Maschinen­sicherheit: Retrofit von Maschinen

  • Harald Förster, Leiter Customer Support bei PilzHarald Förster, Leiter Customer Support bei Pilz
  • Harald Förster, Leiter Customer Support bei Pilz
  • Das Schutz- und ­Messsystem PSENvip von Pilz sorgt beim Retrofit von Abkantpressen dafür, dass nachgerüstete Maschinen produktiver und damit effizienter arbeiten.
  • Anhand einer Risikobeurteilung werden die wesentlichen Risiken für das Bedien- und Wartungspersonal identifiziert und bewertet sowie evtl. erforderliche Maßnahmen zur Risikoreduzierung bestimmt.

Im Customer Support bei Pilz befasst sich ein Bereich ausschließlich mit den Themen Retrofit von Maschinen, Risiko­beurteilung und Maschinen­sicherheit. Das Angebot umfasst ­Sicherheitskonzepte, Systeminte­gration sowie Beratung- und CE-Zertifizierung. Auch Validierung sowie die sicherheitstech­nische Analyse des Maschinenparks gehören dazu. Durch ­Umrüstung wird die Sicherheitstechnik aktualisiert, die Ver­fügbarkeit gesteigert und in ­erheblichem Umfang werden ­Investitionskosten gespart. Matthias Erler von GIT-SICHERHEIT.de ließ sich von Harald Förster, Leiter Customer Support bei Pilz, die Details des ­Retrofit-Leistungsspektrums des schwäbischen Experten für sichere Automatisierung erläutern.

Herr Förster, das Retrofit älterer Maschinen und Anlagen hat viele Vorteile, ist aber eine ausgesprochen anspruchsvolle Aufgabe. Geben Sie uns zum Einstieg bitte einen kurzen Einblick in die Problematik?

Harald Förster: Die Problemstellung kann sehr vielschichtig sein und variiert je nach Anforderung des Kunden. Man muss unterscheiden: Zunächst gibt es die Situation, dass eine im Betrieb befindliche Maschine oder Anlage beispielsweise aktualisiert werden soll. Hier sind vielleicht einzelne Maschinenteile zwar noch in Ordnung, aber die Steuerung ist beispielsweise nicht mehr aktuell. Also geht es um die Modernisierung durch den Austausch alter Technik durch eine neue, aktuelle Technologie. Das Thema Sicherheit kommt dabei sofort ins Spiel, speziell dann, wenn Funktionalitäten verändert werden. Beim Umbau können neue Gefahren entstehen, die dann entsprechend der aktuellen Normen betrachtet und bewertet werden müssen. Eine andere Situation ist die, dass Maschinen geliefert werden, etwa aus dem Ausland, die man dann gewissermaßen im ‚Rohzustand‘ hat. Möglicherweise muss hier die Ausstattung verbessert oder angepasst werden. Denn gerade bei im Ausland hergestellten Maschinen ist die Gefahr besonders hoch, dass die Maschinenrichtlinie bei der Herstellung nicht zur Anwendung gekommen ist.

Sie übernehmen diese Aufgaben gewissermaßen als Gesamtpaket?

Harald Förster: Ja.

Wir bieten Betreibern Dienstleistungen an, die mit einer umfassenden Beratung beginnen. Im Mittelpunkt steht hier die Frage, wie man zu einer sicheren Maschine kommt. Außerdem unterstützen wir Unternehmen bei der Umsetzung. Auch für die gesamte Lebensdauer einer Maschine kann man diese Leistungen im Paket bekommen

Wie unterscheiden Sie sich von Angeboten des Wettbewerbs?

Harald Förster: Grundsätzlich ist es so, dass Pilz nicht nur eine Facette aus dem Ganzen herausgreift, sondern alles aus einer Hand bietet, was Safety angeht - von der Beratung über Dienstleistungen bis hin zu Produkten. Neben eigenen Produkten greifen wir dabei auch auf Produkte anderer Anbieter zurück. Wir richten uns dabei nach dem Wunsch des Kunden und orientieren uns an den Lösungen und Produkten, mit denen er gute Erfahrungen gemacht hat. Unsere Beratung ist zuerst einmal vollkommen lösungsorientiert.

