Fort-Schritte - Virtueller Sicherheitsschuh „Limitless“ demonstriert neue Materialien für Sicherheitsschuhe

  • Im Konzeptschuh „Limitless“ finden sich verschiedenste Werkstoffinnovationen, die sich gegenseitig ergänzen.   Im Konzeptschuh „Limitless“ finden sich verschiedenste Werkstoffinnovationen, die sich gegenseitig ergänzen.
  • Im Konzeptschuh „Limitless“ finden sich verschiedenste Werkstoffinnovationen, die sich gegenseitig ergänzen.
  • Der digitaler Konzeptschuh „Limitless“ von BASF
  • Dr. Patrick Bolze

BASF hat umfassend in die Forschung und Entwicklung von Schuhmaterialien investiert. In Zusammenarbeit mit einem Schuhdesign-Spezialisten aus den USA hat das Unternehmen den Sicherheitsschuh jetzt neu gedacht. Um zum Beispiel die Vision eines Sicherheitsschuhs ohne Schnürsenkel zu verwirklichen, wurde ein gestrickter Schaft aus Freeflex-Faser mit einer Schutzschicht aus Haptex, dem hochwertigen, lösungsmittelfreien Kunstleder der BASF, kombiniert. Spezielle Bänder aus Freeflex sorgen für zusätzliche Stabilität und verbesserte Abriebfestigkeit. Am Rand der jüngsten A+A in Düsseldorf hat sich GIT SICHERHEIT mit Dr. Patrick Bolze, Group Leader Technical Development Footwear bei BASF, unterhalten.

GIT SICHERHEIT: Herr Dr. Bolze, Sie haben kürzlich einen „virtuellen Sicherheitsschuh“ vorgestellt, anhand dessen Sie die Möglichkeiten neuer Materialien und Technologien von BASF aufzeigen, die für die Hersteller von Sicherheitsschuhen interessant sind. Könnten Sie dieses „virtuelle“ Konzept kurz erläutern?

Patrick Bolze: Der Footwear-Markt ist sehr dynamisch und schnelllebig. Um neue Denkweisen, Materiallösungen und Innovationen möglichst schnell zu visualisieren und dies an die entsprechenden Zielgruppen weltweit zu verteilen, ist ein virtuelles Konzept ideal. Es bietet die Chance, auch zukunftsweisende Technologien zu visualisieren, die nach heutigem Stand so noch nicht auf dem Markt bzw. erst in der Entwicklung sind.

In Zusammenarbeit mit i-Generator, einem auf Schuhdesign spezialisierten Unternehmen mit Sitz im US-amerikanischen Portland, haben wir das Thema Sicherheitsschuh mit einem mutigen Konzept komplett neu gedacht und dabei neue Maßstäbe in Bezug auf Komfort, Designflexibilität, leichte Dämpfung und Haltbarkeit gesetzt.

Welche speziellen Materialien und Technologien aus dem Hause BASF zeigen Sie hier?

Patrick Bolze: In dem Konzeptschuh „Limitless“ finden sich verschiedenste Werkstoffinnovationen, die sich gegenseitig ergänzen. Das thermoplastische Polyurethan (Elastollan), das z. B.

unzählige Designoptionen ermöglicht, das rückprallelastische Infinergy, das für die komfortable Zwischensohle sorgt, das Polyurethan-System „Elastopan“, das maßgeschneidert für die jeweiligen Bedürfnisse angepasst wird und natürlich die TPU-Faser Freeflex für das Obermaterial und Haptex, das umweltfreundliche Kunstleder.

Welche der genannten Materialien werden Ihrer Ansicht nach den Sicherheitsschuh am stärksten verändern – und in welcher Weise?

Patrick Bolze: Infinergy wurde zuerst in der Sportschuhindustrie eingesetzt. Durch die exzellenten Eigenschaften wie zum Beispiel die hohe Rückprallelastizität wird ein hoher Tragekomfort erzielt, der einen Mehrwert für Sicherheitsschuhe liefert. Dieses Material hat sicherlich noch mehr Potential im Sicherheitsschuhbereich und kann einen neuen Standard setzen.

Auch der Verzicht auf Schnürsenkel wird durch spezielle Materialien ermöglicht – wie sehen Ihre Lösungen hier aus?

