Basic Safety & Security: Videoüberwachung mit Netzwerk-Video-Systemen

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Basic Safety & Security: Videoüberwachung mit Netzwerk-Video-Systemen. Alida Anfang und Prof. Albert Einsteiger sind nicht nur pfiffig, sondern auch pädagogisch geschult. In GIT SICHERHEIT widmen sie sich regelmäßig einem speziellen Thema aus Security und Safety. Der Hintergrund: Sicherheitsverantwortliche tragen in Unternehmen eine hohe Verantwortung – es geht um den Schutz von Mitarbeitern, Know-how und Sachwerten. Sie sind es, die letztlich entscheiden, welche Maßnahmen zum Einsatz kommen. Das moderne Security- & Safety-Management stellt jedoch vielschichtige Anforderungen, die einen hohen Spezialisierungsgrad erfordern. Da ist es nicht einfach, auf allen Gebieten ein Fachmann zu sein. In diesem kleinen Repetitorium erklären Prof. Albert Einsteiger und seine Assistentin Alida Anfang deshalb die wichtigsten Basisbegriffe aus Sicherheit und Arbeitsschutz – jeweils zusammen mit einem Experten: Diesmal ist es Dr. Magnus Ekerot von Axis Communications.

Die Videoüberwachungsbranche bietet heute ein breites Sortiment an Systemen zur Überwachung und für die Sicherheit von Personen und Eigentum an. Doch was genau dahinter steckt, ist durchaus nicht immer einfach zu überblicken. Grundsätzlich kann man sagen: Netzwerk-Video gibt den Benutzern die Möglichkeit, Video über ein IP-Netzwerk (LAN/WAN/Internet) zu überwachen und aufzuzeichnen. Als Datentransportmittel dient nun beim Netzwerk-Video eben das Netzwerk – anders als bei analogen Systemen, die eine spezielle Punkt-zu-Punkt-Verkabelung erfordern. 

Der Begriff "Netzwerk-Video" bezieht sich dabei sowohl auf Video- als auch auf Audioquellen, die über das System verfügbar sind. Bei Netzwerk-Video-Anwendungen werden digitale Datenströme über ein kabelgebundenes oder kabelloses IP-Netzwerk an einen beliebigen Standort geleitet. Daher kann die Video-Überwachung und -Aufzeichnung überall im Netzwerk durchgeführt werden.

Was braucht man?

Grundvoraussetzung ist zunächst einmal ein IP-Netzwerk. Darin lassen sich problemlos IP-Netzwerkkameras als Endgeräte mit einbinden.

Ist diese Voraussetzung gegeben, kommt es vorallem auf die Umgebung vor Ort an. Eine IP-basierte Videoüberwachung ist immer eine individuelle Anwendung, so dass man sich anfangs immer eine Reihe von Vorfragen stellen sollte.

Sind z.B. bereits analoge Kameras vorhanden? Dann sollten diese in das IP-Netzwerk mit eingebunden werden. Dafür braucht man einen Videoserver, der die analogen Signale in digitale umwandelt – so sind diese Bilddaten über das Netzwerk verfügbar. Sollen weitere Kameras hinzugefügt werden? Das ist kein Problem, da jede digitale Netzwerk-Kamera eine eigene IP-Adresse hat und damit ansprechbar ist.

Außerdem kommt es darauf an, welche Videoüberwachungssoftware man für Aufzeichnung, Archivierung und Verarbeitung braucht, welches Speichermedium benötigt wird und welche Kameras man braucht: Geht es um den Außen- oder Innenbereich? Braucht man eine Tag- oder Nachtüberwachung? Ist Audio gewünscht? – etc. Dabei sollte man grundsätzlich einen Experten zu Rate ziehen.

Verwaltung und Steuerung

Netzwerk-Kameras sind immer nur so gut wie die konfigurierten Videoverwaltungssysteme mit denen sie gesteuert werden. Sie sollten so beschaffen sein, dass der Anwender die Videoausgabe effizient überwachen, analysieren und speichern kann. Ein besonderer Vorteil liegt darin, dass Systeme auf Basis einer Netzwerk-Videoplattform in andere Systeme wie Zugangskontrolle oder Gebäudeverwaltung integriert werden können. Umgekehrt können Informationen aus den Fremdsystemen wiederum Funktionen im Netzwerk-Videosystem auslösen, so dass z.B. Bilder gespeichert werden können, die im Zusammenhang mit bestimmen Ereignissen stehen. Für diese Verwaltung gibt es zwei verschiedene Plattformtypen:

  • die PC-Server-Plattform und 
  • die NVR-Plattform (Netzwerk-Videorecorder).

