Data-Readiness-Index: Sind Unternehmen bereit für die Datenflut?

  • Im Jahr 2025 umfasst die globale Datensphäre 175 Zettabyte (ZB), dabei beinhaltet dies alle Daten, die innerhalb eines Jahres produziert bzw.repliziert worden sindIm Jahr 2025 umfasst die globale Datensphäre 175 Zettabyte (ZB), dabei beinhaltet dies alle Daten, die innerhalb eines Jahres produziert bzw.repliziert worden sind
  • Im Jahr 2025 umfasst die globale Datensphäre 175 Zettabyte (ZB), dabei beinhaltet dies alle Daten, die innerhalb eines Jahres produziert bzw.repliziert worden sind
  • Zunehmend mehr Daten werden im Kern („Core“) selbst – wie auch an der „Edge“ – produziert, während der Anteil der Endpoints an der Datengenerierung abnimmt.
  • Speicherkapazitäten wachsen nicht im gleichen Tempo mit. Viele „Einweg-Daten“ bedürfen keiner nachhaltigen Lagerung.

175 Zettabyte (ZB), so viel wird die globale Datensphäre im Jahr 2025 laut der Studie „The Digitization of the World – From Edge to Core“, die von IDC mit Unterstützung von Seagate durchgeführt wurde, voraussichtlich umfassen – das entspricht einem Stapel Single-Layer-Blu-ray-Discs, der 23 Mal bis zum Mond reicht oder die Erde 222 Mal umkreist. Die Datensphäre bein­haltet alle Daten, die innerhalb eines Jahres produziert bzw. repliziert worden sind.

Während bisher Endverbraucher die größte Quelle der weltweit generierten Daten darstellten, verlagert sich das Daten- und damit Speicheraufkommen hin zu Unternehmen. Sie sind die wahren Datenverwalter, denn sie verarbeiten und speichern mehr Daten als sich an allen Endpoints, also Endgeräten und Anwendungen finden.

Keine leichte Aufgabe, zumal Daten immer öfter in Echtzeit verfügbar sein müssen – laut IDC ein knappes Drittel des Gesamtvolumens bis 2025. Dann werden drei Viertel der Weltbevölkerung täglich mit Daten interagieren, der durchschnittliche Verbraucher etwa alle 18 Sekunden.

„Edge“ gewinnt an Boden
Der Großteil der 175 ZB, welche im Jahr 2025 generiert werden, befinden sich im Kern („Core“) der Datensphäre, bestehend unter anderem aus großen Rechenzentren und der Cloud. Deutlich weniger lagern sich an den Standorten der Unternehmen und anderen Organisationen an, der sogenannten „Edge“, also auf On-Premise-Servern, in kleineren Rechenzentren usw. Gleiches gilt für die Endpunkte, von Rechnern über Smartphones bis hin zu zahllosen anderen digitalen Geräten.

Im Kern entscheidet sich, ob die Speicherkapazitäten mit dem aktuellen und künftigen Bedarf mithalten können. Hier finden die maßgeblichen Prozesse statt, hier treffen durchgehend Daten von der „Edge“ und den Endpunkten ein, fast ausschließlich hier sind anspruchsvolle Analysen möglich – und von hier aus werden die Informationen wieder in die Welt zurückgeschickt.

Interessant ist dabei die Entwicklung, dass gleichzeitig zunehmend mehr Daten im Kern selbst – wie auch an der „Edge“ – produziert werden, während der Anteil der Endpoints an der Datengenerierung abnimmt.

Auch die Lagerung der Daten an den Endpunkten geht zurück. Damit dreht sich die Entwicklung von vor wenigen Jahren in ihr Gegenteil: Es besteht immer mehr Speicherbedarf im „Core“ wie auch an der „Edge“, sprich dort, wo es besonders auf eine verzögerungsfreie Bereitstellung ankommt. Schon im Jahr 2021 wird die Cloud überdies auch Rechenzentren überholt haben, was die Menge der gelagerten Daten betrifft.

Alle diese Entwicklungen führen zu einem enormen Bedarf an anspruchsvollen Speicherkapazitäten. Zu den geschätzten knapp 60 Prozent, die von den HDD-Herstellern bereitgestellt werden, kommen weitere 26 Prozent, die auf Flash-Lösungen entfallen. Die meisten Unternehmen werden sich für einen Mix entscheiden – aus Festplatten, SSDs, Flash-Speichern und Tapes – um die Anforderungen an Leistung, Verwaltung und Archivierung zu erfüllen. Rund 80 Prozent der Unternehmensdaten in „Core“ und „Edge“ werden aber voraussichtlich weiterhin auf HDD-Festplatten abgelegt.

