Security

Eizo und Milestone kooperieren

Interview mit Oliver Nachtigal (Eizo) und Roy Band (Milestone)

26.02.2021 - Im Rahmen einer technischen Zusammenarbeit haben Eizo und Milestone ein Plugin zur Verwendung der Duravision-IP-Decoder-Lösungen von Eizo in die Videomanagement-Software (VMS) Milestone X Protect integriert. GIT SICHERHEIT sprach darüber mit Oliver Nachtigal, Business Development Manager Security + Surveillance bei Eizo und Roy Band, Community Manager Middle Europe Region, Milestone Systems.

GIT SICHERHEIT: Herr Nachtigal, Eizo arbeitet seit neuestem mit Milestone zusammen, d.h., Ihre Monitore sind jetzt mit der Videomanagementsoftware von Milestone kompatibel? 

Oliver Nachtigal: Ja, richtig. Sowohl unser Decoder-Monitor FDF2711W-IP als auch unsere Decoder-Box DX0211-IP sind nun dank eines neu entwickelten Eizo Video Wall Plugins für die Milestone VMS integriert.

Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich daraus für Ihre Kunden? 

Oliver Nachtigal: Die Integration ermöglicht eine besonders komfortable Bedienung und Fernsteuerung unserer IP-Decoder-Lösungen direkt über den Client der Milestone VMS. Besonders in großen Projekten, bei denen viele Monitore zur Installation gehören, wie beispielsweise in Flughäfen oder im sicherheitsbehördlichen Bereich, sind diese nun sehr einfach zu verwalten. 

Gibt es bestimmte neue Märkte und Geschäftsfelder, die Sie mit dieser Zusammenarbeit mit Milestone erschließen möchten? 

Oliver Nachtigal: Besonders in den Bereichen Transportation und Energie sowie in behördlichen Projekten möchten wir verstärkt aktiv werden. Speziell in diesen Märkten werden Lösungen benötigt, die einen hohen Sicherheitsstandard erfüllen und die besonders zuverlässig und langlebig sind. Andererseits sollten diese auch leicht zu bedienen sein.

Geben Sie uns noch einmal einen näheren Einblick in die generellen Besonderheiten von Eizo Decoder-Monitoren? 

Oliver Nachtigal: Das Besondere bei unseren IP-Decoder-Lösungen ist der direkte Anschluss von IP-Kameras ohne Computer oder sonstige Hardware. Dadurch wird einerseits die Installation drastisch vereinfacht, andererseits spart man sich eine Menge Wartungs- und Administrationsaufwand. Fehlerquellen und Sicherheitsrisiken werden dadurch ebenfalls beseitigt. Außerdem sind sie wie fast alle Monitore unserer Duravision-Produktlinie für den 24/7-Einsatz geeignet, was in kritischen Infrastrukturen natürlich besonders wichtig ist.

Im Prinzip kämen Ihre Monitore – zumindest bei kleineren Anwendungen – auch ohne VMS aus? 

Oliver Nachtigal: Ja, richtig. Die notwendige Decodierfunktion ist bereits im Monitor bzw. in der Box integriert. Es wird somit keine weitere PC-Hardware benötigt, um Videostreams wiederzugeben. Man kann sie daher als PC-lose Standalone-Lösung einsetzen, aber natürlich auch in großen Projekten in Verbindung mit Videomanagementsoftware wie eben Milestone. Das Thema Integration wird in den heutigen Projekten immer wichtiger und da unsere Produkte über eine API sehr leicht in Dritt-Systeme zu integrieren sind, sehen wir uns als optimale Ergänzung zu Videomanagementsystemen.

Der Datenschutz ist gerade bei Videoüberwachungslösungen ein wichtiges Thema – Stichwort Speicherung von Videodaten? 

Oliver Nachtigal: Es gibt in vielen Projekten die Anforderung, dass keine Videodaten gespeichert oder exportiert werden dürfen. Unsere Systeme haben grundsätzlich keine Exportfunktion, weder für Streams noch für Einzelbilder. Dementsprechend lassen sich solche Datenschutzanforderungen mit unseren Lösungen sehr leicht erfüllen. 

Könnten Sie das einmal anhand einer Security-Anwendung – im Zusammenspiel mit der Milestone-VMS – beispielhaft durchspielen? 

Oliver Nachtigal: Bleiben wir einmal beim Beispiel Flughafen. Hier gibt es natürlich eine Leitstelle, von der aus alles koordiniert und überwacht werden muss. Zusätzlich gibt es in solchen Installationen viele abgesetzte Monitore, die z. B. an Fluggastbrücken, aber auch in sogenannten Angstbereichen zum Einsatz kommen. Also Bereiche, die für Fluggäste nicht immer einsehbar sind, wie beispielsweise Durchgangstunnel. Mithilfe von Monitoren, die am Eingang zu solchen Bereichen platziert sind, kann jeder erkennen, und zwar bevor er den Tunnel betritt, ob dort jemand herumlungert und eventuell eine Gefahr darstellt. Normalerweise wären hier Client-PCs notwendig, welche die Streams der Kameras darstellen können. Beim Einsatz unserer Decoder-Lösungen ist eine Steuerung der Darstellungen zentral aus dem Smart Client der Milestone VMS möglich. 

Herr Band, lassen Sie uns ein wenig über Ihre Sicht als Milestone sprechen – wie interessant ist für Sie die Partnerschaft gerade mit Eizo? 

Roy Band: Für uns ist das deshalb eine interessante Partnerschaft, weil wir zusammen mit Eizo eine noch wettbewerbsfähigere Lösung für unsere Endnutzer und Systemintegratoren anbieten können. Bislang konnte man das nur mit unseren Advanced-Produkten erreichen. Dazu kommt, dass unsere Kunden auch Energiekosten sparen können, weil weniger Hardware benötigt wird. 

Für welche Projekte in welchen Märkten verspricht diese Kooperation besonders viel Potential aus Ihrer Sicht? 

Roy Band: Die Lösung ist sehr vielseitig einsetzbar und kann also in vielen Umgebungen verwendet werden. Das größte Potential sehen wir in Organisationen, die eine Leistelle einrichten möchten, in der eine Monitorwand gebraucht wird. Interessant ist unsere Lösung aber generell für Organisationen, die Informationen zentral über Monitore managen müssen – etwa in den Bereichen Einzelhandel und Transportwesen. 

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