Trends im Perimeterschutz: Effektive Überwachung von Freigeländen

Das Thema Freigeländeüberwachung ist in Bewegung - wirtschaftlich und technisch. So ist die Absicherung ­zunehmend auch für kleinere Unternehmen interessant, bezahlbar und teils notwendig. Und bei einem wachsenden Produktangebot werden Zertifizierungen wichtiger. Stephan Stephani von Gunnebo Perimeter Protection und beim BHE zuständig für den Fachbereich Freigeländeüberwachung, gibt einen Überblick zu den aktuellen Trends.

Ungebetene Besucher nähern sich einem Gelände auf verschiedenste Weise. Der eine geht oder läuft ganz konventionell - aber eben dort wo er nicht zu gehen oder zu laufen hat. Der andere überklettert, untergräbt oder durchfährt Schranken, die ihn eigentlich davon abhalten sollen - wieder andere schneiden Zäune durch.

Wer von zweifelhaften Visiten auf seinem Gelände möglichst zügig Kenntnis bekommen möchte, kann sich - je nach tatsächlichem Gefährdungspotential - mit verschiedenen Detektionssystemen auf diese Einbruchstechniken vorbereiten: Auf Grundlage einer Bedrohungs- und Schwachstellenanalyse sollte hierfür zunächst ein Sicherheitskonzept erstellt werden: Ein Fachmann (man findet ihn zum Beispiel auf der Internetseite des Bundesverbands der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen (BHE) erstellt ein solches Konzept unter Berücksichtigung auch der Topographie vor Ort sowie etwaiger Auflagen und Normen.

Vielfalt der Systeme
Neben der richtigen Auswahl der Detektionssysteme kommt es darauf an, zu berücksichtigen, dass diese richtig zusammenwirken können und auf einander abzustimmen sind. Denn die zur Verfügung stehenden Systeme sind vielfältig: Dazu zählen beispielsweise Feldänderungsmelder, die Veränderungen in einem definierten Feld erkennen und bewerten: Also beispielsweise gehende Personen oder das Aufstellen einer Leiter. Für ähnliche Zwecke gibt es zudem Streckensensoren, also z. B. Infrarot- oder Laserschranken. Ist ein Untergraben von Zäunen zu befürchten, bieten sich Bodendetektionssysteme an: Das sind Drucksysteme aus Schläuchen, Matten oder Kabeln. Dazu kommen Zaunmeldesysteme, die etwa auf Körperschall reagieren oder mit Neigesensoren, Vakuumsystemen oder Lichtwellenreitern ausgestattet sind.

Elektromechanische Detektionssysteme arbeiten mit Spann-, Schreck- oder Scherdraht. Schließlich hält der Markt natürlich das weite Feld der Videoüberwachung mit Videobewegungsmeldern und -sensoren bereit.

Neue Anwendungsbereiche und Techniken
Betrachtet man die Entwicklung des Marktes für Freigeländeüberwachungs-Technologien, ist ein klarer Trend auszumachen: Immer stärker werden sie heute für kleine Unternehmen interessant - selbst für Kleinstanwendungen bieten sich Detektionssysteme an. Für die Anforderungen eben solcher Anwendungen gibt es inzwischen ein breites Angebot bezahlbarer Systeme. Gefördert wird dieser Bedarf unter anderem von Versicherern: Sie sehen etwa dort einen verstärkten Handlungsbedarf, wo es um kleinere Anwendungen mit Außenlägern geht.