Blickpunkt EMEA: Datenintegrität im Fokus
Diese Prozesse laufen weltweit ab, allerdings in den verschiedenen Wirtschaftsräumen durchaus unterschiedlich. Für die EMEA-Region prognostiziert die Studie ein Datenwachstum von jährlich durchschnittlich 26,1 Prozent, von aktuell 9,5 ZB auf 48,3 ZB im Jahr 2025. In Europa und Deutschland spielt – wie in anderen entwickelten Wirtschaftsräumen – die „Edge“ als Bindeglied zwischen Kern und Endgerät eine besondere Rolle. Daher ist in EMEA gerade das Wachstum der Datensphäre an dieser Stelle mit zehn Prozentpunkten vergleichsweise hoch.

Im gesamten EMEA-Raum wächst das Informationsvolumen vor allem hinsichtlich IoT- und Produktivitätsdatentypen, womit diese die Entertainmentdaten, den bisherigen Spitzenreiter mit 54 Prozent Anteil am Gesamtaufkommen (2015), mittelfristig überholen werden. Die Zahl mobiler Daten wird um 28 Prozent zunehmen, wichtige und sicherheitsrelevante Informationen (Telemetrie von autonomen Fahrzeugen, medizinische Bildgebung, Gesichtserkennung zur Terrorismusbekämpfung usw.) um 32 Prozent und Daten, die im Rahmen von KI-Anwendungen genutzt werden, legen zwischen 2015 und 2025 jährlich um 68 Prozent zu.

Bedarfsgerechte Speicherlösungen statt „All-in-One“
Dabei wachsen die Speicherkapazitäten nicht im gleichen Tempo mit – unter anderem auch deshalb, weil viele „Einweg-Daten“ keiner nachhaltigen Lagerung bedürfen. Zurzeit hält der EMEA-Raum 24,4 Prozent des weltweiten physischen Speicherplatzes (5,0 ZB im Jahr 2018), bis 2025 wird der Anteil jedoch leicht auf 23,5 Prozent (von weltweit 16,5 ZB) sinken.

In jedem Fall, so die Studie, lässt die Nachfrage nach „All-in“- und ausschließlichen Public Cloud-Lösungen nach. Bevorzugt werden mehr und mehr kombinierte, flexible und bedarfsgerechte Ansätze wie Multi Cloud und Hybrid Cloud. Ganze 90 Prozent der Unternehmen haben oder entwickeln eine Multi Cloud-Strategie – und sind sich bewusst, dass der aktuelle Ist-Zustand in dieser Hinsicht optimierbar ist.

Das 11-fache Wachstum der Datensphäre in der EMEA-Region im Zeitraum von 2015 bis 2025 wird Unternehmen im Hinblick auf das Management, die Sicherheit, Speicherung und Nutzung von Daten vor neue Herausforderungen stellen. Sie befinden sich inmitten der digitalen Transformation – mit neuen Technologien, Anwendungen und Innovationsbeschleunigern wie IoT, Robotik, Künstliche Intelligenz/maschinelles Lernen, Blockchain und 3D-Druck. Diese Innovationsbeschleuniger nutzen Daten, um wertvolle Erkenntnisse zur Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen oder zur Verbesserung von Prozessen und Abläufen für mehr Effizienz zu liefern.

Unternehmen müssen sich immer stärker mit Compliance-Regeln, alten und neuen Informationstechnologien, Prozessen und Organisationen sowie dem globalen Wettbewerb auseinandersetzen. Sie müssen darüber hinaus Datenschutz- und -hoheit in der jeweiligen Region kennen und darauf hinarbeiten, das Vertrauen in digitale Technologien und Prozesse und den richtigen Umgang mit ihnen aufzubauen. Gleichzeitig müssen sie in der Lage sein, die Fortschritte in der Analytik zu nutzen, um Kundenbeziehungen zu vertiefen.

Aber die Herausforderungen (und Chancen) entstehen nicht allein durch das Datenwachstum. Das zeigt beispielsweise das Thema Sicherheit:

IDC schätzt, dass 2018 weltweit 56 Prozent der Daten in der Datensphäre sicher geschützt werden mussten – vom einfachen Schutz der Kontoinformationen bis hin zum Schutz vor einer vollständigen Sperrung von Bankeinlagen, kritischen Infrastrukturen und Benutzeridentitäten. Bis 2025 wird diese Zahl um zehn Prozentpunkte auf 66 Prozent steigen. Und doch wird sich der Prozentsatz der Daten, die tatsächlich geschützt werden, kaum verändern (von 45 Prozent auf 50 Prozent).

Demzufolge liegen die Prioritäten der Studienteilnehmer aus dem EMEA-Raum vor allem in den Bereichen Management des Datenvolumens sowie der Formulierung von Informations- und Verwaltungs-Strategien. Hinzu kommen Analytics und die intensivierte Nutzung der Cloud zur Datenspeicherung, aber auch Backup und Data Research.

Fazit
Nicht nur in EMEA gilt: Die Datensphäre ist enorm groß, extrem dynamisch und zunehmend komplex. Umso wichtiger ist ein planvoller Umgang mit den Informationen, ihrer Handhabung und Lagerung. Wie die Studie zeigt, ist vielerorts schon einiges in dieser Hinsicht geschehen – aber es existiert noch immer großer Handlungsbedarf.

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