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Sicherheitsschränke für Labors im Wandel

23.11.2011
Sicherheitsschränke von Düperthal
Sicherheitsschränke von Düperthal Weiter

Es war eine Pionierleistung der ­ersten Stunde: Anfang der 70er Jahre entwickelte die Karlsteiner Firma Düperthal den ersten Sicherheitsschrank. Der ideenreiche Firmengründer Willy Düperthal erkannte den Bedarf zusammen mit einem ­seiner Kunden: der BASF. Heute sind Sicherheitsschränke für Gefahrstoffe in den Laboren und Reinräumen von Unternehmen und Forschungs­ein­richtungen gleichermaßen eine Selbstverständlichkeit. Matthias ­Erler von GIT-SICHERHEIT.de sprach mit Franz-Josef Hagen, Geschäftsführer von Düperthal über ein Stück deutscher Sicherheits-Historie, die gewandelten Ansprüche des Labors und die jüngsten Innovationen ­seines Hauses.

GIT-SICHERHEIT.de: Herr Hagen, die Firma Düper­thal kann man als den dienstältesten Hersteller von Sicherheitsschränken be­zeichnen - und sie sind noch heute eine wesentliche Säule Ihres heutigen Portfolios. Aber angefangen haben Sie eigentlich mit Büromöbeln?

Franz-Josef Hagen: Gegründet wurde Düperthal in der Tat bereits 1953 - und zwar als Hersteller von Büroeinrichtungen. Unsere erste Berührung mit dem vorbeugenden Brandschutz war ein selbstlöschender Papierkorb mit Trichtereinwurf, der einen Sauerstoffmangel bewirkte und Brände dadurch erstickte. Die Wende kam allerdings erst mit besonderen Anforderungen, die unser Kunde BASF, den wir damals mit Möbeln belieferten, an uns stellte. Man wollte einen Schrank haben, der für die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten geeignet ist. Etwas Derartiges bot der Markt damals noch nicht an - es gab im Grunde nur herkömmliche Metallschränke. Die darin aufbewahrten Medien wurden nicht geschützt bzw. haben im Brandfall dem Feuer zusätzliche Nahrung geboten. Wir haben das aufgegriffen und erstmals einen entsprechenden Schrank konzipiert. In der Folge kam es dann zur offiziellen Gründung der Düperthal Sicherheitstechnik im November 1972.

Die Anforderungen an den neuen Sicherheitsschrank mussten Sie ja - mangels Normen - selbst erst definieren?

Franz-Josef Hagen: Das ist richtig. Wir haben uns mit Experten an einen Tisch gesetzt und die Bedingungen ermittelt, denen ein Schrank standzuhalten hatte.

Wir haben als Praktiker das Pflichtenheft für den ersten Sicherheitsschrank erstellt und den ersten seiner Art gebaut. Das Ergebnis floss dann übrigens in die Formulierung der ersten DIN-Norm. Es folgte dann das erste Produkt mit GS-Zeichen: Was heute selbstverständlich ist, war damals sehr praktisch, weil der Schrank nicht mehr im Rahmen einer baurechtlichen Einzelabnahme genehmigt werden musste, sondern eben von einer unabhängigen Prüfstelle zertifiziert war. Wir wirken seitdem als ständiges Mitglied im DIN-Normenausschuss maßgeblich mit.

... und seit seinem Bestehen auch im ­Europäischen Normenausschuss?

Franz-Josef Hagen: Ja. Die erste DIN EN-Norm kam 2004. Sie entstand auf der Grundlage der deutschen Normen. Auch hier hat Düperthal federführend mitgewirkt. Allerdings waren ihre Auswirkungen auch für uns recht folgenreich. Die Änderungen haben die Belange der Firma im Kern berührt. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, mussten sowohl das Design als auch die Konstruktion aller bisherigen Sicherheitsschrank-Serien vollständig überarbeitet werden.

In der Folge haben Sie ja erstmalig einen Typ 90-Schrank nach DIN EN 14470-1 vorgestellt, 2006 kamen unter anderem die Typ G90-Druckgasflaschenschränke hinzu. Was sind derzeit Ihre wichtigsten Innovationen im ­Zusammenhang mit Sicherheitsschränken?

Franz-Josef Hagen: Hier ist zunächst einmal unser Modular Protection System (MPS) zu nennen, ein Zugriffskontrollsystem zum Schutz von Sicherheitsschränken und zum ganzheitlichen Schutz der darin gelagerten Güter. Unser jüngstes Produkt ist das Medienmanagementsystem MMS. Hier geht es darum, mehrere Aspekte miteinander zu vereinbaren: So zum Beispiel den Umweltschutz mit den Kosten. Das geschieht durch den Einsatz von Mehrweggebinden und einem Überwachungssystem, das systemhaft die Einhaltung der Vorschriften abprüft: Der Umgang mit Gefahrstoffen setzt ja vielfach eine Schulung voraus - und unser Verwaltungssystem öffnet den Schrank nur geschulten Mitarbeitern.

Das System managt ja auch die ausgegebenen Mengen?

Franz-Josef Hagen: Hinterlegt ist auch, wer wie viel von welchem Medium entnimmt. Es gibt ja Vorschriften über die zulässigen Lagermengen von Stoffen. Diese sind im MMS hinterlegt und werden genau überwacht. Meldet sich nun ein Nutzer an, gibt er zunächst den Stoff ein, den er möchte, und die Menge. Die abgezapfte Menge wird dokumentiert - und zwar in einer Form, die für die Zuordnung zur entsprechenden buchhalterischen Kostenstelle verwertbar ist. Der Verbrauch wird so genau dokumentiert. Vor allem wird so eine absolute Eins-zu-eins-Beziehung zwischen Medium und Nutzer hergestellt. Insgesamt werden Kosten eingespart.

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Schlüsselwörter : Arbeitsschutz Gefahrstoffhandling Gefahrstoffmanagement Laboreinrichtung Lagerung von Gefahrstoffen Sicherheitsschränke

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