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Maschinen­sicherheit: Retrofit von Maschinen

29.09.2011
Harald Förster, Leiter Customer Support bei Pilz
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Harald Förster, Leiter Customer Support bei Pilz Das Schutz- und ­Messsystem PSENvip von Pilz sorgt beim Retrofit von Abkantpressen dafür, dass ... Anhand einer Risikobeurteilung werden die wesentlichen Risiken für das Bedien- und Wartungspersonal ... 

Im Customer Support bei Pilz befasst sich ein Bereich ausschließlich mit den Themen Retrofit von Maschinen, Risiko­beurteilung und Maschinen­sicherheit. Das Angebot umfasst ­Sicherheitskonzepte, Systeminte­gration sowie Beratung- und CE-Zertifizierung. Auch Validierung sowie die sicherheitstech­nische Analyse des Maschinenparks gehören dazu. Durch ­Umrüstung wird die Sicherheitstechnik aktualisiert, die Ver­fügbarkeit gesteigert und in ­erheblichem Umfang werden ­Investitionskosten gespart. Matthias Erler von GIT-SICHERHEIT.de ließ sich von Harald Förster, Leiter Customer Support bei Pilz, die Details des ­Retrofit-Leistungsspektrums des schwäbischen Experten für sichere Automatisierung erläutern.

Herr Förster, das Retrofit älterer Maschinen und Anlagen hat viele Vorteile, ist aber eine ausgesprochen anspruchsvolle Aufgabe. Geben Sie uns zum Einstieg bitte einen kurzen Einblick in die Problematik?

Harald Förster: Die Problemstellung kann sehr vielschichtig sein und variiert je nach Anforderung des Kunden. Man muss unterscheiden: Zunächst gibt es die Situation, dass eine im Betrieb befindliche Maschine oder Anlage beispielsweise aktualisiert werden soll. Hier sind vielleicht einzelne Maschinenteile zwar noch in Ordnung, aber die Steuerung ist beispielsweise nicht mehr aktuell. Also geht es um die Modernisierung durch den Austausch alter Technik durch eine neue, aktuelle Technologie. Das Thema Sicherheit kommt dabei sofort ins Spiel, speziell dann, wenn Funktionalitäten verändert werden. Beim Umbau können neue Gefahren entstehen, die dann entsprechend der aktuellen Normen betrachtet und bewertet werden müssen. Eine andere Situation ist die, dass Maschinen geliefert werden, etwa aus dem Ausland, die man dann gewissermaßen im ‚Rohzustand‘ hat. Möglicherweise muss hier die Ausstattung verbessert oder angepasst werden. Denn gerade bei im Ausland hergestellten Maschinen ist die Gefahr besonders hoch, dass die Maschinenrichtlinie bei der Herstellung nicht zur Anwendung gekommen ist.

Sie übernehmen diese Aufgaben gewissermaßen als Gesamtpaket?

Harald Förster: Ja.

Wir bieten Betreibern Dienstleistungen an, die mit einer umfassenden Beratung beginnen. Im Mittelpunkt steht hier die Frage, wie man zu einer sicheren Maschine kommt. Außerdem unterstützen wir Unternehmen bei der Umsetzung. Auch für die gesamte Lebensdauer einer Maschine kann man diese Leistungen im Paket bekommen

Wie unterscheiden Sie sich von Angeboten des Wettbewerbs?

Harald Förster: Grundsätzlich ist es so, dass Pilz nicht nur eine Facette aus dem Ganzen herausgreift, sondern alles aus einer Hand bietet, was Safety angeht - von der Beratung über Dienstleistungen bis hin zu Produkten. Neben eigenen Produkten greifen wir dabei auch auf Produkte anderer Anbieter zurück. Wir richten uns dabei nach dem Wunsch des Kunden und orientieren uns an den Lösungen und Produkten, mit denen er gute Erfahrungen gemacht hat. Unsere Beratung ist zuerst einmal vollkommen lösungsorientiert.

Wer sind Ihre Kunden?

Harald Förster: Es gibt eigentlich keine Branche, die hier auszuklammern wäre. Zu unseren Kunden zählen viele global agierende Unternehmen. Generell sehen wir auch langfristig einen sehr hohen Bedarf im Bereich Retrofit. Natürlich ist die Entwicklung des Geschäfts immer auch konjunkturabhängig. Überdies beraten wir auch bei Neukauf und wenn es um Dinge wie die Richtlinienkonformität oder Vertragsbedingungen geht.

Werfen wir einmal einen näheren Blick auf die einzelnen Dienstleistungen. Wie geht es los?

Harald Förster: Zunächst verschaffen wir uns einen Überblick über die Situation, mit unserer Dienstleistung Plant Assessment - dies ist vor allem notwendig, wenn die Ausgangssituation nicht eindeutig ist und der Kunde noch Beratung hinsichtlich der sicherheitstechnischen Anforderungen benötigt. Das Plant Assessment richtig sich eher an die Management-Ebene. Weil wir hier abschätzen, wie hoch das Investment sein wird, d.h. die wie hoch die Kosten, für die Herstellung des aktuellen technischen Level sowie des Sicherheits-Level sein werden. Dagegen gibt es Kunden, bei denen dieser Status sehr genau feststeht - hier gehen wir direkt ins Risk Assessment. Wir können in diesem Fall die Problemlage und deren Lösungen direkt aufzeigen und erste Vorschläge erarbeiten. Erst daraufhin erstellen wir das Safety-Konzept und -Design zur Umsetzung.

Das wäre also der Beratungsteil?

Harald Förster: Ja genau. Ein Beratungsteil, der sanft in die Implementierung übergeht, die die Hard- und Software umfasst. Ein konkretes Beispiel: Pressen sind mit besonderen Gefahren verbunden. Hier lässt sich das Risiko sehr schnell erfassen, weil die typischen Gefahrenstellen bekannt sind. Die Umsetzung erfolgt hier dann schnell. Ganz wichtig sind am Ende die Validierung und Verifizierung. Das sind Aspekte, die häufig vernachlässigt werden. Wichtig ist nicht nur, was ich tue, sondern dass jeder Schritt auf seine Richtigkeit hin geprüft wird. Eine Vorgehensweise, die bei Pilz selbstverständlich ist, Protokolle, belegen hier jeden Schritt.

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