Elektronische Schließanlagen in Schulen - Interview mit Wolfgang Juhnke

  • Wolfgang Juhnke, Inhaber und Geschäftsführer von Security DataWolfgang Juhnke, Inhaber und Geschäftsführer von Security Data
  • Wolfgang Juhnke, Inhaber und Geschäftsführer von Security Data
  • Durch Einrichtung einer elektronischen ­Schließanlage  schafft man Verantwortung

Die Kunden von Security Data kommen aus der Industrie und aus dem Sektor Verwaltung und Behörden. In jüngster Zeit hat sich der Planer und Integrator von Sicherheits­systemen mit einem Spezialthema befasst: ­Sicherheit in ­Schulen. In Absprache mit einer Schule - Behörde in Baden Württemberg hat sich das Unternehmen in einem Zeitraum von anderthalb Jahren insgesamt 25 Schulen auf ihre ­Sicherheitslage und -bedürfnisse hin analysiert. Matthias Erler von GIT-SICHERHEIT.de sprach darüber mit Wolfgang Juhnke, Inhaber und Geschäftsführer von Security Data.

GIT-SICHERHEIT.de: Herr Juhnke, Sie haben so etwas wie empirische ­Feldstudien betrieben - und zwar beispielsweise in Schulen.
Wie genau sah das aus?

Wolfgang Juhnke: Der Hintergrund für diese Studien ist, dass wir von den zuständigen Behörde in Baden Württemberg darum gebeten wurden, uns die Schulen in einigen Landkreisen anzuschauen - mit dem Ziel, diese hinsichtlich ihrer Sicherheit zu analysieren. Daraufhin haben wir uns innerhalb von anderthalb Jahren 25 Schulen angesehen, darunter die gesamte Bandbreite des schulischen Angebots von Grundschule bis zum Gymnasium, einschließlich sogenannter Ganztagseinrichtungen. Wir haben uns jeweils - zusammen mit den zuständigen Hausmeistern - die örtliche Situation genau betrachtet. Vor allem die Abläufe während des Schulbetriebs waren uns dabei wichtig - und zwar im Zusammenhang mit den baulichen Voraussetzungen, die die jeweilige Schule bietet. Denn letztlich können Mensch und Technik nur harmonieren, wenn auch die Gebäudestrukturen mitbedacht und vorbereitet sind.

Wie sieht Ihr Ergebnis aus?

Wolfgang Juhnke: Rein technisch gesehen haben wir zunächst einmal eine Ist- und Soll-Analyse erstellt. Letztere führt jeweils aus, in welcher Form welcher Bereich mit welcher Technik abgesichert werden könnte. Das Ganze mündete in einer mechatronisch-elektronischen Lösung, die wir den Behörden vorgestellt haben.

Könnten Sie noch etwas näher ausführen, was Sie bei diesen ­Untersuchungen Neues gelernt haben, was die Sicherheit an
Schulen betrifft?

Wolfgang Juhnke: Wir haben, zusammenfassend gesagt, vor allem drei Dinge aus diesem Projekt gelernt. Zunächst einmal muss man sagen, dass die Schule an sich etwas anderes ist, als das was wir in der Industrie oder etwa in einer Behörde vorfinden. Auch hier bewegen sich Menschen - aber es sind eben noch kleine Menschen, die geformt werden für das Leben. Sie treten grundsätzlich in Gruppen auf, lernen aber erst, sich sozial zu verhalten. Dabei haben sie auf jeden Fall das Recht, dass man auf ihre persönlichen Bedürfnisse mit Verständnis eingeht. Der zweite wichtige Aspekt betrifft den Hausmeister einer Schule. Seine Aufgaben sind heute so vielfältig, dass er sie ohne Technik nicht mehr vernünftig bewältigen kann. Diese Technik muss deshalb seine Arbeit erleichtern, unter Berücksichtigung der Sicherheitsbedürfnisse in der Schule. Es geht um strukturierte Sicherheitstechnik, die allgemein und leicht verständlich sowie leicht bedienbar ist. Der Hausmeister muss Kenntnis erlangen von den relevanten Vorgängen und in der Lage sein, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Was ist der dritte Aspekt?

Wolfgang Juhnke: Das Dritte betrifft das Lehrerkollegium und das Rektorat. Die Lehrkräfte müssen in die Lage versetzt werden, sich auf ihre Arbeit mit den Schulkindern - also sozusagen auf ihr Kerngeschäft - zu konzentrieren. Die Sicherheitstechnik darf ihnen also nicht im Wege stehen, sondern soll ihnen dazu verhelfen, dass sie sich frei und leicht in der Schule bewegen können. Diese drei Aspekte haben sich nach diesen Schulbesuchen für mich herauskristallisiert.

Mit welchem Teil des Sicherheitskonzeptes für eine Schule befassen sie sich im Einzelnen - und wie sind Ihre Eindrücke und Erkenntnisse darin eingeflossen?

Wolfgang Juhnke: Wir kümmern uns um die Sicherheit in der Schule während der eigentlichen Schulzeit außerhalb der Pausen. Das ist die Zeit, in der niemand außer Schülern, Lehrern und Personal in der Schule mehr etwas zu suchen hat. In der Pause sorgen vor allem die Lehrer für die Beaufsichtigung. In dieser Zeit sind sie auch für die Sicherheit der Schüler hinreichend sensibilisiert und haben auch die Zeit dafür, den Überblick zu behalten. Wir hingegen sorgen in erster Linie dafür, dass die Schule während der Schulstunden automatisch an sämtlichen Eingängen geschlossen wird. Das ist in der Praxis keine Selbstverständlichkeit: Üblicherweise ist die Schule an fünf Tagen in der Woche bis zum Schulschluss offen.

