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Vernetzung statt einzelner Insellösungen - dieser Trend war das zentrale Thema auf dem Messestand von deister electronic auf der Security 2010 in Essen. Das Unternehmen präsentierte dort mit doorLoxx ein Konzept, das die klassische Zutrittskontrolle um den Einsatz elektronischer Profilzylinder (PZ) erweitert. Hierbei wird nur noch ein Kartenmedium für alle Anwendungen benötigt. Auch bereits vorhandene Karten können verwendet werden. Matthias Erler von GIT-Sicherheit.de sprach darüber mit Axel Jeschke, dem Vertriebs- und Marketingleiter aus der Division Security and Safety bei deister electronic.
GIT-SICHERHEIT.de: Herr Jeschke, Vernetzung ist sicher eines der zentralen Paradigmen unserer Zeit - das ist in der Sicherheitstechnik nicht anders. Produkte von Drittanbietern werden mit vorhandenen Systemen oder mit Managementsoftware etc. vernetzt. Wie realisiert sich dieser Trend bei Ihnen?
A. Jeschke: Da haben Sie einen wunden Punkt der gesamten Sicherheitsindustrie angesprochen. Im World-Wide-Web wird globale Vernetzung seit Jahren praktiziert. Jeder hat ein Gefühl, was das bedeutet, aber nur wenige wissen, was wirklich passiert, wenn man mit seinem PC online ist oder mit seinem Smart-Phone E-Mails abruft und über VPN (Virtual Private Network) Datenverbindungen aufbaut. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die „echte Vernetzung" in der Sicherheitswelt noch nicht richtig angekommen ist. Immer wieder werden Insellösungen angeboten, die zwar in sich vernetzt sind, aber doch nach außen häufig wenig Kompatibilität zeigen. deister electronic hat schon immer Systeme mit offenen abgesicherten Protokollen angeboten und die Partner gebeten, diese zu nutzen. Viele Partner in der Industrie haben davon auch regen Gebraucht gemacht.
Wie positionieren Sie sich insoweit gegenüber Ihren Wettbewerbern bzw. anderen Marktteilnehmern?
A. Jeschke: deister electronic positioniert sich seit Jahren erfolgreich als Anbieter von berührungslosen Lösungen im Sicherheitsbereich. Dazu gehören Lesegeräte für die Zutrittskontrolle und Systeme für Schlüsselverwaltung genauso wie Systeme zur Parkraumbewirtschaftung und klassische mobile Zeiterfassung oder Wächterkontrolle.
Untereinander sind diese „Insellösungen" natürlich alle zueinander kompatibel. D. h. die vorhandenen Karten für die Zutrittskontrolle arbeiten genauso an den Schlüsselschränken, wie auch an den Erfassungsgeräten zur Werkseinfahrt oder zur klassischen Erfassung des Wachmanns bei der Wächterkontrolle. Wir haben in jedem einzelnen der genannten Segmente Wettbewerber. Der wesentliche Unterschied besteht eben in der Vernetzbarkeit und Kompatibilität dieser einzelnen Segmente von deister electronic untereinander und eben auch zu Building-Management-Systemen anderer Marktteilnehmer, wie z. B. Lenel, SWH-Tyco, Nedap, Primion, Interflex, Siemens, Bosch, um nur einige zu nennen. Damit schaffen wir offene Plattformen, und das ist der enorme Vorteil für den Anwender.
Könnten Sie anhand eines praktischen Beispiels einmal deutlich machen, was das für den Kunden bedeutet, bei dem ein Zeitwirtschafts-, Zutrittskontroll- oder Schlüsselmanagementsystem mit Ihren Produkten ausgestattet wird?
A. Jeschke: Nehmen wir ein klassisches Beispiel: Das Unternehmen hat ein Zutrittskontrollsystem der Firma X, die Zeiterfassung der Firma Y und der Zugang zum Parkplatz von der Firma Z realisiert. Im ungünstigsten Fall haben Sie jetzt drei Datenbanken und drei Kartenmedien, mit denen Sie an den unterschiedlichen Systemen arbeiten. Mit den berührungslosen Lesern von deister electronic reduzieren sie diese auf ein zu pflegendes Kartenmedium. Der Pflegeaufwand für die Kartenerstellung reduziert sich gewaltig. Da alle Lesegeräte von deister electronic zu den Systemen der gängigen Hersteller kompatibel sind, ist der Einsatz bei allen drei Firmen problemlos möglich. Wichtig hierbei ist auch der Sicherheitsaspekt der Karte. Gerade vor dem Hintergrund, dass Mifare Classic und Legic Prime gehackt worden sind, ist es für viele Unternehmen sinnvoll, sich über die Sicherheit und ggf. den Austausch der Lesegeräte und des Kartenmediums Gedanken zu machen.
Wie kommen dabei Ihre Schlüsselmanagement-Systeme ins Spiel, bei denen es ja um die Verwaltung mechanischer Schlüssel geht?
A. Jeschke: Der Einsatz von Schlüsselschränken zur Verwaltung von mechanischen Schlüsseln ist eine ideale Ergänzung zu der elektronischen Zutrittskontrolle und Zeiterfassung. Damit können Sie in Ihrem bestehenden System jetzt auch den Zugang zu z. B. Fahrzeugschlüsseln Ihres Fuhrparks erfassen. Im Rahmen der Zeiterfassung wissen Sie genau, wer wann welches Fahrzeug genommen und wieder zurückgebracht hat. Das ist ein ganz enormer Vorteil zur verursachergerechten Kostenerfassung und -verteilung.
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