Mini Zeppelin für Feuerwehr und Katastrophenschutz

Interview mit Artur Brauchle, Projektleiter bei ZLT Zeppelin Luftschifftechnik

  • Ein Einsatzfeld des Minizep in der Simulation: Messungen innerhalb von Schadstoffwolken (Foto: ZLT)Ein Einsatzfeld des Minizep in der Simulation: Messungen innerhalb von Schadstoffwolken (Foto: ZLT)
  • Ein Einsatzfeld des Minizep in der Simulation: Messungen innerhalb von Schadstoffwolken (Foto: ZLT)

Die ZLT Zeppelin Luftschifftechnik arbeitet im Rahmen eines Forschungsprojekts an einem Mini Zeppelin, dem ­„Minizep". Gedacht ist er für den zivilen Einsatz von Feuerwehren, im Katastrophen- und Umweltschutz. Auf der Interschutz lotete das Unternehmen den Bedarf für ein solches autonom fliegendes Klein-Luftschiff als Sensorträger aus und erntete positive Resonanz. GIT-SICHERHEIT.de sprach mit Projektleiter Artur Brauchle.


GIT-SICHERHEIT.de: Herr Brauchle, eines Ihrer jüngsten Forschungsprojekte befasst sich mit der Entwicklung eines autonom fliegenden Mini Zeppelins, der z. B. im Katastrophenschutz nützlich sein könnte. Nun nutzen Feuerwehren ja u. a. bereits ferngesteuerte Mini-Drohnen, außerdem sind Hubschrauber, etc. im Einsatz. Was könnte ein Mini Zeppelin hier zusätzlich leisten?

A. Brauchle: Die Stärken eines Luftschiffs, bzw. die Schwächen von Hubschrauber bzw. Quadrokopter und Flugzeug zeigen sich, wenn man sich die jeweils mögliche Einsatzdauer in Abhängigkeit zur Fluggeschwindigkeit betrachtet. Bei elektrisch betriebenen Luftfahrzeugen bestimmt die Akku-Kapazität die mögliche Einsatzdauer. Bei langsam fliegenden Geräten haben hier Luftschiffe eindeutig die Nase vorn. Bei kurzzeitigen, kleinräumigen Aufgaben haben Hubschrauber Vorteile, bei hohen Geschwindigkeiten sind es die Flugzeuge. Mit den Eigenschaften eines Luftschiffes - leise, langsam, niedrige Flughöhe, lange Flugdauer - sehen wir ein autonom fliegendes Luftschiff als ideale Plattform zum längeren Überwachen von Großschadensereignissen, zur Messung und großräumigen Verfolgung von Schadstoffwolken, wie auch zur Suche von Vermissten. Möglich ist eine optische und eine akustische Suche. Dabei bleiben die Betriebskosten sowie die Störung der Bevölkerung vergleichsweise gering.

Was sind die hauptsächlichen technischen Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Konstruktion eines solchen Mini Zeppelins?

A. Brauchle: Natürlich ist es immer eine Herausforderung, die spezifizierten Kerndaten in der Hardware zu realisieren, sprich die spezifizierte Flugdauer, Fluggeschwindigkeit u.s.w.

zu erreichen. Als größte Herausforderung sehe ich, dass unser Luftschiff am Luftverkehr auch am kontrollierten Flugraum teilnehmen soll. Sprich, es soll wie jedes andere Fluggerät sich identifizieren, am Flugfunkverkehr teilnehmen, im Notfall Ausweich-Manöver durchführen usw.

Wie hoch könnte ein solches Gerät etwa fliegen, wie lange und mit welcher Ausrüstung?

A. Brauchle: Das Luftschiff ist projektiert auf eine maximale Flughöhe von 500 m über Grund, bei einer maximalen Startplatzhöhe von 1.000 m über dem Meeresspiegel. Die Flugdauer ist auf zwei Stunden bei einer Reisegeschwindigkeit von 30 km/h veranschlagt. Die Ausrüstung mit Sensor und Nutzlast darf maximal 5 kg betragen.

Wie sieht es mit Transport und Aufrüstzeiten aus?

A. Brauchle: Das Luftschiff soll in einem Anhänger transportiert werden. Die Aufrüstzeit ist mit etwa 30 Minuten veranschlagt.

Braucht eine spezielle Ausbildung, wer ein solches Gerät nutzen will?

A. Brauchle: Der Bediener muss natürlich eine Einweisung in die Bedienung des Systems erhalten. Jedoch soll dem „Piloten" das Fliegen durch Automatisierung so einfach wie möglich gemacht werden. Das Luftschiff wird autonom den vom Bediener vorgegebenen Wegpunkten nachfliegen. Nur bei Start und Landung sind manuelle Eingriffe erforderlich - diese werden jedoch immer durch die Flugregelung unterstützt und bei Luftschiffen generell recht einfach.

Herr Brauchle, wie ist Ihre Einschätzung zum Bedarf des Marktes?

A. Brauchle: Wir haben derzeit gewisse Anwendungen im Auge, für die wir bereits jetzt einen Markt mit gewissen Stückzahlen sehen. Ich denke jedoch, dass sich darüber hinaus noch weitere Einsatzfelder ergeben werden, wenn es diese Art von Luftfahrzeug erst einmal zu kaufen gibt.

Herr Brauchle, besten Dank für das Gespräch.

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ZLT Zeppelin Luftschifftechnik GmbH & Co. KG
Allmannsweilerstr. 132
88046 Friedrichshafen
Germany
Telefon: +49 7541 5900 0

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