Aufbereitung von Atemschutzgeräten bei Kupfer-Produzent Aurubis

  • Farblich konzipierte Wege machen deutlich, was wo gerade geschieht

Der deutsche Produzent und ­Wiederverwerter von Kupfer Aurubis hat eine neue Atemschutz­geräte-Werkstatt gebaut. Das Projekt wurde von Michael Hauschild, dem Leiter der Werksfeuerwehr und Werksicherheit am Arubis-Stammsitz in Hamburg geleitet. Dabei arbeitete er u.a. mit Meiko zusammen: Das Unternehmen lieferte einen wichtigen Teil der Technologie zur Aufbereitung von Atemschutzmasken.

Kupfer – das dauerhaft recyclebare Halbedelmetall – wird an Aurubis-Standorten rund um den Globus zu Kathoden verarbeitet. Doch bis Gießwalzdraht, Stranggussformate, Walzprodukte, Bänder und Spezialdrähte rötlich glänzend das Werk verlassen, ist beinharte Arbeit gefordert. Hitze, Flammen, Chemikalien, Schlacke gehören zu den Vokabeln, die untrennbar mit Aurubis verbunden sind. Auch genau deshalb leistet sich das börsennotierte Unternehmen einen Bereich, der mit „Corporate Occupationoal Health and Safety“ überschrieben ist. Das Ziel: Eine vollständig unfallfreie Arbeitsumgebung im Konzern zu schaffen. Im Geschäftsjahr 2014/2015 fiel die absolute Anzahl der Unfälle von 80 auf 63. In Anbetracht der Tatsache, dass Aurubis 6.500 Menschen weltweit beschäftigt, ist das ein geringer Wert.

Neubau der Atemschutzgeräte-Werkstatt
Hat man sich am kupfernen Lauf der steilen Treppe zu Michael Hauschild hochgearbeitet, steht man im Büro des Leiters der Werksfeuerwehr und Werksicherheit am Aurubis-Stammsitz in Hamburg. Um in diesem Konzern solch eine Position auszufüllen, ist man mehr als Feuerwehrmann – man hat auch unternehmerische Qualitäten: Michael Hauschild hat beispielsweise etwas gewagt, was in Deutschland noch nicht viele Werksfeuerwehren unternommen haben: Beim Neubau der Atemschutzgeräte-Werkstatt hat er auf drei Lieferanten gesetzt – darunter Meiko, einem Newcomer in der Branche: Das Unternehmen hat  einen wichtigen Teil der Technologie zur Aufbereitung von Atemschutzmasken geliefert. Mit dieser Entscheidung konnte er sich „bei der Geschäftsführung auch deshalb durchsetzen, weil ich die Kapitalbindung um eine Million Euro verringert habe“, so Michael Hauschild.

Das hatte nur in zweiter Linie mit den Masken der insgesamt 55 Werksfeuerwehrleute bei Aurubis zu tun.

Was in Hauschilds Zuständigkeit fällt, ist auch die Aufbereitung der Industriemasken. Wo recyclingfähiges Kupfer vom sogenannten Speise-Dreck, der an das Halbedelmetall gebundenen Schlacke, noch händisch losgeklopft wird, erreicht der Feinstaub eine Konzentration, der man keinen Menschen aussetzen will. Starten die Schmelzkampagnen in den modernen Elektroofenanlagen, werden Blei und Kupfer sowie andere Edelmetalle getrennt. Wird der Ofen angestochen, wälzen sich Massen flüssigen Metalls Schächte hinab, während top-ausgebildete Verfahrenstechniker den Prozess fest im Griff haben – und einen Lufthelm auf dem Kopf bzw. vor dem Gesicht.

