Gasgefahren in der Brauindustrie

Die mit Kohlendioxid (CO2) einhergehenden Gefahren in der Brauindustrie sind allseits bekannt. Trotzdem kommt es in Brauereien jedes Jahr zu tragischen Todesfällen, die ohne weiteres hätten vermieden werden können. Vor wenigen Monaten sind zwei Arbeiter bei unterschiedlichen Arbeitsunfällen in derselben Brauerei ums Leben gekommen.


Beim ersten Vorfall hatte sich der Besitzer der Brauerei mit seinem Kopf und Oberkörper in einen Mischtank gebeugt und wurde in dieser Haltung tot aufgefunden. Man geht davon aus, dass der Besitzer nach dem Abfüllen und der abschließenden Reinigung den Behälter überprüfen wollte und beim hineinbeugen von der hohen Kohlendioxid-Konzentration überrascht wurde. 10 Monate später fand man in derselben Brauerei einen Arbeiter leblos im Drucktank, der für das Umpumpen von Weizenbier verwendet wird. Vermutlich hatte er vergessen, einen Hefestecker einzusetzen. Um das nachzuholen, beugte er sich in den Behälter, der bereits mit CO2 beaufschlagt worden war. Der Arbeiter befand sich bis zur Hüfte im Tank und erlitt (vermutlich innerhalb von Sekunden) eine Kohlendioxid-Vergiftung aufgrund der hohen CO2-Konzentration.


Beide Unfälle veranschaulichen die extremen Gefahren, die mit Kohlenstoffdioxid einhergehen, und machen deutlich, dass man innerhalb kürzester Zeit den tödlichen Eigenschaften des Gases erliegen kann.


Eigenschaften und Wirkung von Kohlenstoffdioxid
Kohlenstoffdioxid ist äußerst gefährlich und kann auf zwei Arten tödlich sein: entweder durch die Freisetzung von Kohlenstoffdioxid, die schnell zum Ersticken führt, oder durch den Giftstoff an sich. Die Vergiftungsgefahr beginnt bereits bei 0,5 Vol.-% Kohlenstoffdioxid, während eine Konzentration von über 10 Volumenprozent zum Tod führen kann. Da Kohlendioxid ein vollständig geruchloses und farbloses Gas ist, wird die Gefahr meistens erst erkannt, wenn es zu spät ist.


CO2 ist ein Nebenprodukt, das bei der Gärung anfällt. Da das Gas schwerer ist als Luft, sammelt es sich am Boden von Behältern und engen Räumen, beispielsweise in Tanks und Kellern. CO2 kann sogar aus Gärtanks austreten und sich am Boden der Brauerei absetzen, wo es tödliche, unsichtbare Gaskonzentrationen bildet.

CO2 stellt während des gesamten Brauprozesses eine Gefahr dar - bis hin zum Verpacken und Abfüllen.


Sicherheitsvorkehrungen
Gärtanks, Mischbehälter, Silos und andere enge Arbeitsbereiche in der Brauindustrie sind leicht zugänglich - und nur selten mit Sicherheitsschlössern ausgestattet. Aus diesem Grund sollten strenge Sicherheitssysteme vorhanden sein und stets befolgt werden. Arbeitgeber müssen die Gefährdung beurteilen, die für die Mitarbeiter in diesen Bereichen besteht, und diese Risiken aus dem Weg räumen. Für die Gefährdungsbeurteilung und sichere Arbeitssysteme ist in den meisten Fällen ein Gastest anhand von Gaswarngeräten erforderlich.


Das Arbeiten in Behältern und engen Räumen sollte keine Routine darstellen und nur erfolgen, wenn dies absolut notwendig ist. Die BG-Regel „Behälter, Silos und enge Räume" (BGR 117-1) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung enthält Informationen über die Gefahren und die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Wenn ein Zugang erforderlich ist - beispielsweise im Rahmen einer Inspektion oder um die ordnungsgemäße Reinigung zu überprüfen - sollten die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen in einem Betriebshandbuch dokumentiert und strikt befolgt werden.


Zunächst muss der Behälter oder Raum vollständig vom CO2 befreit werden. Hierfür wird eine Ringleitung eingesetzt, über die sämtliche Gär- und Spanngase direkt ins Freie geleitet werden. Ist dies aus räumlichen Gründen nicht realisierbar, muss das Kohlendioxid manuell abgeleitet werden.


Arbeiter in engen Räumen schützen
Laut den deutschen Sicherheitsbestimmungen muss beim Arbeiten in Behältern, Silos oder anderen engen Räumen ein für diese Aufgabe qualifizierter Sicherungsposten im Außenbereich eingesetzt werden. Auf einen Sicherungsposten darf nur dann verzichtet werden, wenn die CO2-Gefährdung und/oder ein Sauerstoffmangel im Container vollständig ausgeschlossen ist. Ob und wie diese Bedingung im Einzelfall gegeben ist, muss immer über eine Gefährdungsbeurteilung ermittelt und dokumentiert werden. Hierfür könnte in dem Behälter beispielsweise ein tragbares CO2-Gaswarngerät angebracht und anhand eines geeigneten CO2-Messgeräts eine Freimessung des CO2-Gehalts vorgenommen werden. Das ist eine zuverlässige Methode, um festzustellen, ob sich die CO2-Konzentration im sicheren Bereich befindet.