Obwohl beide Typen auf einem PC aufsetzen, unterscheiden sie sich wesentlich: PC-Serverplattformen basieren auf Standard-Hardwarekomponenten, die im Hinblick auf maximale Leistung ausgewählt werden. NVR-Plattformen unterscheiden sich von diesen PC-Serverlösungen vor allem dadurch, dass sie als eigenständiges Gerät mit vorinstallierten Videoverwaltungsfunktionen geliefert werden. Definitionsgemäß dient er ausschließlich zur Aufzeichnung, Analyse und Wiedergabe von Netzwerkvideo – für andere Anwendungen ist er nicht nutzbar.

Überwachung und Aufzeichnung

Zur Videoverwaltung eines Netzwerk-Videosystems gehören die Video-Überwachung, die mit einem Browser oder einer speziellen Videoverwaltungssoftware durchgeführt werden kann, und die Video-Aufzeichnung. Die Video-Aufzeichnung kann mit einer auf einem PC installierten Videoverwaltung durchgeführt werden – oder mit Hilfe eines Netzwerk-Videorecorders. In einem Netzwerk-Videosystem kann das Video an jedem Netzwerkknoten abgerufen werden, soweit er Zugriff auf einen Browser bietet. Jede Kamera verfügt über einen integrierten Webserver mit IP-Adresse. Um die Bilder am PC abzurufen, muss man daher nur einen Browser öffnen und die IP-Adresse der Kamera in die Adresszeile eintragen.

Für die Aufzeichnung von Netzwerk-Video gibt es mehrere Möglichkeiten: Für einfache Aufzeichnungen genügen die internen Kamerafunktionen, mit denen anhand von geplanten oder ausgelösten Ereignissen Einzelbilder oder Videobilder erfasst werden können. Diese Bilder werden dann auf einen FTP-Server oder auf die Festplatte eines Computers hochgeladen. Mit einem dezidierten Netzwerk-Videorecorder (NVR) können Datenströme aus den entfernten Netzwerk-Kameras und Videoservern erfasst und auf einer Festplatte gespeichert werden. Als NVR kann ein vernetzter Standard-PC oder ein spezieller Festplattenserver für Videoaufzeichnungen dienen.

Vielseitig und kostengünstig

Auch Audio lässt sich leicht in Netzwerk-Video integrieren, da Netzwerke Daten jedes Typs übertragen können. Dadurch entfällt eine gesonderte Verkabelung. Eine Netzwerk-Kamera zeichnet den Ton auf, integriert ihn in den Video-Datenstrom und überträgt ihn zur Überwachung und/oder Aufzeichnung über das Netzwerk.

Zur Vielseitigkeit von Netzwerk-Videolösungen trägt eine große Auswahl verschiedener Netzwerk-Kameras bei: Von unbeweglichen Kameras (sie bestehen aus Grundkamera und Objektiv wie eine traditionelle Kamera) bis zu Kuppelkameras. Feste Netzwerk-Kuppel-Kameras bestehen im Wesentlichen aus einer unbeweglichen Kamera, die fest in einem kleinen Kuppelgehäuse installiert ist. Die Aufnahmerichtung der Kamera ist frei wählbar. Ihr größter Vorteil liegt im unauffälligen Design, und darin, dass die Aufnahmerichtung nur schwer zu erkennen ist.

PTZ-Netzwerk-Kameras verfügen über eine Schwenk-, Neige- und Zoomfunktion, die manuell oder automatisch bedient wird. Außerdem gibt es Kombinationen: Netzwerk-Kuppelkameras bieten einen Schwenkwinkel von 360°. Des Weiteren eignen sie sich aufgrund ihrer Robustheit zum Dauerbetrieb. Mit der Einführung nichtmechanischer PTZ-Netzwerk Kameras hat sich ein neuer PTZ-Kameratyp auf dem Markt durchgesetzt. Mittels eines Megapixel-Sensors kann die Kamera zwischen 140° und 360° abdecken. Der Bediener kann die Kamera ohne mechanischen Positionswechsel in jede Richtung schwenken, neigen oder zoomen. Dadurch entfällt der Verschleiß von beweglichen Teilen.

Technik mit Zukunft

Die Zukunft der IP-Videotechnologie liegt im "Intelligenten Video". Durch eine neuartige Chip-Technologie wird zunehmend mehr Intelligenz in die Netzwerk-Kamera selbst integriert. Das heißt, dass spezielle Bildauswertungen bereits in der Netzwerk-Kamera stattfinden und nur noch wirklich relevante Daten über das Netzwerk übertragen werden. Dies bedeutet langfristig Bandbreiteneffizienz. Die Entwicklung läuft auf Hochtouren und bereits in naher Zukunft werden Kameras mit dieser integrierten Intelligenz auf den Markt kommen.

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