16.02.2011
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Krisenmanagement: Visuelle Darstellungen warnen vor Gefahren

Erste deutsch-amerikanische Zusammenarbeit in der Sicherheitsforschung startet

  • Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF (Foto: BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung)Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF (Foto: BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Zum ersten Mal wird es ein deutsch-amerikanisches Verbundprojekt in der Sicherheitsforschung geben: Unter dem Titel VASA startet nun ein Vorhaben, welches vom Department of Homeland Security (DHS) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen auf den Weg gebracht wird.

VASA steht dabei für "Visual Analytics for Security Applications". Entwickelt werden soll eine IT-Lösung, die Einsatzverantwortliche in die Lage versetzen soll, in kurzer Zeit komplexe Krisensituationen zu verstehen, zu bewerten und zu beheben. "Verkehrsnetze, Energieversorgungs- oder Kommunikationsnetzwerke sind in vielfältiger Weise miteinander verbunden", betonte Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF, in Berlin. "Um in kritischen Situationen richtig reagieren zu können, müssen große Mengen an Informationen in kurzer Zeit durch den Menschen erfasst und verarbeitet werden. Hieran arbeiten die Wissenschaftler im deutsch-amerikanischen Vorhaben." Ziel ist es, Methoden und Verfahren der "Visual Analytics" für Katastrophenvorsorge und Krisenmanagement zu nutzen.

Die neue Disziplin "Visual Analytics" verbindet die automatische Datenanalyse mit neuartigen Techniken zur Visualisierung. So lassen sich die unterschiedlichen Fähigkeiten von Computer und Mensch optimal nutzen: Der Rechner ist zuständig für die Abarbeitung großer Datenmengen und deren Verwandlung in eine für den Menschen erfassbare optische Darstellung. Der Nutzer kann sich darauf konzentrieren, Muster zu erkennen sowie die betrachteten Daten zu bewerten. Visuelle Darstellungen können zum Beispiel Auffälligkeiten in Strom- oder Kommunikationsnetzen sichtbar machen.
"Unser Ziel ist es, Instabilitäten in Infrastrukturnetzen im Vorfeld zu erkennen, um optimal zu reagieren. Das heißt: Im besten Fall wird es gar nicht erst zu Katastrophen kommen. Dafür entwickelt das Forschungsprojekt VASA innovative Lösungen und bündelt deutsche und amerikanische Exzellenz im Gebiet der Visual Analytics", sagte Schütte. Dies ist das erste Mal, dass auf diesem Themengebiet Industrie und Sicherheitsbehörden in einem deutsch-amerikanischen Verbundprojekt zusammenarbeiten.

Das Projekt steht unter Federführung der Universität Konstanz und des Visual Analytics for Command, Control, and Interoperability Environments Center (VACCINE, West Lafayette, USA) Es forschen insgesamt zwölf Partner unter Beteiligung von Industrie, Katastrophenschutz und Stromnetzbetreibern.

Basis für die Kooperation ist das deutsch-amerikanische "Regierungsabkommen über die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der zivilen Sicherheit", das im Jahr 2009 unterzeichnet wurde. Deutschland und die USA wollen jeweils ca. vier Millionen Euro in das VASA-Projekt investieren. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

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