Der Sicherungsposten muss den Kontakt mit dem Arbeiter im Behälter permanent aufrechterhalten. Im Notfall kann er oder sie dann unverzüglich Hilfe rufen. Der Sicherungsposten sollte darüber hinaus mit den entsprechenden Rettungsmaßnahmen vertraut sein. Vor allem aber muss der Sicherungsposten wissen, dass er sich möglicherweise selbst gefährdet, wenn er zur Bergung einer verletzten Person in den Behälter steigt.


Alle Personen, die einen Tank oder einen engen Raum betreten, müssen des Weiteren mit einem Gaswarngerät ausgestattet sein, da beim Freimessen möglicherweise nicht alle CO2-Konzentrationen entdeckt wurden. Beim Überschreiten einer bestimmten CO2-Konzentration wird das Gerät in den Alarmmodus versetzt und gibt akustische und visuelle Warnsignale ab.


In der Regel liegen die Alarmschwellen für den Voralarm bei 0,5 Vol.-% CO2, während der Hauptalarm bei 1 bis 2 Vol.-% CO2 ausgelöst wird. Bei den meisten Geräten sind auch andere Alarmschwellen einstellbar. Das kann sinnvoll sein, um zu häufige Warnsignale zu vermeiden und dennoch die Sicherheit der im Behälter arbeitenden Person sicherzustellen.


Aufbau von CO2-Messgeräten
Für die Überwachung der Gefährdungslage in Brauereien können sowohl tragbare als auch stationäre Messgeräte verwendet werden. Stationäre Gaswarnanlagen bestehen meistens aus einem oder mehreren „Messköpfen", die mit einem separaten Bedienfeld verbunden sind. Nimmt der Sensor eine gefährliche CO2-Konzentration wahr, wird automatisch ein Absauggebläse in Gang gesetzt. Ebenso können akustische und visuelle Warnsignale aktiviert werden, um die Arbeiter zu warnen und diese zur Räumung des Gefahrenbereichs aufzufordern. Dieses System eignet sich für größere Räumlichkeiten, wie Keller oder Betriebsräume.


In der Brauindustrie wird jedoch häufig in engeren Räumlichkeiten gearbeitet, beispielsweise in Gärtanks, wo die Anbringung eines stationären Messgeräts nicht möglich ist. Das bedeutet, dass kompakte und tragbare Geräte benötigt werden. Eine einfache Handhabung und die Ein-Knopf-Bedienung sollte bei allen tragbaren Gaswarngeräten die Norm sein. Auf diese Weise ist nur ein minimaler Schulungsaufwand erforderlich, während gleichzeitig ein höheres Maß an Sicherheit gewährleistet wird. Tragbare Gaswarngeräte sind mit ein oder zwei Sensoren ausgestattet, die grelle akustische und visuelle Warnsignale abgeben, wenn eine voreingestellte Gaskonzentration erreicht wird. Die kompakten Messgeräte können problemlos in enge Räume mitgenommen werden, um sicherzustellen, dass eine hohe CO2-Konzentration nicht unentdeckt bleibt.


Bestimmte Eigenschaften sollten von allen tragbaren CO2-Messgeräten erfüllt werden. Es versteht sich von selbst, dass lebensrettende Geräte so robust wie möglich sein müssen. So sollte eine zuverlässige Elektronik in einem schlagfesten Gehäuse integriert sein. Da die Gassensoren der Atmosphäre ausgesetzt sein müssen, ist es nicht möglich, das Gerät in einer vollständig dichten Bauweise zu halten. Deshalb muss das Gerät vor dem Einfall von Staub und Wasser geschützt werden. Gut konzipierte Gasmelder sind trotz ihrer Robustheit so leicht und kompakt, dass sie während einer ganzen Schicht getragen werden können.


Aufgrund der schwierigen Bedingungen beim Arbeiten in engen Räumen, wobei vielleicht noch schlechte Lichtbedingungen herrschen, sollten die Geräte eine einfache Handhabung ermöglichen. Ganz gleich, wie fortschrittlich der innere Aufbau eines Gaswarngeräts oder seine Optionen für die Datenverwaltung sind: Das Personal vor Ort sollte lediglich mit einem verständlichen Display, einer einfachen Ein-Knopf-Bedienung und lauten/grellen Alarmsignalen konfrontiert werden.


Selbstverständlich müssen Messgeräte darüber hinaus langlebig und zuverlässig sein und regelmäßig kalibriert und geprüft werden.


Schlussfolgerung
Der relativ sorglose Umgang mit CO2 hat bereits viele tödliche Unfälle verursacht, die vermeidbar gewesen wären. Durch die Einhaltung der oben beschriebenen Sicherheitsmaßnahmen können die Gefahren dieses farb-, geruch- und geschmacklosen Gases deutlich reduziert werden.


 

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