21.12.2016
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Bundesinnenminister de Maizière: Kenntnisstand und Maßnahmen nach Anschlag auf Berliner Weih­nachts­markt

  • Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière am 20.12.2016 zum Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz

Video: Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière mit Pressestatement zum Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt

"Wir haben in der Zwischenzeit keinen Zweifel mehr, dass es sich bei den schrecklichen Ereignissen gestern Abend um einen Anschlag gehandelt hat", so Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière am Mittag des 20.12.2016 in einem Pressestatement. Seine Gedanken und sein tief empfundenes Mitgefühl seien in diesen Stunden bei den Familien der Opfer und den vielen Verletzten und Schwerverletzten, so der Bundesinnenminister.

Der derzeitige Kenntnissstand zum Tathergang:

  • Gegen 20:00 Uhr fuhr ein Sattelschlepper mit polnischem Kennzeichen in den Bereich des Weihnachtsmarktes auf dem Berliner Breitscheidplatz.
  • Nach ca. 60-80 Metern kam der Sattelschlepper auf der Budapester Straße zum Stehen. Der Fahrer hat sich anschließend vom Tatort entfernt.
  • Unter den Toten befindet sich auch eine männliche Person, die auf dem Beifahrersitz des LKW aufgefunden wurde. Diese Person weist scheinbar eine Schusswunde auf.
  • Eine weitere Person wurde zunächst als möglicher Tatbeteiligter von der Polizei festgenommen. Diese Person wurde jedoch am Dienstag wieder freigelassen. Die Ermittlungen werden offen weitergeführt.
  • Der Generalbundesamwalt beim Bundesgerichtshof hat ein Strafverfahren eingeleitet und das Bundeskriminalamt mit den Ermittlungen beauftragt.
  • Nach dem derzeitigen Stand gibt es 12 Tote sowie 48 Verletzte (18 davon schwer).

Bundesinnenminister de Maizière: "Natürlich verstehe ich den Einzelnen, der Sorgen hat, sein Leben genau so offen weiter zu leben wie er oder sie das bisher getan hat. Ich sage aber aus Überzeugung: Weichen wir nicht zurück und lassen wir unser Leben nicht von Angst bestimmen! Lassen Sie uns gemeinsam den Feinden unserer rechtsstaatlichen und freiheitlichen Gesellschaft die Stirn bieten und aufrecht bleiben! Wir trauern und wir kämpfen um unsere Freiheit."

Gerade aber in schwierigen Zeiten gebe es immer auch Situationen, die Mut machen. "Mein Wunsch ist, dass wir diese Haltung des aufeinander Achtgebens mitnehmen - für den Umgang miteinander und für das Zusammenleben in unserem Land - auch und gerade in schwierigen Zeiten.

Wir stehen jetzt zusammen!"

Am Nachmittag des 20. Dezember informierte sich Bundesinnenminister de Maizière zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller vor Ort über den Tathergang und den aktuellen Stand der Ermittlungen. In einer Schweigeminute gedachten sie gemeinsam der Opfer des gestrigen Anschlags.

Bereits am Morgen des 20. Dezember hat eine Telefonschaltkonferenz der Innenminister von Bund und Ländern zum Anschlag auf den Weihnachtsmarkt stattgefunden. Der Innensenator von Berlin, Andreas Geisel, unterrichtete über den Sachverhalt, den Stand der Ermittlungen und darüber, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen hat. Die Minister dankten den Einsatzkräften für ihr entschlossenes und zugleich besonnenes Vorgehen.

Zwischen den Teilnehmern bestand Einigkeit darüber, dass Weihnachtsmärkte und andere Großveranstaltungen weiterhin stattfinden sollen und vor Ort über lageangepasste und angemessene Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit entschieden werden solle. Dazu Bundesinnenminister de Maizière: "Egal was wir im weiteren Verlauf noch über die genauen Hintergründe und Motive der Täter erfahren, wir dürfen und wir werden uns unser freiheitliches Leben nicht nehmen lassen."

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