Beispiele für solche Anwendungen finden sich viele. Bei Getränkehändlern stapeln sich beispielsweise Leergutposten, die einen durchaus beträchtlichen Wert haben können - und dabei leichtes und leicht verwertbares Diebesgut sein können: Es kann nachts gestohlen werden und morgens im gleichen Markt wieder abgegeben werden, ohne dass es bekannt wird. Und um Leergut zu entwenden, reicht unter Umständen ein kleines Loch im Zaun.
Eine ähnliche Problematik besteht bei Baumärkten, insbesondere deren Außenlagern. Gegenstände werden hier vor allem deshalb gelagert, weil sie besonders sperrig sind - das sind nicht unbedingt die wertvollsten Güter. Allerdings gibt es findige Diebe und Einbrecher, die den Diebstahl wertvoller Dinge aus dem Baumarktinneren vorbereiten, in dem sie sie am Tag vorher im Außengelände verstecken. Nachts wird dann ein Loch in den Zaun geschnitten und die Ware entwendet. Und wenn die hochwertigen Güter in der Nähe des Zauns versteckt werden, reicht hierfür auch ein kleines Loch im Zaun.

Auch Schrotthändler kämpfen mit solchen Problemen: Aufgrund der aktuellen Rohstoffpreise wecken Stahl, Kupfer und Co. nämlich Begehrlichkeiten. Da der Rohstoffklau eine sehr junge Tendenz ist, sind diese Unternehmen zumeist nur gegen Gelegenheitstäter abgesichert.
Heutzutage sind für alle diese Anwendungen finanzierbare Systeme vorhanden. Aufgrund der Unternehmensgröße sind bei diesen Anwendern meist jedoch nicht die verfügbaren Techniken bekannt. Diese Unternehmen werden zumeist auch nicht über die Medien und Veranstaltungen der Sicherheitsbranche erreicht.

Qualifiziert und zertifiziert
Durch den gewachsenen Bedarf ist auch die Anzahl an Anbietern gestiegen. Dies wirkt sich für Branche und für die Anwender gleichermaßen positiv aus, weil für jede Anwendung passende Systeme verfügbar sind. Allerdings werden Systeme häufig unter anderem aus Unwissenheit falsch eingesetzt. Gerade durch die unvermeidbaren Umwelteinflüsse ist besonderer Wert auf die Auswahl des richtigen Systems zu legen - und auch auf die richtige Installation. Durch fehlendes Know-how beim Anwender, aber auch teilweise der Installationsbetriebe, werden derzeit falsche Systeme, oder Systeme falsch eingesetzt.
Dies führt nicht selten dazu, dass der Anwender unzufrieden ist. Schnell macht dann die Einschätzung die Runde, dass Systeme für den Außenbereich „einfach nicht funktionieren". Den Gegenbeweis erbringt jedoch seit vielen Jahren die Praxis, wo viele Systeme erfolgreich eingesetzt werden. Freilich können sie nur funktionieren, wenn Planung, Detektionssysteme, Installation, Wartung und Organisation aufeinander abgestimmt sind.
Um dem Anwender eine Entscheidungshilfe in der Flut der Anbieter geben zu können, gehen der BHE und der VdS den Weg, Zertifizierungen durchzuführen. Der BHE konzentriert sich dabei auf die Qualifizierung und Zertifizierung der Errichter, der VdS auf die Prüfung und Zertifizierung der Geräte.

Grundlagen- und Aufbauseminar
Der BHE bietet im Frühjahr 2012 bereits zum dritten Mal ein Grundlagenseminar an. Außerdem gibt es ein Aufbauseminar mit abschließender Prüfung. Bei bestandener Prüfung wird dem Teilnehmer die Sachkompetenz zertifiziert. Dieses Zertifikat gibt dem Anwender die Sicherheit, mit einem Fachunternehmen zu sprechen, das eine Übersicht über alle marktüblichen Systeme hat und aus der Vielzahl an Systemen das richtige für die Anwendung auswählt.
Der VdS erarbeitet derzeit Prüfkriterien für die verschiedenen Produkte. Ziel ist es, eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten. Umweltkriterien werden dabei teilweise nachgestellt - nicht um eine Aussage über die tatsächliche Reaktion im Außenbereich darzustellen, sondern um reproduzierbare Vergleichswerte zu erhalten.

 

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BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V.
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Telefax: +49 6386 9214 99

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