Steigtechnik: Wartung des ICE 3 mit modularen Arbeitsbühnen

  • Die neueste Generation der ICE-Züge wird in Frankfurt-Griesheim mit modularen Arbeitsbühnen der ­Günzburger Steigtechnik gewartetDie neueste Generation der ICE-Züge wird in Frankfurt-Griesheim mit modularen Arbeitsbühnen der ­Günzburger Steigtechnik gewartet
  • Die neueste Generation der ICE-Züge wird in Frankfurt-Griesheim mit modularen Arbeitsbühnen der ­Günzburger Steigtechnik gewartet
  • Ganz nah ran ans Spitzenlicht
  • Das Gleisfahrwerk ist in Spurweite 1435 mit gebremsten Spurkranzrollen ausgestattet

Der neue „Superzug für Deutschland", der von Siemens weiterent­wickelte ICE 3, trifft Wartungstechnik aus Günzburg: Wenn im ICE-Werk Frankfurt/Main-Griesheim der DB Fernverkehr künftig die Fahrzeuge der brandneuen ICE-Familie der ­Baureihe 407 inspiziert und instandgesetzt werden, setzen die Techniker auf ein modulares System mit Aluminium-Arbeitsbühnen von Günzburger Steigtechnik. Der Steigtechnik­spezialist hatte das Griesheimer ICE-Werk bereits mit Bühnen für die ­Vorgängerbaureihe 406 und mit zahlreichen Einzelkomponenten wie Einstiegs­podesten und Überstiegen ausgestattet.

Unter dem Projektnamen „Velaro D" hat Siemens den ICE 3 der Baureihe 407 erstmals im Jahr 2010 auf der Fachmesse Innotrans der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 320 km/h ist er einer der schnellsten Serientriebzüge der Welt. Diese vierte und jüngste Zug-Variante auf Basis der Velaro-Plattform wurde in zahlreichen Details technisch perfektioniert: Er ist energiesparender, leiser im Innenraum und kostengünstiger bei der Instandhaltung im Vergleich zu bisherigen Modellen.

Im ICE-Werk in Frankfurt-Griesheim werden künftig alle 16 für den Auslandsverkehr bestimmten neuen 407-Züge der Deutschen Bahn gewartet - und auch die innerdeutsch eingesetzten Systeme und die Bestandsbaureihen der bisherigen 403- und 406-Version des ICE. Insgesamt verfügt das Werk mit seinen mehr als 300 Mitarbeitern über drei Hallen. Eine davon - mit einer Länge von 230 Metern - wurde jetzt speziell für die Wartung der neuen 407er-Reihe neu gebaut.

Wolfgang Schmidt ist Fertigungsingenieur für den Bereich Mechanik, Laufwerk und Bremse und stellvertretender Fertigungsleiter im ICE-Werk Frankfurt-Griesheim. Ihm und seinem Team kommt es im laufenden Wartungsalltag auf höchste Sicherheit und Flexibilität an. Deshalb entwickelten sie jetzt gemeinsam mit den Spezialisten von Günzburger Steigtechnik ein mehrmoduliges System, das aus zwei Seitenarbeitsbühnen, einer Mittelarbeitsbühne und einem zusätzlichen Arbeitspodest zum Aufsetzen auf die beiden Seitenarbeitsbühnen besteht.

Großer Vorteil in der Praxis: Die Bühnen, die jeweils über Plattformen aus Riffelblech verfügen, können je nach Einsatzzweck für sich alleine oder kombiniert eingesetzt werden.

Kurze Rüstzeiten
„Wichtig sind für uns vor allem kurze Rüstzeiten, und genau das erreichen wir mit dem Modulsystem. Die einzelnen Bühnen lassen sich von unserem Team innerhalb kürzester Zeit entlang der insgesamt drei Wartungsgleise verschieben, so dass wir schnell wieder einsatzbereit sind", so Schmidt. Höchste Effizienz bieten die Arbeitsbühnen auch dadurch, dass mehrere Techniker gleichzeitig an unterschiedlichen Stellen eines 407 arbeiten können. „Aufgabenstellungen waren der Tausch der Spitzenbeleuchtung und Arbeiten an der Scheibenwischanlage. Beim Aufbau überzeugt die relativ leichte, aber doch sehr stabile Ausführung, mit der ein Frontscheibentausch jetzt ebenfalls möglich ist", erklärt Schmidt.