Michael Hauschild war klar, dass viel Potenzial beim Durchsatz von 40.000 Vollmasken- und 80.000 Halbmasken-Reinigungsdurchläufen liegt. 4.000 Exemplare von jeder Maskenart waren am Hamburger Aurubis Standort im Umlauf, dazu 460 personenbezogener gebläseunterstützter Atemschutz. „Letzteren haben wir auf 220 reduziert und die Personenbezogenheit abgeschafft“, berichtet Michael Hauschild. Da ohnehin ein neues System etabliert wurde, ging dies Hand in Hand mit dem Neubau der Atemschutzwerkstatt. Und diese kann sich jetzt sehen lassen. „Aurubis hat einen sehr hohen Anspruch an seine Mitarbeiter und verfolgt gleichzeitig das Ziel, ein modernes Unternehmen zu sein“, erklärt Hauschild. Also ließ er sich beraten, denn er wusste: Auch mit dem Neubau der Atemschutzwerkstatt muss sich die Werksfeuerwehr für den Gesamtkonzern rechnen. „Dass sie das tut, ist auch meine Aufgabe!“.

Aufbereitung in neun bis zwölf Minuten
Der Atemschutzgerätewart Andreas Krzikaswski ist zugleich auch Gefahrgutbeauftragter und hat auch schon Abordnungen der Werksfeuerwehren des Hamburger Flughafens, des Flugzeugbauers Airbus und der Berufsfeuerwehr in der Hansestadt durch die Anlage geführt. Sie alle bestaunten die farblich konzipierten Wege, die auf Anhieb deutlich machen, was wo gerade geschieht. Im ersten Raum, dessen Boden blau ist, stehen Rollcontainer zum Abwurf der Masken. Hier werden sie zurückgescannt – eine Maßnahme, die den Abgang von einst 8.000 Euro pro Jahr auf 300 Euro reduziert hat. „Fehlt eine Maske, wird eine Rechnung geschrieben“, so Andreas Krzikaswski. Während sein Mitarbeiter Andreas Calgan, einer von drei weiteren

Atemschutzgerätewarten, die Normaldruckmasken über einer Absaugeinheit in Einatemventil, Austemventil, Sprechmembran und Innenmaske demontiert, stehen seine Füße auf einem Entlastungsteppich – der schont seinen Rücken. Im zweiten Raum stehen vier Geräte des Typs Top Clean M aus dem Hause Meiko. Auf Rollwagen kommen die fertig bestückten Körbe an, die dann nur noch in das Reinigungs- und Desinfektionsgerät geschoben werden müssen.

Nach neun bis zwölf Minuten sind alle Maskenbestandteile hygienisch sicher aufbereitet und dank der Hitze im Gerät nicht mehr so tropfnass, dass sie auch nicht mehr so lange wie sonst üblich in den Trockenschrank müssen. Im dritten Raum mit seinem mittelorangen Boden stehen große Arbeitstische an denen im Sitzen oder Stehen die einzelnen Maskenbestandteile wieder zusammengefügt werden. Drei nagelneue Prüfstände komplettieren das Equipment und mit diesem beschränkt sich die rein manuelle Arbeit pro Maske jetzt auf zehn Minuten: „Wir schaffen so einen Durchsatz von circa 200 Gebläsemasken in 24 Stunden“, so Andreas Krzikaswski.

Masken und Street-Art-Kunst
Im Laufe des Jahres werden sich auch die Atemschutzmasken der 55 Werksfeuerwehrleute der Aurubis am Standort Hamburg in die Aufbereitung in der neuen Atemschutzgeräte-Werkstatt einreihen. Dann ist der Prozess für Michael Hauschild und seine Kollegen perfekt.

Dass es in der insgesamt 85 Kollegen zählenden Abteilung Werksschutz nicht nur um reines Kostenstellen-Denken geht, sondern auch um das Gefühl, zur Aurubis-Familie zu gehören und einen nicht nur funktionalen, sondern auch freundlichen Arbeitsplatz zu haben – auch dafür hat Michael Hauschild gesorgt. Ein Street-Art-Künstler hat die Wände der gesamten Werkstatt gestaltet – seine kunstvolle Spraytechnik zeigt den Weg von der Maskenaufbereitung über die Kupferstecherei gestern und heute – bis hin zum Feuerwehrauto, das die Wand ins Entree der Werkstatt zu durchbrechen scheint.

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Englerstr. 3
77652 Offenburg
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