Sicherheit zuhause: Schutz vor Rauch- und Gasvergiftungen

Eine Rauchvergiftung ist der Grund für die meisten Todesfälle die durch Brände verursacht sind. Dafür kann es schon ausreichen, wenn man den giftigen Rauch ein paar Mal einatmet – Rauchmelder im Haus sind folglich absolut unverzichtbare potentielle Lebensretter.

So sieht es grundsätzlich auch der Gesetzgeber fast aller Bundesländer. Die meisten Landesbauordnungen schreiben jedenfalls bei Neubauten schon seit Jahren eine Pflicht zur Installation von Rauchmeldern fest. Große Unterschiede von Bundesland zu Bundesland gibt es bezüglich der Bestandsgebäude – sprich bei den meisten Gebäude überhaupt (siehe unsere Tabelle). Und auch die Verteilung der Verantwortung auf Eigentümer und Besitzer (= i.d.R. der Mieter), fällt unterschiedlich aus.

Einige Bundesländer sind besonders zögerlich bei der Einführung der Rauchmelderpflicht. Sachsen hat sich beispielsweise gerade erst vor kurzem zu einer Pflicht für Neubauten durchringen können, unverständlicherweise aber nicht für Bestandsbauten. Auch Berlin zählt zu den Schlusslichtern. In Österreich gilt übrigens bereits in allen Bundesländern eine Rauchwarnmelderpflicht für Neu- und Umbauten. Bei Bestandsbauten ist man dort allerdings – mit Ausnahme Kärntens – ähnlich wie in Deutschland. In der Schweiz gibt es überhaupt keine Pflicht, in Luxemburg in Ausnahmefällen und in Liechtenstein gibt es eine amtliche Empfehlung.

Zertifizierte Rauchmelder anbringen
Auch wenn Sie in einer Gegend gesetzgeberischer Rauchmelder-Muffel leben, sollten Sie als Hauseigentümer bzw. Mieter im eigenen Interesse vorpreschen. Zur Auswahl stehen mehrere Lösungen – in diesem Zusammenhang ist die Europäische Produktnorm EN 14604 zu nennen. Sie ist nach der Notrufnummer der Feuerwehr 112 eine wichtige Chiffre im Brandschutz geworden: Nach ihr müssen alle auf dem Markt befindlichen Rauchmelder zertifiziert sein. Auch für Gehörlose gibt es übrigens Lösungen: Aufwendungen für optische oder auch mobile vibrierende Melder kann man sich bei ärztlich attestiertem Bedarf unter Umständen von der Krankenkasse bezahlen lassen.

So ein normaler Rauchmelder ist technisch in der Regel nicht übertrieben anspruchsvoll – für Smart-Home-Besitzer empfiehlt sich aber der Griff zur neuen Generation von ‚Smart‘-Rauchmeldern: Sie gehen technisch gesehen einen deutlichen Schritt weiter und bringen etwas Intelligenz ins Spiel. Hier ein paar Beispiele:

