Vfdb- Fachtagung: Rettungsdienste im Wandel

Neue Herausforderungen aufgrund technischer und klimatischen Veränderungen

  • Zur 66. Jahresfachtagung der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes trafen sich kürzlich rund 650 Experten aus dem In- und Ausland (Foto: Wolfgang Duveneck, Vfdb)Zur 66. Jahresfachtagung der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes trafen sich kürzlich rund 650 Experten aus dem In- und Ausland (Foto: Wolfgang Duveneck, Vfdb)

Zur 66. Jahresfachtagung der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes trafen sich kürzlich rund 650 Experten aus dem In- und Ausland, um sich über den aktuellen Stand von Wissenschaft, Technik und der Gefahrenabwehr zu informieren und auszutauschen. Besonders deutlich wurden dabei die neuen Herausforderungen, die der technische Wandel und klimatische Veränderungen für Rettungsdienste und den Katastrophenschutz künftig mit sich bringe.

Dazu zählt die Erkenntnis, dass Feuerwehren und Rettungsdienste von morgen ohne umfassende Nutzung digitaler Technik nicht mehr die Anforderungen der Zukunft erfüllen könnten. Wie in einem der Vorträge am letzten Kongresstag betont wurde, gehöre hierzu auch der Einsatz von Virtual Reality - sowohl zu Übungszwecken als auch im Einsatz. Auch sogenannte „digitale Zwillinge“ seien längst keine Utopie mehr. Dabei sei es möglich, zum Beispiel eine VR-Simulation mit detailgetreuen Abbildern der Realität aufzubauen.

„Die Grundlage für einen solchen digitalen Zwilling bildet die Analyse vorhandener Daten wie Konstruktionszeichnungen oder Baupläne“, erläuterte Patrick D. Reschke von Northdocks GmbH und wies auf die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten der Technologie hin.

Sicherer Holzbau
Auf breites Interesse stieß auch ein Forum zum Thema Holzbauten, die immer mehr im Trend liegen. Aus feuerwehrtechnischer Sicht betonte Peter Bachmeier vom Arbeitskreis Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der AGBF, dass auch bei mehrstöckigen Standardgebäuden bis zur Gebäudeklasse 5 ein ausreichend sicherer Holzbau möglich sei. „Maßgeblich hierfür ist die Planung und die Ausführung“, so Bachmeier. Wichtig sei, dass den Einsatzkräften im Brandfall die möglichen Gefahren bekannt seien.

Angesichts ständig steigender Einsatzzahlen und einer zunehmenden Überlastung der Rettungsdienste im Bundesgebiet berichteten Jürgen Wolff, Leitender Branddirektor der Berufsfeuerwehr Aachen und Dr. Stefan Beckers, ärztlicher Leiter des Aachener Rettungsdienstes, von positiven Erfahrungen beim Einsatz von Telemedizin: 2014 habe die Stadt den Telenotarztdienst als weltweit erstes umfassendes telemedizinisches Rettungsassistenzsystem in der prähospitalen Versorgung eingeführt.

Seitdem ermögliche das System nach Angaben der Referenten eine unmittelbare, sichere und zuverlässige Telekonsultation eines Notfallmediziners im Rettungseinsatz.

„Ohne Nutzung der technischen Möglichkeiten werden die Retter immer mehr an ihre Grenzen stoßen“, sagte Vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner. Zugleich wiederholte er seine Forderung nach einem „DigitalPakt“ für Feuerwehren und Rettungsdienste. „Ob Nutzung von Tablets oder Telemedizin, Drohnen oder VirtualReality – wenn wir nicht mit der modernen Technik Schritt halten können, wird sich das Schutzniveau drastisch verschlechtern.“

„Das Motto unserer Fachtagung hieß ‚Klima, Gesellschaft, Technik – alles im Wandel?‘ Das Fragezeichen können und müssen wir durch ein Ausrufungszeichen ersetzen. Ja, es ist alles im Wandel!“ , so Vizepräsidentin Dr. Anja Hofmann-Böllinghaus abschließend.

Für Schutz, Rettung und Sicherheit seien deshalb weitreichende Auswirkungen auf die künftige Nachwuchsgewinnung, Ausbildung, Ausrüstung und Taktik erforderlich. Eine Schlüsselrolle nehme dabei die Digitalisierung ein.

Die nächste Fachtagung
Aufgrund der Interschutz, der Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen, Bevölkerungsschutz und Sicherheit, vom 15. bis 20. Juni 2020 in Hannover, findet die nächste Vfdb-Jahresfachtagung erst wieder im Jahr 2021 statt.

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vfdb - Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V.
Postfach 4967
48028 Münster
Telefon: +49 251 3112 1604

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