High-Tech in der Kurstadt - Vernetzte Honeywell-Sicherheitstechnik für das ­„Rhein Main Congress Center" in Wiesbaden

  • © Foto: Peter Krausgrill© Foto: Peter Krausgrill
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  • Blick hinter die Kulissen, wo Honeywell-Technik ihren Sicherheitsdienst verrichtet
  • Sicherheitstechnische Herausforderung: RMCC Halle Nord mit 4.614 m² für 5.020 Personen in Reihenbestuhlung, 3.000 Sitzplätze auf der Teleskoptribüne. © Foto: Thomas Ott
  • Rhein-Main Congress Center (RMCC) Wiesbaden: Event-Location für bis zu 12.500 Personen – abgesichert durch die Partner Hieronymus Sicherheits-Systemhaus und Honeywell. © Foto: Peter Krausgrill
  • Klaus Hirzel, General Manager und Business Leader Europe Central & East bei Honeywell Fire Products

TITELTHEMA Ausgabe GIT SICHERHEIT 1-2/2020: Im April 2018 eröffnete mit dem Rhein Main Congress Center im Herzen der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden eines der innovativsten Veranstaltungs­zentren Deutschlands. Ein solch multifunktionales Veranstaltungshaus mit stets wechselnden Raumkonzepten und Besuchergruppen benötigt ein ausge­klügeltes und flexibles Sicherheitspaket. Das leistungsstarke Honeywell-Portfolio mit Sicherheits- und Brandschutz-Lösungen und ein zentrales Alarm­management legen den Grundstein dafür.

Das Rhein Main Congress Center mit seinen 45 Hallen, Sälen und Meeting-Räumen bietet alles, was ein Veranstalterherz höherschlagen lässt – Innovation, Multifunktionalität, modernste Medien- und Veranstaltungstechnik und ein flexibles Raumkonzept mit mobilen Trennwänden für Veranstaltungen mit bis zu 12.500 Personen. Die ausgefeilte Architektur des 194-Millionen-Euro-Projekts schafft den jeweils optimalen Rahmen für Kongresse, Messen oder Tagungen, kulturelle und gesellschaftliche Events oder Konzerte auf insgesamt drei Ebenen.

Solch eine Multifunktionalität mit oftmals mehreren parallel standfindenden Veranstaltungen stellt hohe Anforderungen, vor allem an das integrierte Sicherheitspaket. Um das zu gewährleisten, entschied sich die städtische Triwicon als Bauherr nach einer öffentlichen und europaweiten Ausschreibung für eine bislang ungewöhnliche Kooperation: während der Starkstrom-Teil des Elektropakets von der bulgarischen Errichterfirma Arge Siltek – Electricity ausgeführt wurde, war die in Mainz angesiedelte Firma Hieronymus Sicherheits-Systemhaus als Kooperationspartner der Arge Siltek – Electricity für die Schwachstromtechnik zuständig.

„Zugegeben, wir waren zunächst skeptisch. In solch einer Konstellation hat noch niemand von uns Erfahrungen sammeln können. Aufgrund der verpflichtenden europäischen Ausschreibung war jedoch klar: wir hatten gar keine andere Wahl als von vornherein im Team zu arbeiten und so haben wir es geschafft, dieses Großprojekt im geplanten Zeit- und Kostenrahmen abzuschließen.

Dass die Zusammenarbeit mit der Arge und Hieronymus in dieser Konstellation letztlich so gut funktionierte, hat uns positiv überrascht“, sagt Henning Wossidlo, Betriebsleiter bei der Triwicon. Nach dem Spatenstich am 16. Januar 2015 dauerte das gesamte Bauvorhaben nur etwas mehr als drei Jahre.

Brandschutz und mehr – vernetzte Lösungen
Bei der Sicherheitstechnik ging Hieronymus Sicherheits-Systemhaus keine Kompromisse ein, wie Oliver Schulmerich, einer der beiden Geschäftsführer, erklärt: „Veranstaltungs- und Messehallen auszustatten, die unterschiedliche Raum- und Bereichskonzepte erfordern, ist vor allem in dieser Größenordnung etwas anderes als Sicherheitstechnik in Bürogebäuden mit gleichen Etagenkonzepten zu integrieren. Für uns sind daher die Funktionalität und das Vertrauen in die Partnerlösungen entscheidend.“