  • Zusammenarbeit zwischen Rauchmelder und Systemkomponenten via Funk
    Smart-Rauchmelder sind keine Eigenbrötler mehr, sondern arbeiten im Team mit anderen Systemkomponenten zusammen – dabei kommunizieren sie per Funk. Der Alarm kann z.B. mittels SMS auf das Handy oder per Email auf sich aufmerksam machen, wenn Sie gerade nicht zu Hause sind.
  • Alle installierten Rauchmelder schlagen Alarm
    Smart-Geräte können z.B. auch Alarm für andere Geräte übernehmen: Löst ein Rauchmelder an einem Ende des Gebäudes aus, bekommt man das am anderen Ende nicht unbedingt mit. Deshalb kann es sinnvoll sein, dass alle Melder Alarm schlagen, wenn nur einer davon Rauch detektiert. So werden Sie schneller auf das Feuer aufmerksam gemacht – und das Feuer hat weniger Zeit, sich zu entwickeln.
  • Koppelung zwischen Rauchmelder und Alarmanlage
    Das Prinzip von Kommunikation und Teamplay gilt auch für weitere Smart-Geräte im Haus: So können Sie z.B. die Alarmanlage und Ihre Rauchmelder miteinander per Funk verknüpfen und kommunizieren lassen: Die schrillen Töne des Rauchmelder eignen sich durchaus dazu, einen Einbrecher in die Flucht zu schlagen.
  • Gefahren frühzeitig erkennen: smarte Rauchmelder
    Smarte Rauchmelder machen nicht nur Lärm – sie vermitteln auch nützliche Informationen – etwa, wann genau er in welchem Zimmer Rauch detektiert hat. Es gibt auch Kombigeräte, die sich melden, wenn sie erhöhte Temperaturen festgestellt haben. Diese Informationen sendet der Melder per Funk an die Steuerung – dort sind sie im Klartext zu lesen.

Für welchen Rauchmelder sollte man sich entscheiden - und in welchen Räumen müssen Rauchmelder installiert werden?
Die Zahl der Anbieter ist recht groß – neben Firmen wie Hekatron, Abus, Detectomat, Bosch und Siemens bieten auch Firmen wie RWE und sogar die Deutsche Telekom Systeme an – teils in ganze Smart-Home-Lösungen integriert.
Wo die Rauchmelderpflicht bereits besteht, ist ein gewisses Minimum an Rauchmeldern für verschiedene Räume vorgeschrieben. Die Einzelheiten entnimmt man am besten der aktuellen Bauordnung seines Landes – oder z.B. der Seite rauchmelder-lebensretter.de. Oft ist es aber sinnvoll, mehr zu tun als das geforderte Minimum. In weitläufigen Räumen und Fluchten können sich auch mehrere Rauchmelder anbieten.
Generell werden Rauchmelder immer mindestens einen halben Meter von der Wand entfernt an der Decke montiert. Unter dem Dach sind sie als Faustregel ebenfalls einen halben Meter unterhalb des höchsten Punkts an der Dachschräge anzubringen.

Wie empfindlich ist ein Rauchmelder?
Auf den ersten Blick haben Rauchmelder eine ganz einfache Aufgabe; sobald sie Rauch detektieren. sollten sie Alarm schlagen. Aber was ist, wenn einer mit einer Zigarette vorbeigeht? Oder einfach eine Kerze ein bisschen stark vor sich hin rußt? Solche minimale Konzentrationen werden von fast allen Detektoren gelassen ignoriert. Mit der Toleranz kann es freilich vorbei sein, wenn sich in der geschlossenen Lounge der Cohiba-Club zum Vereinsabend trifft. Manche Modelle haben aber einen Knopf, mit dem man die Toleranzschwelle auf höhere Rauchkonzentrationen einstellen kann – oder den Rauchmelder insgesamt vorübergehend ausschalten kann – meist bis zu etwa einer halben Stunde.  

Kohlenmonoxidwarnmelder
Äußerst tückisch ist auch das selbst für Hunde geruchlose und farblose Gas Kohlenmonoxid (CO). Meist ist im Zusammenhang mit Autoabgasen davon die Rede – aber das tödliche Gas kommt auch aus anderen Quellen im Haus. Kamine, Kachelöfen, Öl-, Paraffin-, Brikett- Pellet- und Gasheizung sowie Gasherde – sie alle können Kohlenmonoxid abgeben, wenn die Durchlüftungsverhältnisse ungünstig sind und die Verbrennung unvollständige ist. Jedes Jahr werden bundesweit rund 4.000 Personen wegen einer CO-Vergiftung behandelt – davon gehen 5% tödlich aus.Das größte Problem dabei ist auch hier, dass der Mensch das Gas meistens nicht bemerkt. Zuverlässige Detektoren nach EN 50291 gibt es seit Jahren auf dem Markt – installiert werden sie freilich noch recht selten. Der Deutsche Feuerwehrverband empfiehlt die Installation von Kohlenmonoxidwarnmeldern in allen Haushalten mit Gasthermen. Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen und kann für wenige Euro deutlich abgemildert werden.

