Home-Plug meets Power-over-Ethernet

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Keine Frage, die digitale Videoüberwachung ist auf dem Vormarsch. Auch wenn einige neue Technologien im analogen Umfeld heiß diskutiert werden, wie z.B. die HD-SDI- oder HDcctv-Schnittstellen, so wird der Siegeszug der IP-basierten, digitalen Videoüberwachung nicht aufgehalten werden können.

Es werden immer flexiblere Übertragungsmöglichkeiten der Datenpakete innerhalb einer digitalen Videoüberwachung in Lösungen einfließen können, um Kundenwünschen gerecht zu werden. Eine bisher eher unscheinbare Technologie der Heimvernetzung ist nun - gerade in Kombination mit der Power-over-Ethernet-Technologie - eine interessante Alternative für Errichter und Endkunde geworden.

Während Power over Ethernet schon heute kaum noch aus der Sicherheitstechnik wegzudenken ist, fristet die Home-Plug-Technologie ein einsames Dasein. Sämtliche neu auf den Markt gebrachten IP-Netzwerk-Kameras beherrschen, dank eines entsprechenden Chipsatzes, zumindest IEEE 802.3af. Somit wird zum Betrieb einer Kamera kein Netzteil mehr benötigt. High Speed-Dome-Kameras benötigen im Volllastbetrieb mehr als 15,4 Watt, doch auch das wurde bereits durch den Nachfolgestandard IEEE 802.3at (mit bis zu 60 Watt in letzter Stufe) ermöglicht. Der Verzicht auf Netzteile ist den Eigenschaften Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz von Netzwerken enorm zuträglich.

Vernetzung leicht gemacht
Nahezu unbekannt ist noch die Home-Plug oder auch PLC (Power Line Communication) genannte Technologie, um digitale Videoüberwachungslösungen zu ermöglichen. Home-Plug bezeichnet eine Technologie, die vorhandene Stromleitungen zum Aufbau eines Datennetzwerkes nutzt. Somit ist keinerlei zusätzliche Verkabelung nötig.

Durch das Modellieren einer Trägerfrequenz (zwischen 2 MHz - 30 MHz) können spezielle Adapter, die in eine Steckdose gesteckt werden, miteinander kommunizieren. Jeder Adapter hat eine (oder mehrere) LAN-Schnittstellen (RJ-45-Anschluss), mit dem das Endgerät (PC, Drucker, IP-Kamera, Access Point etc.) in das Datennetzwerk integriert wird.

Viele Geräte besitzen einen Knopf zur automatischen Erkennung und Verschlüsselung mehrerer Home-Plug-Adapter untereinander.

Das garantiert ein Höchstmaß an Sicherheit hinsichtlich Datenintegrität und Sicherheit, ganz ohne manuellen Konfigurationsaufwand. Aktuell am meisten verbreitet sind Home-Plug-Adapter mit einer Brutto-Übertragungsrate von 200 MBit/s bei einer maximalen Kabellänge von bis zu 250 Metern. Netto werden Geschwindigkeiten von bis zu 90MBit/s erreicht. Das reicht, um bis zu vier Megapixel-IP-Kameras in eine Videoüberwachung zu integrieren. Eine Erweiterung der Home-Plug-Technologie bietet heute schon eine Übertragungsrate von bis zu 500Mbit/s brutto an. Seltener ist noch die Mediaextrem-Technologie mit bis zu 882MBit/s brutto und 300 m Übertragungsreichweite.

Generell ist die Home-Plug-Technologie immer dann ein Thema, wenn es um eine nachträglich gewünschte Gebäudeabsicherung von Ein-/Mehrfamilienhäusern oder Ferienhäusern/Ferienwohnungen sowie Ladengeschäften geht. Die Lösung ist perfekt geeignet, um rasch und unkompliziert eine Videoüberwachung nach Kundenwunsch einzurichten. Denn durch die Nutzung der bereits vorhandenen Infrastruktur (Stromleitung) ist die Home-Plug-Technologie wohl die schnellste und kostengünstigste Variante sowohl für den Errichter als auch den Endkunden.

Vorteile der Home-Plug-Technologie im Überblick:

  • Die Nutzung von Stromleitungen spart Installationskosten und -zeit.
  • Die Plug- & Play-Fähigkeit der Home-Plug-Adapter vermeidet komplizierte IP-Adresskonfigurationen und Verschlüsselungen müssen nicht manuell vorgenommen werden.
  • Ein integrierter QoS (Quality of Service) für Audio-/Videodaten bietet eine Optimierung der Latenzen auf Datenpakete von IP-Netzwerkkameras.
  • Die AES-Verschlüsselung bietet maximalen Zugriffschutz gegenüber nicht autorisierten Dritten.

Es gibt eine Fülle von verschiedenen Adaptern wie zum Beispiel Home-Plug-Adapter mit sechsfacher Steckdose und 3-Port-Switch (ideal auch um das Heimkino mit dem Router gemeinsam zu vernetzen). Kombiniert man nun die Home-Plug-Technolgie mit der Power-over-Ethernet-Technologie, werden die zwei größten Kostenfaktoren innerhalb einer kleinen Videoüberwachung auf einen Schlag obsolet. Es werden keine zusätzlichen Kabel zur Netzwerkstruktur benötigt, und die Stromversorgung der Netzwerk Kameras kann über das LAN-Kabel gelöst werden. Das bedeutet zudem eine erhöhte Flexibilität bei der Installation der Netzwerk-Kameras. Denn die Kamera kann nun auch über 100 Meter entfernt von der Steckdose installiert werden.

Kombination zweier Technologien
Produkte, wie z.B. der PLI-3110 von Levelone, bieten bereits heute die Kombination beider Technologien. Die Entwicklung weiterer Produkte wird in den nächsten Jahren von den Herstellern vorangetrieben werden. Denn gerade im Einsatzbereich der privaten Endkunden kommt es bei den angebotenen Lösungen stets auf Energieeffizienz, Schnelligkeit bei der Installation und einfachste Administration an.

Aber auch in der professionellen Überwachung stehen die Errichter schon einmal vor scheinbar unüberwindbaren Hindernissen. Hier ist die Home-Plug-Technologie, in Kombination mit der PoE-Technologie, ein sehr gute Möglichkeit, um auch sehr spezielle Kundenwünsche zu erfüllen. In Kombination mit PoE-fähigen VDSL2-Konvertern können weitere, bisher undenkbare Lösungsansätze zur Distanzüberbrückung innerhalb der digitalen (IP basierten) Videoüberwachung, geliefert werden.

Sämtliche Produkte einer Lösung sollten allerdings immer aus einer Hand geliefert werden, um eventuelle Problematiken bzgl. der Kompatibilität der einzelnen Komponenten untereinander zu vermeiden. Den eine IP-Netzwerk-Kamera oder zwei Home-Plug-Adapter machen noch lange keine Lösung. Dazu gehören Software, Router zur Internetverbindung, NVR und unter Umständen eine NAS zur Speicherung der Audio-/Videodaten aus dem Netzwerk heraus.

 

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