Alarmanlagen konventionell installieren

Der Experte Gregor Schnitzler über die richtige Installation einer Drahtalarmanlage

  • Gregor Schnitzler, Abus Security-Center GmbH & Co. KGGregor Schnitzler, Abus Security-Center GmbH & Co. KG
  • Gregor Schnitzler, Abus Security-Center GmbH & Co. KG
  • Differentialprinzip (DEOL)
  • Auch in der Autowerkstatt tun Alarmanlagen wertvolle Dienste (Foto: Vojtech Vlk/fotolia.com)

Die Entscheidung für eine drahtgebundene Alarmanlage sollte möglichst früh in der Rohbauphase bzw. bei der Renovierung von Wohnungen oder gewerblich genutzten Objekten fallen. Denn dann lassen sich Kabel und Lei­tungen noch ohne viel Mehraufwand verlegen.


Die Vorteile der Drahtalarmanlagen liegen nicht nur bei den günstigen Anschaffungskosten. Der exklusive Übertragungsweg sorgt für absolute Zuverlässigkeit eines einmal installierten Systems. Laufender Betriebs- und Wartungsaufwand wie durch Batteriewechsel entfällt fast vollständig, da sämtliche Komponenten von der Zentrale mit Spannung versorgt werden. Ein weiterer Vorteil von Draht ist die Kompatibilität. So kann annähernd jeder verdrahtete Melder - die zusätzlich durch ihre kleinere Bauweise glänzen - in eine Drahtalarmanlage integriert werden. Die Verdrahtung erfolgt je nach Anlage in Gleichstrom- oder als Bus-Technik. Letztere ermöglicht die Alarmanlage in die Hausautomation von Objekten mit installierter Bus-Technologie einzubeziehen. Im Folgenden wird auf die konventionelle Verdrahtung näher eingegangen.


Die Vorgehensweise beim Verbau einer Drahtalarmanlage erfolgt stets in den Schritten: Planen, Projektieren, Installieren, Programmieren und Bedienen. Eine Draht­alarmanlage garantiert nur bei fachgerechter Montage verlässlichen Einbruchschutz. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Installation. Ist ein System richtig verdrahtet, bleibt eine Sabotage nahezu unmöglich. Ist die Planung und Projektierung abgeschlossen, lässt sich der Verlauf der Leitungen und die Orte der Verteiler bestimmen. Zuerst werden die benötigten Kabel und die Kabelverteiler verlegt. Dabei ist vor allem auf die Anzahl der Adern zu achten. Je nach gewählter Verdrahtungsart reichen manchen Meldern zwei Adern, während andere Melder vier oder sechs Adern benötigen. Sind die Leitungen verlegt, ist es ratsam, sie für die weitere Arbeit zu kennzeichnen. Es folgt die Verdrahtung und Montage der Melder. Dabei darf nicht vergessen werden, die Sabotagekontakte der Melder anzuschließen. Jetzt fehlt nur noch die Alarmzentrale, die vor der Programmierung mit Spannung zu versorgen ist.


Das Differentialprinzip
Bei einer konventionellen Verdrahtung nach dem Differentialprinzip mit zwei Widerständen, auch Double End Of Line (DEOL) genannt, fließt im Ruhezustand zwischen der Zentrale und den Meldern über den Endwiderstand ein definierter Strom.

Löst ein Melder aus, wird der Stromkreis nicht unterbrochen, aber es fließt weniger Strom. Die Zentrale achtet also nicht auf das Kriterium Stromfluss, sondern auf den Leitungswiderstand. Eine geringere Stromstärke wird somit von der Anlage als Alarm gewertet. Ein Widerstand von 2k2 bspw. bedeutet Ruhezustand. 6k9 ist Alarm. Alle Abweichungen +/- 20 Prozent deuten auf Sabotage hin. Da im Ruhezustand Strom fließt, wird ein Kappen der Leitung sofort als Sabotage erkannt. Sollte ein Einbrecher versuchen die Leitung zu überbrücken, würde er damit gleichzeitig den Abschlusswiderstand überbrücken, was den Strom verstärkt und einen Alarm auslöst. Bei der Terxon LX von ABUS Security-Center ist es sogar möglich, unterschiedliche Abschlusswiderstände für unterschiedliche Meldelinien zu wählen.


Das Differentialprinzip/Double End Of Line (DEOL)
1. Im Ruhezustand wird die Linie mit einem Endwiderstand abgeschlossen (hier: 2k2).
2. Bei einem Widerstandswert von 6k9 erkennt das System, dass ein Melder ausgelöst hat. Die Folge: Alarm.
3. Geht der Widerstandswert gegen unendlich oder 0, wurde entweder ein Melder sabotiert (bzw. die Leitung durchgeschnitten), oder die Leitung gebrückt. Die Zentrale erkennt dies als Sabotage.


Fazit
Während beim Arbeitsstromprinzip das Kappen der Leitung und beim Ruhestromprinzip ein Überbrückungsversuch unerkannt bleiben, schlagen derartige Versuche beim Differentialprinzip sofort Alarm. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, verdrahtet DEOL. Bei der DEOL-Verdrahtung überwachen sich die jeweiligen Alarmzonen übrigens selbst auf Sabotage, es entfallen also die Adern der Sabotagelinie.

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