Tyco Fire & Security: neuer General Manager Roland Y. Billeter über Ziele und Strategien

  • Roland Y. Billeter, General Manager des Feuer- und Sicherheitsgeschäfts von Tyco InternationalRoland Y. Billeter, General Manager des Feuer- und Sicherheitsgeschäfts von Tyco International

Tyco Fire & Security: neuer General Manager Roland Y. Billeter über Ziele und Strategien. Im Frühjahr diesen Jahres wurde Roland Y. Billeter zum General Manager des Feuer- und Sicherheitsgeschäfts von Tyco International in Deutschland ernannt. Unter anderem beinhaltet dies die Unternehmen Total Walther, Total Feuerschutz, CKS Systeme und ADT (einschließlich ADT Deutschland, ADT Sensormatic und ADT Service Center). Wir baten den erfahrenen Manager, der über langjährige Erfahrungen in der Führung europaweiter Teams in komplexen Geschäftsumfeldern verfügt, zum Gespräch über Ziele und Strategien.

GIT SICHERHEIT: Herr Billeter, Sie waren mehrere Jahre als General Manager für die Proficiency Group tätig und gehörten dem europäischen Managementteam von MatrixOne an. Davor waren Sie rund 18 Jahre bei Siemens beschäftigt. Welche der in Ihrer bisherigen Karriere erworbenen Skills werden Sie ganz besonders gut brauchen können in Ihrer Position bei Tyco International?

R. Y. Billeter: Für die Führung und Ausrichtung der deutschen Tyco Fire & Security Organisationen sind die Erfahrungen und Erfolge meiner Arbeit für große, moderne und erfolgreiche Unternehmen eine gute Voraussetzung und Motivation. Auch im Tyco Konzern geht es um innovative Märkte und komplexe Aufgaben, die mit modernen Geschäftspraktiken und einem starken Team bewältigt werden müssen.

Mit markt- und kundenorientierten Produktlösungen und exzellenten Serviceleistungen werde ich die Konsolidierung und Optimierung der gut aufgestellten deutschen Unternehmen ADT, Total Walther und Total Feuerschutz nachhaltig sichern und weiter ausbauen. Dabei profitieren wir nicht nur von den eigenen (lokalen) Stärken, sondern können die weltweite Marktführerschaft von ADT zum Vorteil unserer Mitarbeiter, unserer Kunden und der gesamten Region nutzen.

Die „100-Tage“-Bilanz zu ziehen, ist ja nicht nur in der Politik sehr schick. Wie fällt die Ihre aus nach diesen ersten einhundert Tagen als General Manager für das komplette Feuer- und Sicherheitsgeschäft von Tyco in Deutschland?

R. Y. Billeter: Glücklicherweise habe ich eine bereits solide Basis bei der Tyco Deutschland vorgefunden mit wettbewerbsfähigen Produkten, stabilen Ergebnissen und einer positiven Kostenstruktur. Ein solides, schlankes und schlagkräftiges Managementteam fokussiert nun die Kernkompetenzen Sicherheit und Feuerschutz.

Unsere strategische Ausrichtung ist festgelegt, die richtigen Programme sind aufgesetzt. Unser Ziel: die Weiterentwicklung und zukunftssichere Gestaltung von Produkten und Lösungen. Damit wir fit sind für den weiteren Ausbau der bestehenden Marktsegmente, in denen wir bereits gut positioniert sind, aber auch und ganz besonders für die wichtigen Wachstumsmärkte.

Wie steht es um die Strategie von Tyco – was bleibt bestehen, was packen Sie völlig neu an? Beispielsweise was die Bearbeitung des Marktes angeht oder die Zielmärkte in der Zukunft.

R. Y. Billeter: Tatsächlich sind unsere Organisationen schon jetzt breit aufgestellt und mit guten wirtschaftlichen Ergebnissen in vielen Märkten aktiv. Nun gilt es, die kontinuierliche Verbesserung des vorhandenen Portfolios sicher zu stellen und optimale Angebote für die Zukunftsmärkte zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei u. a. die Logistiksparte, der Handel, die Bereiche Energieerzeugung insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien sowie die Gesundheitsbranche.

Wir werden unser Angebot noch transparenter machen, um Kunden v. a. aus dem deutschen Mittelstand für unsere innovativen Lösungen und für das überzeugende Preis-Leistungs-Verhältnis zu begeistern.

