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Verkehrsmanagement und Bürgerkommunikation per IP-Video

04.03.2015 - Als eine der ältesten und schönsten Städte der Niederlande ist Maastricht ein beliebtes Ausflugsziel. Mit dem Tourismus nimmt jedoch auch das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt zu...

Als eine der ältesten und schönsten Städte der Niederlande ist Maastricht ein beliebtes Ausflugsziel. Mit dem Tourismus nimmt jedoch auch das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt zu, durch die Verkehrsdichte steigt die Luftverschmutzung. Viele Stadtverwaltungen ­setzen in solchen Fällen bereits auf Kameras und Videomanagement zur intelligenten Steuerung des Verkehrsflusses. Maastricht setzt zur Optimierung des städtischen Verkehrs unter ­anderem auf Kameras von Axis Communications und die offene Softwarelösung von SeeTec.

Neben dem hohen Besucheraufkommen sorgen enge Straßen im historischen Stadtkern von Maastricht regelmäßig für eine Überlastung des Verkehrs. Um die Situation zu entspannen, setzt die lokale Verkehrsverwaltung auf den Einsatz von IP-Kameras an strategischen Knotenpunkten. Die Aufnahmen geben den diensthabenden Beamten einen Überblick über die aktuelle Verkehrslage. So können Ampelanlagen effizient geschaltet und potenzielle Stauherde entschärft werden.

Bislang reichte diese Lösung aus, da das Straßenbild kaum verändert wurde. Mit dem Bau eines zweistöckigen Tunnels, der die Autobahn A2, die direkt durch die Stadtmitte führt, entlasten soll, wurde das Verkehrskonzept jedoch grundlegend neu organisiert, was den Ausbau des Systems notwendig machte. Eine der Anforderungen an die künftige Anlage war die Umsetzung eines zentralen Systemansatzes - sämtliche Einzelkomponenten sollten aus einem System heraus bedient werden können. Zudem sollten die Arbeiten am Tunnel über das Internet öffentlich übertragen werden. Mit der Dokumentation der Baufortschritte wollte die Stadtverwaltung die Kommunikation mit den Bürgern fördern und so Unmut und Ärgernissen vorbeugen.

IP-basiertes Video-Management
Für die Ausführung wandte sich die Stadtverwaltung Maastricht an den niederländischen Errichter Arkasis. Gemeinsam entschied man sich für Kameras von Axis Communications und die flexible und offene Softwarelösung von SeeTec. Der IP-basierte Videomanagement-Ansatz überzeugte durch sein modulares Systemkonzept. Durch eine Vielzahl verschiedener Module, die an die Kernsoftware angedockt werden können, entsteht eine individuelle und skalierbare Lösung. Zusätzlich lassen sich über die bereitgestellten Schnittstellen Fremdsysteme anbinden und steuern. Somit muss das Personal nur eine Software bedienen, um jederzeit den Überblick zu behalten und schnell auf Vorkommnisse reagieren zu können.

Die Software wird durch die Mitarbeiter des Verkehrsamts genutzt. Zu diesem Zweck wurde im Rathaus ein zentraler Kontrollraum eingerichtet. Mit dem Windows-basierten SeeTec Client sichten sie Live-Bilder und Aufzeichnungen und greifen bei Bedarf in das Verkehrsgeschehen ein. Die Bilder können jedoch auch an anderen Standorten und Arbeitsplätzen abgerufen werden. Auch nach Dienstschluss oder von unterwegs kann das Team mit dem SeeTec Mobile Client über mobile Endgeräte wie iPad oder Smartphone auf alle Live- und Archivaufnahmen zugreifen.

Schutz der Persönlichkeitsrechte
Obwohl Transparenz zum Bürger ein wichtiger Faktor beim Einsatz des neuen Systems ist, gilt es auch, die persönlichen Rechte der Verkehrsteilnehmer zu schützen. Geschieht ein Unfall, kann die Online-Übertragung der Bilder sofort gestoppt werden, um die Verbreitung schockierender Aufnahmen zu vermeiden und die Privatsphäre der Beteiligten zu schützen. Im Kontrollraum werden die Bilder über die SeeTec-Software nach wie vor angezeigt.

In der Vergangenheit kam es häufig zu rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen der Stadtverwaltung und Autofahrern, die versuchten, durch das für den Durchgangsverkehr gesperrte historische Zentrum zu fahren. Versenkbare Poller sorgen nun dafür, dass nur befugte Fahrzeuge passieren können. Die Regulierung erfolgt über Ampeln am Poller. Eine eigens dafür entwickelte Software vernetzt die Ampel mit einer Kamera, die auf den Poller gerichtet ist. Über diese Schnittstelle erfährt das System, welche Farbe die Ampel zu welchem Zeitpunkt angezeigt hat und stellt diese Information als Texteinblendung im Videobild dar. Mit Hilfe dieses Videomaterials kann die Schuldfrage schnell und exakt geklärt werden und im Rechtsstreit als Beweismaterial herangezogen werden.

Verbesserte Kommunikation
Mit Hilfe der Livebilder konnte die Kommunikation mit der Öffentlichkeit ausgebaut und verbessert werden. Zahlreiche Klicks auf der zur Verfügung gestellten Website zeigen das große Interesse der Maastrichter Bevölkerung am Bauprojekt. Der zuständige Verkehrsreferent der Stadt, Roger Chambille, kommentiert die positive Resonanz: „Als Stadtverwaltung sind wir zu allererst unseren Bürgern verpflichtet. Das bedeutet im Klartext, dass wir mit möglichst großer Transparenz und Offenheit all unsere Aktivitäten kommunizieren und begleiten. Der Bau des neuen A2-Tunnels ist natürlich zeitintensiv und für viele Anwohner mit Umständen verbunden. Umleitungen und Baulärm tragen dabei oft zu Unmut bei. Durch die Erstellung von Zeitraffer-Filmen und die Veröffentlichung der Bilder über unsere Website haben wir unsere Bürger über jeden Fortschritt auf dem Laufenden gehalten und damit die Beziehung zwischen Bürger und Stadtverwaltung nachhaltig gestärkt."

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