Es war ein würdiger Rahmen für das 100-jährige Jubiläum des traditionsreichen Familienunternehmens Dehn + Söhne: Geladen wurde zur Eröffnung der Fachkonferenz in das alte Fabrikgebäude des Museums für historische Maybachfahrzeuge in Neumarkt. Wie schon Wilhelm Maybach war auch Firmengründer Hans Dehn Pionier auf seinem Gebiet. Diesen innovativen Geist atmete auch die anlässlich der Feierlichkeiten initiierte Veranstaltungsreihe für Fachleute aus Blitzschutz, Elektroplanung und Sicherheit. Zentrales Thema der Referenten des Sicherheitstechnik-Forums war die Planungs- und Ausführungssicherheit - von Sicherheitstechnischer Prävention über Produkthaftung bei sicherheitstechnischen Anlagen bis hin zu Schutzmaßnahmen gegen Überspannungen bei Brandmeldeanlagen. Regina Berg-Jauernig von GIT-SICHERHEIT.de sprach mit Geschäftsführer Thomas Dehn, dem Enkel des Firmengründers Hans Dehn.
GIT-SICHERHEIT.de: Herr Dehn, Ihr Großvater Hans Dehn hat vor hundert Jahren sein Elektroinstallationsgewerbe in Nürnberg angemeldet. Wenn wir uns in diese Zeit einmal zurückversetzen, ging es damals wohl noch um Pionierarbeit für viele Haushalte und Unternehmen. Könnten Sie uns beschreiben, wie alles anfing?
T. Dehn: Um Haushalte und Unternehmen mit Elektrizität zu versorgen, war zunächst Pionierarbeit beim Bau von Freileitungen und Ortsnetzen gefragt: Der Strom musste erst einmal auf die Dörfer gebracht werden. Meinem Großvater ging es darum, den ländlichen Raum für die Nutzung der Elektrizität zu öffnen, und er begann damit, die westliche Oberpfalz mit Strom zu versorgen. Gebäudeinstallation beschränkte sich zu seiner Zeit vor allem auf das Thema Beleuchtung. In der Landwirtschaft waren außerdem z. B. Antriebe für Dreschmaschinen erforderlich, ebenso im Gewerbebereich, wo der Antrieb verschiedenster Maschinen durch Elektromotoren im Vordergrund stand.
Der Blitzschutz spielte von Anfang an eine große Rolle - 1918 erhielt Hans Dehn sein erstes Patent zu diesem Thema. Gab es schon andere Techniken oder handelte es sich tatsächlich um eine Pionierleistung?
T.
Dehn: Bauteile für den Blitzschutz gab es eigentlich schon ab Mitte des 18. Jahrhunderts, seit Benjamin Franklin, dem eigentlichen Pionier der Blitzphysik und des Blitzschutzes. Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begannen in Deutschland mehrere Unternehmen auch mit der Fertigung von Blitzschutzkomponenten. Hans Dehn, der in vieler Hinsicht ein Perfektionist war, baute seit der Gründung seines Unternehmens auch Blitzschutzanlagen. Er war mit dem damals am Markt verfügbaren Material nicht zufrieden, machte sich Gedanken über die Neukonstruktion von Bauteilen und begann um das Jahr 1923 herum mit einer eigenen Fertigung. Eine Pionierleistung war es, dass er neben seinen handwerklich ausgerichteten Tätigkeiten in eine industrielle Fertigung einstieg.
Ist diese Technik von damals eigentlich noch mit der heutigen vergleichbar? Was steckt von den anfänglichen Produkten noch in denen von heute?
T. Dehn: Teilweise sind tatsächlich bei einzelnen Bauteilen des Äußeren Blitzschutzes noch gewisse Grundideen aus der Anfangszeit der Blitzschutzfertigung enthalten. Aber natürlich sind in das Programm des Äußeren Blitzschutzes über die Jahrzehnte viele neue Ideen eingeflossen, die Materialien haben sich verändert, und vor allem sind die technischen Anforderungen und die Herausforderungen durch neue Applikationen gestiegen, wenn man z. B. an den Schutz einer Mobilfunkbasisstation oder einer Fotovoltaikanlage denkt. Was geblieben ist, ist unser Anspruch an höchste Qualität der Produkte, die man von uns seit jeher gewohnt ist.
Seit der Einbeziehung der Söhne in das Geschäft im Jahre 1933 heißt das Unternehmen Dehn & Söhne. Bis heute sind Sie ein Familienunternehmen. Welche Bedeutung hat dieser Umstand für Sie persönlich und für den Erfolg Ihres Unternehmens heute?
T. Dehn: Dass wir immer noch selber Herr im Hause sind und jeglichen Versuchungen widerstanden haben, uns von unserem Erbe zu trennen. Dadurch können wir langfristig planen und unsere Zukunft selbst gestalten.
Zurück noch einmal zur Historie: Wie hat das Unternehmen den Zweiten Weltkrieg erlebt?
T. Dehn: Natürlich lag das Unternehmen in diesen Jahren ziemlich am Boden und konnte nur eingeschränkt operieren. Viele Mitarbeiter und Familienmitglieder waren eingezogen und fehlten deshalb. Nachdem 1945 dann alle Betriebsstätten in Nürnberg und Neumarkt zerstört waren, begann die Familie - wie 1918 auch schon - mit dem Wiederaufbau. Entgegengekommen ist uns dabei, dass wir wirtschaftlich auf zwei Beinen standen: Für den handwerklichen Bereich der Elektroinstallation gab es in dieser Zeit zwangsläufig große Nachfrage, während das Thema Blitzschutz erst mal bis 1948/49 mangels Nachfrage am Boden lag. Eine funktionierende elektrische Anlage im Haus war in den Nachkriegsjahren wichtiger als Blitzschutz.
Schlüsselwörter : Blitzschutz Blitzschutzanlagen Blitzschutzkomponenten Dehn+Söhne Elektroplanung
EmailanfrageFirmen HomepageDehn & Söhne GmbH + Co.KG
Hans-Dehn-Str. 1
92318 Neumarkt
Tel: +49 9181 906 122
Fax: +49 9181 906 100
Web: http://www.dehn.de
Leserkommentare (0)