In den Bereichen Einbruchmeldung, Brandschutz, Sprachalarmierung, Zutrittskontrolle sowie Gesamtsystemüberwachung entschied sich Hieronymus Sicherheits-Systemhaus daher für Lösungen von Honeywell, da diese bereits mehrfach erfolgreich in Projekten eingesetzt wurden und die geforderte Funktionalität liefern. Fluchtwegsteuerung und elektronische Zylinder wurden trotz der Eigenschaft als Handelsware dennoch über Honeywell bezogen, da von der konzeptionellen Beratung bis hin zur sehr guten Integrationsmöglichkeit allumfassende Vorteile vorhanden sind. Auch über spezielle Anforderungen eingebrachte Fremdfabrikate wie Sprechanlage und Videoüberwachung konnten konzeptionell tief in die Lösung von Honeywell eingebunden werden.

Zentrale Alarm-Managementsoftware
Zentrales Element des Sicherheitssystems ist die Alarmmanagementsoftware Winmag Plus von Honeywell. Hier laufen Einbruchmeldeanlage, Brandmeldeanlage (Brandmelderzentralen IQ8Control M und Flexes Control von Esser, sprich Novar by Honeywell), Fluchtwegsteuerung, Sprachalarmierung (Esser), Zutrittskontrolle und die Intercom-Anlage zusammen. Die Haustechniker und Sicherheitsverantwortlichen können sich mit Winmag plus jederzeit einzelne Räume als 2D-Modell anzeigen zu lassen und somit jeden einzelnen Bereich und jeden einzelnen Sensor überwachen. Die in Wiesbaden zum Einsatz gekommene Version 5 der Alarmmanagementsoftware bietet zudem ein erweitertes Schnittstellenspektrum für bessere Konfigurations- und Integrationsmöglichkeiten.

„Eine hohe Flexibilität war schon allein durch die durchaus komplexen neuen Alarmierungskonzepte vom Brandschutzgutachter gefordert“, sagt Schulmerich. „Hier kam dem Team die Vielseitigkeit der Honeywell-Lösung entgegen, sodass individuelle komplexe Ansteuerungen der verschiedenen Alarmierungsbereiche schnell im Winmag-System abgebildet und dargestellt werden konnten“, bestätigt Alexander Spatz, Senior Sales-Manager bei Honeywell Security, der das Projekt von Anfang an begleitete. Das Rhein Main Congress Center ist nun in der Lage, ein für jede Veranstaltung passendes Alarmierungskonzept zu aktivieren sowie auch weitere Modi zwischendurch, etwa in Auf- und Abbauzeiten sowie während der Betriebspausen.

Modulare und skalierbare Einbruch­meldeanlage
Die Einbruchmeldesysteme von Honeywell entsprechen den Richtlinien der VdS-Sicherungsklasse C und bieten Flexibilität, beispielsweise durch Makrosteuerungen. Dies ist die Grundlage für kundenorientierte Lösungen in allen Größenanforderungen mit qualitativ bewährter und stets innovativer Technik und führte zu der Entscheidung, auch in diesem Bereich auf eine solche Lösung zu setzen. Im Rhein Main Congress Center wird auf MB-Secure gesetzt, eine modulare und vor allem skalierbare Plattform, die multifunktional einsetzbar ist für die unterschiedlichsten Sicherheitslösungen – somit ist sie besonders geeignet für den Einsatz in einem Veranstaltungshaus wie dem in Wiesbaden. Mit einer einzigen Zentrale können sowohl Einbruchmeldezentrale als auch Zutrittskontrolle und bei Bedarf auch Videoüberwachung integriert werden. Über Lizenzschlüssel lassen sich alle Zugangspunkte in ihrer genauen Anzahl aktivieren und auch abrechnen, zudem kann das Congress Center spätere Anpassungen direkt über ein Online-Portal für den Errichter vornehmen lassen.

Komplexe Zutrittskontrolle ­leichtgemacht
Im Bereich Zutrittskontrolle stand von vornherein fest, dass es eine elektronische Lösung sein muss. „Durch die Vielfalt an Veranstaltungen und die sich somit rasch ändernden Raum- und Nutzungsvorgaben gibt es ständig wechselnde Zutrittsanforderungen. Seien es die Besuchergruppen, Polizei und Feuerwehr, Lieferanten oder der eigene Mitarbeiterstab mit verschiedenen Rollen und Berechtigungen – für alle muss zu jeder Zeit die entsprechende Zutrittsregelung greifen“, sagt Maximilian Grossmann, ebenfalls Geschäftsführer der Hieronymus Sicherheits-Systemhaus.

