19.06.2020
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ZVEI: Deutsche Elektroexporte brechen um ein Fünftel ein

Im April 2020 brachen die Exporte der deutschen Elektroindustrie um ein Fünftel gegenüber Vorjahr auf 13,5 Milliarden Euro ein, so der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

„Einen derart schweren Rückschlag hatten wir zuletzt als Folge der Finanzkrise im ersten Halbjahr 2009“, so ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Immerhin war das Minus gut zehn Prozentpunkte kleiner als bei den gesamtwirtschaftlichen Lieferungen.“ In den gesamten ersten vier Monaten dieses Jahres kamen die aggregierten Branchenausfuhren auf 66,7 Milliarden Euro, womit sie um 6,2 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lagen.

Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland gingen im April ebenfalls stark zurück. Sie ließen um 16,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 12,9 Milliarden Euro nach. Von Januar bis April 2020 fielen sie im Vergleich zu 2019 insgesamt um 6,7 Prozent auf 60,9 Milliarden Euro.

Die deutschen Elektroexporte in die Länder der Eurozone schrumpften im April überproportional stark; sie sanken um 29,5 Prozent gegenüber Vorjahr auf 3,7 Milliarden Euro ab. Die Lieferungen nach Frankreich fielen hier um 42,0 Prozent auf 624 Millionen Euro, die nach Belgien um 36,8 Prozent auf 287 Millionen Euro. Die Exporte nach Spanien und Italien gaben um 34,0 Prozent auf 335 Millionen Euro und 28,3 Prozent auf 565 Millionen Euro nach. Im Ausfuhrgeschäft mit Österreich belief sich das Minus im April auf 16,5 Prozent auf 578 Millionen Euro. Ähnlich rückläufig waren die Lieferungen in die Niederlande mit minus 16,0 Prozent auf 722 Millionen Euro.

Im Gesamtzeitraum von Januar bis einschließlich April dieses Jahres verfehlten die Elektroausfuhren in die Eurozone ihren Vorjahreswert um 11,5 Prozent. Sie kamen auf 20,6 Milliarden Euro. Mit minus 15,7 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro sanken die Elektroexporte in die Länder außerhalb des Euroraums im April 2020 nur halb so stark wie jene in den gemeinsamen Währungsraum. „Das lag vor allem an China“, so Gontermann. „Hier setzte sich die bereits im März begonnene Erholung im April verstärkt fort.“ So zogen die Ausfuhren in das Reich der Mitte im April im Vergleich zum Vorjahr um 17,5 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro an.

Auch die Exporte nach Polen lagen leicht im Plus, sie erhöhten sich um 2,3 Prozent auf 715 Millionen Euro.

Im Gegensatz dazu ließen die Ausfuhren nach Großbritannien im April um 30,2 Prozent auf 462 Millionen Euro nach. Im Geschäft mit den USA lief ein Minus von 25,4 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro auf. Die Exporte nach Tschechien nahmen um 16,2 Prozent auf 675 Millionen ab, die nach Japan und Südkorea um 14,8 Prozent auf 220 Millionen Euro und 5,0 Prozent auf 214 Millionen Euro. In den ersten vier Monaten dieses Jahres beliefen sich die Lieferungen in Drittländer auf 46,1 Milliarden, 3,7% Prozent weniger gegenüber dem Vorjahr.

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