Folgen Sie hier einer allgemeinen Tendenz, dass man die Schule ­während der Unterrichtszeiten schließt?

Wolfgang Juhnke: Diese Forderung setzt sich heute mehr und mehr durch. Es geht dabei hauptsächlich darum, den Schulbetrieb nicht zu stören. Das ist vergleichbar mit einem Industrieunternehmen, in dem ja auch die Prozesse automatisiert und ungestört laufen müssen. Moderne Schließanlagen müssen dies auch in Schulen gewährleisten. Unser Part dabei ist die Einführung einer solchen modernen Schließanlage. Dazu gehören die Softwareprogrammierung und die Einweisung des Betreibers in das System sowie der Service, der dafür sorgt, dass die Anlage immer auf aktuellem Stand bleibt. Das schließt vor allem die Weitergabe und das Einbringen der Erfahrungen die wir machen, und die neue Konzepte und Systemergänzungen erfordern können. Es geht immer darum, das System so einfach wie möglich und so nah wie möglich nach dem Stand der Technik entsprechend zu gestalten.

Wie stark müssen eigentlich die Besucher und Eltern und deren ­Verhalten mit einbezogen werden?

Wolfgang Juhnke: Eltern sind natürlich in der Schule gern gesehen - aber außerhalb der Unterrichtszeiten. Das wird nicht immer beachtet, was zu Verzögerungen und Störungen des Unterrichts führt. Ein heute durchaus verbreitetes Phänomen ist aber darüber hinaus, dass irgendwelche Dritte, Vertreter, etc. einfach während der Unterrichtszeiten in die Schule kommen - ohne Termin -, fragen nach dem Weg und geistern unbeaufsichtigt im Gebäude herum. Das ist für viele Schulen ein schwer in den Griff zu kriegendes Problem. Abgesehen von der Störung des Unterrichts ist das ein Sicherheitsproblem. Ein modernes Schließsystem sorgt hier für klare Strukturen: Dritte brauchen wie überall sonst auch einen Termin. Was das Sicherheitskonzept selbst betrifft: Hier müssen das Direktorium, die Lehrer, der Hausmeister und die Behörden in die Planungen mit einbezogen werden. Denn die Technik kann nur dann funktionieren, wenn sie von allen Nutzern mitgetragen wird.

Wie individuell - oder wie vergleichbar - sind eigentlich die Konzepte für Schulen?

Wolfgang Juhnke: Auch in einer Schule ist das Sicherheitskonzept letztlich immer individuell. Eine wichtige Differenzierung ist beispielsweise die Art der Schule. Eine Grundschule ist in gewisser Hinsicht einfacher zu realisieren als ein Gymnasium. Bei letzterem muss der Planer immer mit erfindungsreichen pubertierenden Jugendlichen rechnen, die versuchen das Sicherheitskonzept auszutricksen, indem sie Schwachpunkte suchen. Der Hausmeister muss also Manipulationsversuche erkennen und Abhilfe schaffen können. Grundschüler sind hier sicherlich pflegeleichter.

Lassen Sie uns noch eine Sonderproblematik besprechen, die für viele Schulen relevant ist: Die Mitbenutzung von Turnhallen durch Dritte.

Wolfgang Juhnke: Tatsächlich überlassen ja die Schulen vor allem Vereinen ihre Turnhalle zur Benutzung außerhalb der Schulzeit. Hier bieten moderne Schließanlagen sehr wichtige Möglichkeiten. Zunächst einmal muss normalerweise der Hausmeister auf- und zusperren. Das bedeute also einen hohen Aufwand an Zeit und Geld - und es ist fehleranfällig. Dies kann man durch ein Berechtigungsmanagement vermeiden. Per Software kann der Zugang automatisiert werden - und auch die Gebäudetechnik. Wenn die Yogalehrerin etwa mit ihrer Gruppe kommt, kann sie zu der für sie eingeräumten Zeit mit ihrem Bedienungselement die Halle öffnen, und in ihrem Zeitfenster funktioniert das Licht. Die Nutzer können die Halle innerhalb der ihnen eingeräumten Zeit öffnen und - für viele Senioren wichtig - auch während der Benutzung - hinter sich schließen, ohne auf den Hausmeister angewiesen zu sein. Die Heizung kann auch mit Vorlauf angeschaltet worden sein. Dazu kommt ein weiterer sehr wichtiger Vorteil: Viele Schulen beklagen Vandalismus in den Turnhallen - und, dass sie nicht nachvollziehen können, wer dafür verantwortlich war. Mit einem modernen Schließsystem kann man sich gegebenenfalls direkt an den Verein wenden, der die Halle in der fraglichen Zeit benutzt hat. Mit anderen Worten: Durch die Einrichtung einer elektronischen Schließanlage schafft man Verantwortung.

Sicherheit, Verantwortlichkeit, ungestörter Schulbetrieb - es gibt offenbar nur Vorteile?

Wolfgang Juhnke: So äußern sich auch sämtliche Lehrer, Rektoren und Schulbehörden mit denen wir gesprochen haben. Wir haben unser System in drei Schulen und zwei Turnhallen getestet und dafür sehr positive Rückmeldungen geerntet.

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