Nicht immer decken sich die Ziele, die Tyco International als Ganzes hat mit denen, die die einzelnen Gesellschaften erreichen wollen. Wie sorgen Sie dafür, dass die unterschiedlichen Interessen der Unternehmen, denen Sie vorstehen, unter einen Hut gebracht werden?

R. Y. Billeter: Unsere neue Struktur in Deutschland passt sehr gut in die internationale Tyco- Landschaft. Die deutschen Organisationen sind in meinem Managementteam fest verankert und so aufgestellt, dass die Bereiche optimal abgegrenzt sind und – aufgrund kurzer Kommunikations- und Entscheidungswege – das gesamte Potenzial ausgeschöpft werden kann.

Konkret: Die drei größten Bereiche Sicherheitstechnik (ADT), Stationäre Löschanlagen (Total Walther) und Mobiler Brandschutz (Total) kooperieren und ergänzen sich zu ganzheitlichen Lösungen. Das ist gewollt; es bedeutet einen wichtigen Marktvorteil und kommt letztendlich vor allem den Kunden zugute.

Besonders interessant für die Leser unserer EMEA-Ausgabe GIT SECURITY + MANAGEMENT ist die Frage der internationalen Zusammenarbeit zwischen Ihren Unternehmen in Deutschland mit Tyco-Gesellschaften im Raum Europa, Mittlerer Osten und Afrika. Welche Strategie wird dabei verfolgt, wer steuert das internationale Geschäft?

R. Y. Billeter: Die Möglichkeit, über die Ländergrenzen hinaus international zu kooperieren, schafft viele Vorteile. Denn: Unsere Kunden agieren global und können selbstverständlich erwarten, dass unsere Produkte und Dienstleistungen ihnen weltweit zur Verfügung stehen – in der gleichen Qualität. Um das zu gewährleisten, arbeiten unsere deutschen Mitarbeiter eng mit Kollegen in der ganzen Welt zusammen, mit dem Ziel, einheitliche Produkt- und Qualitätsstandards zu schaffen.

Außerdem ist der interkulturelle Austausch auf allen Ebenen eine Bereicherung. Was die Steuerung betrifft, richten wir uns ganz nach den Strukturen und Wünschen des Kunden: Dort, wo er zentrale Funktionen ausübt, steht ihm ein Hauptansprechpartner zur Verfügung, der alle Aktivitäten unsererseits steuert. Auf diese Weise können sich unsere Kunden überall und immer auf unsere Leistungen verlassen.

Welchen Umsatz und welche Rendite schreibt Tyco International in Deutschland, was wird für die kommenden Jahre angepeilt und mit welchen Maßnahmen stellen Sie die Zielerreichung sicher?

R. Y. Billeter: Ich bin zufrieden mit den guten Ergebnissen im laufenden Geschäftsjahr und sicher, dass die Ziele, die wir uns gemeinsam gesetzt haben, erfüllt werden, sodass wir einen guten Beitrag zur weltweiten Gewinnoptimierung leisten werden. Alle Maßnahmen für ein profitables Wachstum sind eingeleitet, d. h. wir werden aus einer weiter optimierten Kostenstruktur die Bedürfnisse des Marktes bedienen und langfristig wachsen.

Immer wieder gibt es Diskussionen um einen weniger verkrampften Umgang mit neuen Informationstechnologien und der Videoüberwachung in öffentlichen Bereichen. Trotz einiger unerfreulicher Vorkommnisse in der jüngeren Vergangenheit ist der Nutzen von Sicherheitstechnologien für die Allgemeinheit unbestritten. Was sind Ihre Wünsche oder sogar Forderungen an die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zum Thema Sicherheit?

R. Y. Billeter: Wir betrachten es als unsere Aufgabe, Menschen, Umwelt und Sachwerte durch den bestmöglichen Einsatz unserer Produkte und Dienstleistungen zu schützen und vor Schaden zu bewahren. Um dieser Verpflichtung nachkommen zu können, brauchen wir eindeutige Rahmenbedingungen, die unsere Handlungsmöglichkeiten ebenso klar regeln wie die notwendigen Grenzen vorbeugender Sicherheitsmaßnahmen.

Ich möchte betonen, dass die technisch einwandfreie, zuverlässige und sachgemäße Projektierung und Installation von Feuerschutz- und Sicherheitssystemen unsere Kernkompetenz ist. Alle Tyco Mitarbeiter sind zur Einhaltung der im Daten- und Personenschutz verankerten rechtlichen Bestimmungen verpflichtet. Durch ihre Arbeit tragen sie dazu bei, Menschen und Unternehmen, Stadt und Land, privates und öffentliches Eigentum zu schützen.