Wer sind Ihre Kunden?

Harald Förster: Es gibt eigentlich keine Branche, die hier auszuklammern wäre. Zu unseren Kunden zählen viele global agierende Unternehmen. Generell sehen wir auch langfristig einen sehr hohen Bedarf im Bereich Retrofit. Natürlich ist die Entwicklung des Geschäfts immer auch konjunkturabhängig. Überdies beraten wir auch bei Neukauf und wenn es um Dinge wie die Richtlinienkonformität oder Vertragsbedingungen geht.

Werfen wir einmal einen näheren Blick auf die einzelnen Dienstleistungen. Wie geht es los?

Harald Förster: Zunächst verschaffen wir uns einen Überblick über die Situation, mit unserer Dienstleistung Plant Assessment - dies ist vor allem notwendig, wenn die Ausgangssituation nicht eindeutig ist und der Kunde noch Beratung hinsichtlich der sicherheitstechnischen Anforderungen benötigt. Das Plant Assessment richtig sich eher an die Management-Ebene. Weil wir hier abschätzen, wie hoch das Investment sein wird, d.h. die wie hoch die Kosten, für die Herstellung des aktuellen technischen Level sowie des Sicherheits-Level sein werden. Dagegen gibt es Kunden, bei denen dieser Status sehr genau feststeht - hier gehen wir direkt ins Risk Assessment. Wir können in diesem Fall die Problemlage und deren Lösungen direkt aufzeigen und erste Vorschläge erarbeiten. Erst daraufhin erstellen wir das Safety-Konzept und -Design zur Umsetzung.

Das wäre also der Beratungsteil?

Harald Förster: Ja genau. Ein Beratungsteil, der sanft in die Implementierung übergeht, die die Hard- und Software umfasst. Ein konkretes Beispiel: Pressen sind mit besonderen Gefahren verbunden. Hier lässt sich das Risiko sehr schnell erfassen, weil die typischen Gefahrenstellen bekannt sind. Die Umsetzung erfolgt hier dann schnell. Ganz wichtig sind am Ende die Validierung und Verifizierung. Das sind Aspekte, die häufig vernachlässigt werden. Wichtig ist nicht nur, was ich tue, sondern dass jeder Schritt auf seine Richtigkeit hin geprüft wird. Eine Vorgehensweise, die bei Pilz selbstverständlich ist, Protokolle, belegen hier jeden Schritt.

Wie funktioniert die Schulung der Mitarbeiter auf Kundenseite?

Harald Förster: Produktneutrale Schulungen gehören ebenso zu unserem Dienstleistungspaket im Zusammenhang mit Retrofit. Wir bieten z. B. Seminare für sicherheitsgerichtete Software, Konstruktion sowie CE-Seminare in unseren Schulungszentren lokal in den Regionen sowie im Stammhaus in Ostfildern. Es besteht aber auch die Möglichkeit der Vor-Ort-Schulung.

Zum Thema Validierung gehört noch die bei Ihnen eingerichtete akkreditierte Inspektionsstelle?

Harald Förster: Pilz unterhält eine, durch die deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) anerkannte, unabhängige akkreditierte Inspektionsstelle, gemäß den Anforderungen der DIN EN ISO/IEC 17020. Ähnlich wie TÜV oder Berufsgenossenschaft sind wir bevollmächtigt, Inspektionen, d.h. Überprüfungen, hinsichtlich Normen und Standards durchzuführen. Somit können Hersteller und Anwender sich darauf verlassen, dass alle offiziellen Anforderungen mit Blick auf die Prüfungen erfüllt sind. Damit gewährleisten wir Qualität, das ist uns wichtig.
Herr Förster, besten Dank für das Gespräch.

Kontaktieren

Pilz GmbH & Co. KG
Felix Wankel Str. 2
73760 Ostfildern
Germany
Telefon: +49 711 3409 0
Telefax: +49 711 3409 133

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