Patrick Bolze: Um auf Schnürsenkel zu verzichten, benötigen Sie ein Obermaterial, das dehnbar, flexibel und anpassungsfähig ist und gleichzeitig über hervorragende mechanische Eigenschaften verfügt. Freeflex, unsere TPU-Faser, die einen gestrickten Schaft ermöglicht, bietet hier gute Lösungsansätze. Zur Verstärkung empfiehlt es sich, zusätzlich Bänder auch aus Freeflex mit einzuarbeiten, damit die Passform dauerhaft erhalten bleibt.

Bequemlichkeit, ermüdungsfreies Arbeiten bei höchster Sicherheit – das sind wesentliche Kriterien für Sicherheitsschuhe. Offenbar sind die Möglichkeiten für die Optimierung seitens der Materialentwicklung noch alles andere als ausgeschöpft?

Patrick Bolze: Moderne Sicherheitsschuhe sind heute High-tech-Produkte. Leichte, widerstandsfähige Materialien mit hervorragenden Dämpfungseigenschaften sind hier entscheidend. Mit unserem E-TPU, Infinergy, einem Partikelschaum für die Zwischensohle, haben wir hier ein Produkt entwickelt, das man durchaus als Game-Changer bezeichnen kann. Die hervorragenden Dämpfungs- und Federungseigenschaften von Infinergy schonen dauerhaft die Gelenke, erhöhen den Tragekomfort und sorgen so für ermüdungsfreies Gehen im Arbeitsalltag. Bei anderen Belastungen (z. B. bei hauptsächlich stehenden Tätigkeiten) werden eventuell viskoelastische anstelle von elastischen Eigenschaften benötigt. Auch hier können wir unseren Kunden Materiallösungen anbieten.

Die meisten Hersteller von Sicherheitsschuhen entwickeln seit einiger Zeit Modelle, die sich dem Design von Freizeitschuhen annähern. Wie tragen BASF-Materialien zu diesem Trend bei?

Patrick Bolze: All unsere Materialien erlauben den Designern von Sicherheitsschuhen in ganz neuen Dimensionen zu denken. Um einige zu nennen, Elastollan, unser TPU, bietet unerwartete Designmöglichkeiten bei hervorragenden Materialeigenschaften. Es ist nahezu in allen Farben durch Zusätze von Farbstoffkonzentraten herstellbar und ermöglicht – wie auch die Fersenkappe des Limitless zeigt – überraschende Lösungen. Bänder aus Freeflex, unserer TPU-Faser, bieten ein Design ohne Schnürsenkel. Freeflex als Obermaterial verwendet in Kombination mit Haptex, dem lösungsmittelfreien Kunstleder, zeigt die komplette Bandbreite von neuen, kreativen Designansätzen.

Sie haben unter anderem eine transparente Zehenkappe vorgestellt – als Alternative zur Metallkappe. Was sind hier die Vorteile?

Patrick Bolze: Abgesehen vom Designeffekt bietet eine metallfreie Zehenkappe in erster Linie eine deutliche Gewichtseinsparung. Dies führt zu einem erhöhten Tragekomfort. Außerdem können Beschädigungen eines sicherheitsrelevanten Bauteils eventuell schneller aufgedeckt werden, so dass der Schuh früher ausgetauscht werden kann, bevor ein Unfall wegen einer defekten Kappe passiert.

Herr Dr. Bolze, Sie haben auf der A+A in Düsseldorf angekündigt, Forschung und Entwicklung von Schuhmaterialien noch weiter zu intensivieren. Was sind hier die wichtigsten Ansätze?

Patrick Bolze: Wir arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen unserer Materialien, z. B. an Dichtereduktionen und einem höheren Rebound für Elastopan-PU-Systeme für Mittelsohlen. Auch die Rutschfestigkeitseigenschaften unserer Elastopan- und Elastollan-Materialien für Außensohlen zu verbessern, ist ein zentraler Entwicklungsansatz. Leitlinie für unsere Aktivitäten sind die Vorgaben der entsprechenden Normen für Sicherheitsschuhe mit dem Ziel, diese nicht nur zu erfüllen, sondern den Sicherheitsschuh darüber hinaus besser und sicherer zu machen.

Kontaktieren

BASF SE
Carl-Bosch-Strasse 38
67056 Ludwigshafen
Germany
Telefon: +49 621 60 99938
Telefax: +49 621 60 92693

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