Was sind derzeit die besonderen Herausforderungen und Anforderungen Ihrer bestehenden oder potenziellen Kunden?

R. Y. Billeter: Angesichts des steigenden Kostendrucks in einem immer härter werdenden Wettbewerb erwarten Unternehmen und Verwaltungen effektive und effiziente Lösungen, die existenzielle Schäden, Ausfall- und Stillstandzeiten sicher verhindern bzw. minimieren. Wir sorgen dafür, dass unsere Lösungen auch flexibel sind gegenüber jeder neuen Anforderung und Dimensionierung. So ermöglichen wir den Betreibern zukunftssichere Investitionen.

Durch den enormen technischen Fortschritt und aufgrund der Möglichkeiten der mobilen Kommunikation werden Abläufe immer komplexer. Die neuen Techniken beherrschbar und problemlos bedienbar zu machen, ist eine weitere Anforderung, der wir uns stellen. Die Globalisierung verlangt – ebenso wie die Gesetze und Vorschriften der Europäischen Union – die Beachtung der internationalen Richtlinien und Normen.

Die Nutzung vorhandener Netzwerke bzw. die Zusammenlegung verschiedener Anlagen und Sicherheitstechniken unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche ist eine weitere Maßgabe vieler Betreiber, um Investitionskosten gering zu halten. All das sind Herausforderungen, denen Tyco Fire & Security mit intelligenten, innovativen, integrierten Sicherheitslösungen gerecht wird.

Welche besonderen technischen Trends sehen Sie heute und in der Zukunft?

R. Y. Billeter: Mit dem RFID-Verfahren haben wir die Möglichkeiten der Identifizierung und Lokalisierung enorm vorangebracht. Mit dem iRead-Verfahren setzen wir hier neue Maßstäbe. Die biometrische Erkennung dient dem verbesserten Schutz vor Manipulation und Sabotage. Vor allem entsprechen wir dem Trend zur immer weiter gehenden Konvergenz von Gewerken und Funktionen mit vollständig integrierten Gebäudemanagementsystemen.

Das Zusammenspiel der Gewerke untereinander mit Hilfe von TCP/IP und bidirektionalen Schnittstellen und Übertragungswegen ist die Voraussetzung dafür. Unser Tyco Expert Graphics übersetzt eine Vielfalt von Gewerkeparametern in eine einzige „Sprache“ und stellt sie unter einer einzigen Oberfläche dar.

Ein letztes Stichwort speziell zum Thema Sicherheit im Handel. Was gibt es Neues vom Technik- und Dienstleistungskonzept „Gold Service“, wie wird es angenommen und welche Erfolge gibt es in jüngster Zeit zu verzeichnen?

R. Y. Billeter: In vielen Retail-Unternehmen ist es bereits Standard, dass die Sicherheitsinfrastruktur ausgelagert bzw. die Überwachung von Filialen gebündelt wird. Die Vorteile: weniger Investitions-, Zeit-/Personal- und Platzaufwand als bei der Installation eines eigenen, kompletten Videoüberwachungssystems.

Hier setzt unser kombiniertes Technik- und Servicekonzept „Gold Service“ an, das es Handelsunternehmen ermöglicht, ihre Filialen per Videoüberwachung in Kombination mit Zusatzleistungen zu sichern. Aufgrund unserer Intellex-Technik ist der Anschluss von bis zu 20.000 Filialen möglich.

Den „Gold Service“ von ADT nutzen inzwischen eine Reihe großer Handelsunternehmen. Bei einem dieser Kunden hat die Umstellung auf ein CCTV System von ADT und die Nutzung der Leistungen des „Gold Service“ zu einer Halbierung (!) der Inventurverluste innerhalb von sechs Monaten geführt. Dieser Erfolg hat dazu beigetragen, dass wir deutschlandweit zum bevorzugten Retail-Sicherheitspartner geworden sind.

Herr Billeter, wir danken herzlich für das Gespräch.

Kontakt

Kontakt bei ADT Security Deutschland GmbH:
Jens von Ebbe
Tel.: 0221/6785322
jvebbe@tycoint.com

Kontakt bei Porter Novelli:
Nadine Paschen
Tel.: 089/12175205
n.paschen@f-und-h.de

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