  • Kombinierte Rauch- und CO-Melder
    Intelligente Smart Kohlenmonoxidwarnmelder informieren rechtzeitig mit aussagekräftigen Meldungen, wenn irgendetwas mit den Atemluft nicht stimmt. Mittlerweile sind auch kombinierte Rauch- und CO-Melder verfügbar.

Wann sollten Erdgaswarnmelder in Wohnungen angebracht werden?
Die gerade besprochenen CO-Detektoren schlagen erst nach der Verbrennung Alarm. Wenn jedoch Gas – z.B. Erdgas, das für die Heizung und zum Kochen verwendet wird – aus einer Gasleitung tritt, bevor es überhaupt beim Brenner ankommt, kann es sich in geschlossenen Räumen sammeln und eine kritische Konzentration erreichen, die eine explosive Mischung bildet. Deshalb ist die Installation von Erdgasdetektoren in Kellerräumen, wo der Gaszähler und die Gasheizung installiert sind, sowie in der Küche, wenn dort mit Gas gekocht wird, durchaus sinnvoll.

Wichtig ist, sich vor Augen zu führen: Ein Rauchmelder kann kein CO detektieren, ein CO-Melder kein Erdgas und ein Gasmelder keinen Rauch! Hat man also nicht eindeutig ein Kombimodell in Händen, sollte man alle Typen einzeln an den entsprechend risikobehafteten Stellen installieren.  

Wie müssen Rauchmelder gekennzeichnet sein?
Der Rauchmelder muss auf jeden Fall ein CE-Kennzeichen tragen – und eine Markierung bezüglich der Konformität mit der Europäischen Produktnorm EN 14604. Wünschenswert, aber nicht zwingend notwendig, ist die VdS-Anerkennung. Außerdem sollten der Herstellername und das Herstellungsdatum sichtbar sein. Je nachdem, in welchem Zimmer der Rauchmelder installiert wird, sollten Sie auf eine ausreichende Betriebstemperaturspanne achten – es kann z.B. vorkommen, dass im Winter ein unbeheizter, vielleicht abseits liegender Raum unter -20°C kalt wird.  

Die Wartung ist hinsichtlich Häufigkeit und Durchführung übrigens von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich – klären Sie das am besten anhand der Betriebsanleitung ab. Wenn Sie sich unsicher sind, wenden Sie sich an eine Fachfirma – sie kann Ihnen auch beim Installieren einer effektiven Lösung helfen und die Anlagen auch gleich so programmieren, dass sie intelligent auf Ereignisse reagieren. Natürlich können Sie das alles auch selbst machen – Sie brauchen nur etwas Zeit zu investieren, um alle Möglichkeiten der Technik auszuschöpfen.

Alles auf einem Blick:

  • Melder in Aufenthaltsräume, Schlafräume und Küche installieren 
  • Melder in Fluchtwege installieren 
  • Melder mit Blitzlicht für Gehörlose installieren 
  • Frische Batterien einlegen – keine Akkus 
  • Termin für Batterieaustausch in Planer eingetragen 
  • Funktionsprüfung nach Bedienungsanleitung  
  • Zusammenarbeit mit anderen Systemkomponenten kontrollieren 

Rauchmelderpflicht: Termine in den einzelnen Bundesländern

Rot = Pflicht gilt bereits

Fett = Mieter für Einbau und Wartung verantwortlich       

Unterstrichen = Mieter für Wartung verantwortlich

Normale Schrift = Vermieter für Einbau und Wartung verantwortlich

Quellen: www.rauchmelderpflicht.eu  sowie  www.rauchmelderpflicht.net

 

 

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