Safety

Euchner: RFID-basierte Zugriffsverwaltung im Chemnitzer Motorenwerk von Volkswagen

10.06.2021 - Im Motorenwerk Chemnitz fertigt VW Sachsen ­Drei- und Vierzylinder-Ottomotoren mit Hubräumen von 1,0 bis 1,5 Litern.

Eine Station der Montage­linien dient dem vollautomatisierten Verschrauben der Kraftstoffverteilerleiste. Um in diesem Teil der Fertigung den Zugang zu den Montageplätzen zu regeln, nutzt Volkswagen schon seit vielen Jahren das Electronic-Key-System EKS von Euchner. Bereits seit 2010 ist das elektronische Schlüsselsystem für die Zugriffskontrolle auf Anlagen und Prozesse im Einsatz, seit 2013 zusätzlich im Zusammenhang mit der sicheren Betriebsartenwahl. Um die Betriebs­sicherheit weiter zu erhöhen, suchte das Werk kürzlich nach einer Lösung, um einzelne Schlüssel bei Verlust auch im SPS-Umfeld zentral sperren zu ­können. VW integrierte daher die Software EKS Data Service, die dies nun ermöglicht.

Das Electronic-Key-System EKS von Euchner besteht aus einem elek­tro­nischen EKS-Schlüssel mit einem beschreibbaren RFID-Transponder, mit dem sich der Benutzer an der Maschine anmeldet, und der EKS-Schlüsselaufnahme am Bedienpanel, in der der EKS-Schlüssel während der Bedienung der Maschine platziert wird. Jeder Benutzer erhält einen EKS-Schlüssel, der personalisiert und mit individuellen Berechtigungen versehen ist. Dazu gehören neben der Werker-Ident-Nummer und Kostenstelle die jeweilige Berechtigungsstufe für seinen Arbeits- und Verantwortungsbereich sowie die Legitimationsstufe für das Arbeiten in einer bestimmten Betriebsart.

Schlüssel einmal gesteckt – alle Funktionen verfügbar
Im täglichen Einsatz bietet das EKS-System hohen Bedienkomfort: Steckt ein Mitarbeiter seinen individualisierten EKS-Schlüssel in die Schlüsselaufnahme am Bedienpanel, sind alle freigeschalteten Funktionen sofort verfügbar, mehrmaliges Umstecken bzw. Wechseln von EKS-Schlüsseln entfällt, der Einsatz von Schlüsselschaltern ist nicht mehr notwendig.

Die individualisierten EKS-Schlüssel gewährleisten, dass nur autorisierte und geschulte Benutzer wichtige Prozessparameter an der Maschinensteuerung ändern dürfen. Zudem trägt das System indirekt dazu bei, den Personenschutz zu erhöhen: So darf nur speziell ausgebildetes Personal an der Maschine in einer Sonderbetriebsart arbeiten, beispielweise für sensible Einrichtungs- und Wartungsarbeiten bei geöffneter Schutzeinrichtung, die für nicht qualifizierte Bediener eine Gefahr darstellen können.

Betriebsartenfreigabe
Die Freigabe der sicheren Betriebsarten erfolgt bei VW Chemnitz über den EKS-Schlüssel. Bei der speziellen Station für die Kraftstoffverteilerleiste können grundsätzlich alle Bewegungen der Anlage und der Roboter mithilfe einer Sonderbetriebsart und bei offener Schutztür eingerichtet werden. Es ist die erste Station im Werk Chemnitz, die ausschließlich mit elektrischen Antrieben arbeitet. Das Auswahlsystem zur Anwahl der Sicherheitsbetriebsart wurde bei dieser Station in das Tastenfeld des Bedienpanels der Maschine integriert. Das heißt: Nach erfolgreicher Identifikation des Mitarbeiters über den Schlüssel leuchten auf dem Bedienpanel verschiedene Drucktaster auf, mit denen der autorisierte Bediener die erforderliche Betriebsart anwählen und umschalten kann.

Software für mehr Komfort
Bisher waren die entscheidenden Zugriffsinformationen bei der Nutzung an der SPS ausschließlich auf dem jeweiligen EKS-Schlüssel gespeichert. Der Nachteil: Bei Verlust war dieser auch weiterhin verwendbar – ein Schutz vor möglicher Manipulation und Missbrauch bestand bisher nur eingeschränkt. Um die Betriebssicherheit weiter zu erhöhen, nutzt VW Chemnitz jetzt zusätzlich die flexible Software EKS Data Service, die die PC- mit der SPS-Welt verbinden kann. Die Software lässt sich nachträglich in jedes bestehende EKS-Umfeld integrieren, in dem auf Basis von Siemens-SPS-Steuerungen und über EKS Profinet oder EKS Profibus gearbeitet wird. In der Montagelinie sind die wichtigen Zugriffsinformationen jetzt auf dem EKS-Schlüssel und gleichzeitig in der Datenbank Electronic-Key-Manager EKM gespeichert.

In der Praxis heißt das: Jeder EKS-Schlüssel in der Lesestation wird automatisch auf seinen Inhalt und seine Gültigkeit überprüft. Hierfür werden die Inhalte der EKM-Datenbank in einer Datei im CSV-Format in die PC-Umgebung exportiert und dann mithilfe der Software EKS Data Service der SPS-Steuerung bereitgestellt. Bei erfolgreicher Identifikation des EKS-Schlüssels kann dieser genutzt werden. Im Falle des Verlusts eines EKS-Schlüssels kann dieser schnell und unkompliziert über die Schlüsseldatenbank des EKM gesperrt werden. Ein unbefugter Maschinenzugriff ist damit praktisch ausgeschlossen.

Mehr Sicherheit für Mensch und Prozess
Mit dem Einsatz des EKS-Systems und der neuen Software EKS Data Service kann VW Chemnitz die Sicherheit am Arbeitsplatz noch mal deutlich steigern. Gleichzeitig ist der Fertigungs- und Montageprozess noch wirkungsvoller vor unbefugten oder versehentlichen Eingriffen geschützt. Somit trägt das EKS-System entscheidend dazu bei, die Produktivität und Qualität des Produktionsstandorts zu sichern. Aktuell ist geplant, in Zukunft einzelne Datenelemente der Datenbank mit den Schlüsseldaten abzugleichen. Dadurch wird das VW-Werk Chemnitz den Schutz vor Manipulation und Missbrauch noch weiter erhöhen.

Das EKS-System bei VW Chemnitz

  • Jeder Benutzer erhält einen EKS-Schlüssel, der personalisiert und mit individuellen Zugriffsrechten und Berechtigungen für die Betriebsartenwahl versehen ist
  • Alle freigeschalteten Funktionen sind durch einmaliges Platzieren des EKS-Schlüssels verfügbar, mehrmaliges Umstecken bzw. Wechseln der EKS-Schlüssel entfällt
  • Die Zugangssicherheit zum System ist wesentlich höher als mit Schlüssel­schaltern
  • EKS-Schlüssel können bei Verlust schnell gesperrt werden

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