Die beiden Seitenarbeitsbühnen sind jeweils 3.000 mm lang und bieten mit ihrer Breite von jeweils 1.000 mm sowie der bis zu 600 mm breiten Konturanpassung aus Riffelblech zusammen eine mehr als sechs m2 große Arbeitsfläche. Der Aufstieg auf die Plattformen erfolgt jeweils über eine Stufenleiter, die platzsparend senkrecht angeklappt werden kann. Die Sicherung der Mitarbeiter wird durch ein umlaufendes Geländer an drei Seiten und eine SI-Türe im Bereich des Aufstiegs gewährleistet. Zum Zug hin werden die Arbeitsbühnen konturgenau an die Außenhaut des ICE angepasst, so dass die Techniker mit Spaltmaß Null arbeiten können. Das erhöht nicht nur die Arbeitssicherheit, sondern auch den Komfort in der Wartung, denn durch die Konturanpassung (mit Gummischutzkante) kann auch kein Werkzeug mehr nach unten fallen. Die Seitenarbeitsbühnen verfügen über ein Flurfahrwerk mit vier jeweils 200 mm großen Lenkrollen. Falls die Seitenbühnen einzeln, also ohne Stirnkopfbühne, eingesetzt werden, lässt sich jeweils ein zusätzliches Seitengeländer einschwenken, um die Techniker bei den Arbeiten am Zugende optimal zu sichern. Sämtliche Geländer sind mit Fuß- und Knieleiste ausgestattet.

Auch die 1.800 x 1.000 mm große Stirnkopfbühne ist um die Konturanpassung erweitert und lässt sich mit Spaltmaß Null an die Stirn des ICE andocken. Sie ermöglicht den Scheibenaustausch und bietet beste Arbeitsbedingungen für den Wechsel von Scheibenwischern. Besonderheit der Mittelarbeitsbühne ist ihr Zweiwege-Fahrwerk, das mit gebremsten Spurkranzrollen in der Spurweite 1435 mm ausgestattet ist. Somit kann die Bühne sowohl auf dem Gleis als auch auf dem Hallenboden verfahren werden. Auch die Stirnkopfbühne verfügt über ein dreiseitig umlaufendes Geländer, für den Einsatz ohne Seitenbühnen lassen sich zusätzlich zwei klapp- oder teleskopierbare Steckgeländer einstecken.

Verbindungssteg als zusätzliches ­Arbeitspodest
Für die Reparatur oder den Austausch des oberen Spitzenlichts am neuen ICE nutzen die Techniker in Frankfurt-Griesheim einen Verbindungssteg, der auf die beiden Seitenarbeitsbühnen aufgesetzt wird und somit als zusätzliches Arbeitspodest dient. Die Plattformbreite beträgt 800 mm, so dass sich bei einer Plattformlänge von 3.200 mm eine zusätzliche Arbeitsfläche von 2,5 m2 ergibt. Der Aufstieg erfolgt von der Dacharbeitsbühne oder den Seitenarbeitsbühnen aus über Aufstiegsleitern, die gleichzeitig als Stützen dienen. An den Aufstiegsseiten dienen Sicherungstüren als Absturzsicherung, das Geländer ist rückseitig einsteckbar. Wenn keine Arbeiten am oberen Spitzenlicht anstehen, wird der Verbindungssteg einfach platzsparend direkt auf einer der beiden Seitenbühnen verstaut. Dadurch steht er nicht im Weg herum und ist trotzdem immer zur Stelle, ohne Transportweg.

„Für uns ist das Gesamtkonzept wichtig und hier hat die Günzburger Steigtechnik einfach die beste Lösung geboten", sagt Schmidt, der sich unter anderem freut, dass sich das Spitzenlicht-Podest nicht nur nahtlos an die Außenhaut des 407 andocken lässt, sondern auch einen stufenlosen Übergang zu den installierten Laufsteganlagen in der Wartungshalle bietet.

 

 

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Günzburger Steigtechnik GmbH
Rudolf-Diesel-Str. 23
89312 Günzburg
Deutschland
Telefon: +49 8221 3616 01
Telefax: +49 8221 3616 83

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