokus, denn Services sind individuell auf den Kunden bezogen. Nicht umsonst haben wir versierte Mitarbeiter im Vertrieb und Support sowie erfahrene Servicetechniker, die sich um jedes Anliegen und die Gefahrenmeldeanlagen eines Kunden kümmern. Aber zurück zu Ihrer Frage. Ja, auch Services können digitalisiert werden bzw. intelligente Tools helfen bei den Dienstleistungen, die wir für unsere Kunden persönlich erbringen. Der technische Support ist in unserem neuen TAS Service Center angesiedelt. Erste Anlaufstelle ist der Mensch, kein Sprachroboter, sondern Mitarbeiter mit einem breiten technischen Wissen. Im Back-End wird es allerdings digital. So garantiert ein Ticketsystem eine schnelle Bearbeitung der Kundenanliegen. Noch automatisierter sind allerdings Remote Monitoring und Maintenance. Schnittstellen in und zu den bei Kunden eingebauten Gefahrenmeldeanlagen machen es möglich, dass Abweichungen von Soll-Zuständen überwacht und aus der Ferne ausgewertet werden können. Mit dem TAS Service Center möchten wir die Servicequalität weiter optimieren und an die Herausforderungen unserer Zeit anpassen. Das heißt, noch schneller, noch flexibler, noch besser. Auch beim TAS Service Center hat Sicherheit höchste Priorität. Technische Basis ist eine „Secure Platform“ inklusive Benutzerverwaltung und Zugriffssteuerung, die durch Mehrfaktor-Authentifizierung und diverse Verschlüsselungsverfahren geschützt ist. Seit Beginn 2019 steht das TAS Service Center ersten Großkunden zur Verfügung. Es kann auch von unseren Partnern – zum Beispiel Herstellern von Videoüberwachungsanlagen – genutzt werden.

Die TAS scheint also bei der digitalen Transformation in der Sicherheitstechnik gut aufgestellt zu sein. Aber was ist mit der Basis der Sicherheitstechnik – den Geräten selbst?

Frank Lisges: Wie Sie aus den eingangs kurz skizzierten historischen Meilensteinen erkennen können, ist die TAS ein Spezialist für Übertragungstechnik. Hier setzen beispielsweise unsere Übertragungseinrichtung TAS-Link und unserer Sicherheitsrouter Siro-Port für die sichere Übertragung von Alarm- und Störmeldungen über alle Netze die Standards im Markt. Zudem haben wir einen IP-basierten automatischen Sprach- und Datenalarmierungsserver entwickelt – zur Krisenintervention oder bei technischen Störungen. Und wir bieten ein herstellerunabhängiges Sicherheitsmanagement für Gebäude an. Unsere Eigenprodukte verbinden wir mit Fremdprodukten von Partnern, mit denen wir seit Jahren eng zusammenarbeiten, zu einer integrierten Lösung. Das sind beispielsweise Hersteller von Brandmeldeanlagen oder Videoüberwachungstechnik. Auch bei unseren Serviceleistungen denken wir ganzheitlich. Hierzu gehören Planung, Projektierung, Montage bis hin zu Inspektion, Wartung und Hosting. Ein rundes Paket also, aber selbstverständlich muss es nicht immer die ganz große Lösung sein. Wir sind hier flexibel und stellen uns auf den Bedarf des Kunden ein. Und schließlich ist es ja so, dass es meistens vorhandene Sicherheitstechnik gibt, die wir ergänzen, aktualisieren und vernetzen.

Wie gewährleisten Sie solch ein hohes Niveau in allen genannten Bereichen?

Frank Lisges: Stand heute beschäftigen wir fast 250 Mitarbeiter im gesamten Bundesgebiet. Unsere Unternehmenszentrale ist in Mönchengladbach, zudem haben wir insgesamt neun Niederlassungen, um nah bei unseren Kunden zu sein. Bei TAS werden Sie z. B. Hard- und Softwareentwickler finden, Vertriebsspezialisten, Servicetechniker, Mitarbeiter aus dem technischen Support und aus der Fertigung für Alarmübertragungseinrichtungen. Zudem investieren wir viel in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter in unserer hauseigenen Arthur-Schwabe-Akademie. Die Akademie steht aber auch Partnern und Kunden zur Verfügung. Wir laden zu Schulungen, Seminaren, Hausmessen und Workshops ein. Nur gemeinsam lassen sich meiner Meinung nach Entwicklungen vorantreiben. Denn eines ist klar, elektronische Geschäftsprozesse, IT-Sicherheit, Datenschutz und das Zusammenwachsen bisher getrennter Bereiche sind Themen, die uns alle bewegen. Hierauf können wir nur die richtigen Antworten finden, wenn wir gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft annehmen.

Kontaktieren

TAS Telefonbau A. Schwabe GmbH & Co. KG
Langmaar 25
41238 Mönchengladbach
Germany
Telefon: +49 2166 858 174
Telefax: +49 2166 858 150

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.