Das Ergebnis für die knapp 1.000 Zutrittspunkte ist eine aus der Zutrittsmanagementsoftware IQ Multi Access von Honeywell, die auch die Winmag-Plus-Anbindung bewerkstelligt, und einer integrierten virtuell vernetzten Lösung von Salto Systems bestehenden Zutrittslösung. Diese basiert auf dem Salto Virtual Network (SVN) mit patentierter Schreib-Lese-Funktionalität und einer verschlüsselten Datenübertragung (GIT SICHERHEIT berichtete 2018 über die erste Ausbaustufe*). Alle Schließberechtigungen werden auf Karten als Identmedien gespeichert. Über Online-Wandleser werden die ausgelesenen Daten an den zentralen Server übermittelt und gleichzeitig die aktuellen Schließberechtigungen aus IQ Multi Access auf die Identmedien übertragen.

Wenn Kundenwünsche und Veranstaltungskonzepte immer komplexer und ausgefallener werden, sollte die Sicherheitstechnik Schritt halten. Mit den integrierten Lösungen von Honeywell sind die Mitarbeiter des Rhein Main Congress Centers jederzeit auf der Höhe des Geschehens und können selbst auch spontane und ungewöhnliche Situationen reagieren.

Spezielle Kundenwünsche sind bei Honeywell nicht selten Chefsache – erst recht, wenn es um Projekte in großen Dimensionen geht. In wichtiger Funktion bei Honeywell ist Klaus Hirzel tätig – er ist Managing Director bei Honeywell Building Products Fire für die EMEA Central Region. GIT SICHERHEIT sprach mit Klaus Hirzel.

Herr Hirzel, an Projekten wie dem RheinMain-CongressCentrum in Wiesbaden wird deutlich, wie wichtig es ist, dass Einbruchmeldung, Brandschutz, Sprachalarmierung und Zutrittskontrolle gut ineinandergreifen. Das kommt besonders bei komplexen Raumkonzepten zur Geltung. Wie sehen Sie das bei Honeywell?

Klaus Hirzel: Als führender Hersteller in der Sicherheitstechnik sind wir immer bestrebt, unseren Systemhäusern und Endkunden integrative und funktionale Lösungen anzubieten. Die verschiedenen Systeme müssen reibungslos zusammenspielen. Dabei muss das Sicherheitskonzept sowohl die individuelle Nutzung der Endkunden, als auch ihre Prozesse und Arbeitsabläufe berücksichtigen. Daher betrachten wir die Sicherheitstechnik ganzheitlich – von der Detektion über die Alarmierung bis hin zur geregelten Evakuierung. Es gibt mir persönlich und uns als Hersteller ein gutes Gefühl, in einer Branche zu arbeiten, die uns allen Sicherheit und Lebensqualität bietet.

Welche Entwicklungen in der Gebäudetechnik stehen derzeit noch im Vordergrund aus Ihrer Sicht – wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die Branche und für die Kunden?  

Klaus Hirzel: Auch wir unterliegen dem globalen Trend der Digitalisierung und Konnektivität der Systeme. Jederzeit und überall Zugriff auf seine installierten Systeme zu haben, Daten lokal oder in einer Cloud zu speichern, ist Grundvoraussetzung für weitere Produktivitätssteigerungen unserer Errichter in der Zukunft. Das birgt natürlich viele neue Herausforderungen für die Sicherheitstechnik, welche uns aus dem Bereich Cyber Security vorgegeben werden. Diese Herausforderung nehmen wir gerne an und sind für die Zukunft gut aufgestellt.

Was wird von Honeywell 2020 noch auf uns zukommen?

Klaus Hirzel: Dieses Jahr wird ein sehr spannendes Jahr für Honeywell werden. Wir werden im 2. Quartal eine Software zur Unterstützung von Wartungs- und Servicearbeiten in den Markt bringen. Im September zur Security Messe in Essen werden wir unsere neue Zentralenplattform präsentieren. Zunächst die Inspire für die Marke Notifier by Honeywell und in 2021 mit neuem Feldbus für Esser by Honeywell. Damit werden wir wieder einen technologischen Meilenstein in der Brandmeldetechnik setzen. Außerdem werden wir eine neue globale Beschallungs- und Sprachalarmierungsplattform launchen. Sie können gespannt sein!

Vielen Dank – wir sind gespannt!

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Novar GmbH a Honeywell Company
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