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Wir brauchen ein effizientes Frühwarnsystem - die Technik dafür ist längst vorhanden. „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft genau vorherzusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein" - so brachte es bereits der griechische Staatsmann Perikles etwa 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung auf den Punkt.
Die Richtigkeit dieser Erkenntnis wurde uns allen von der unseligen "Aschewolke" wieder einmal vor Augen geführt. Aber auch die traurigen Geschehnisse rund um die "Loveparade" belegen das. Weitere Katastrophen können hoffentlich verhindert werden - wenn wir handeln. Ein Beitrag von Dipl. Ing. Ulrich Skubsch, Sachverständiger für elektronische Alarmsysteme und Funkübertragung.
Die Aschewolke, die sich nach Ausbruch eines isländischen Vulkans über den europäischen Luftraum legte, hat extreme finanziellen Einbußen und erhebliche Kosten verursacht - und selbst nach Wiederaufnahme des Flugbetriebs herrschte noch tagelanges Chaos für die wartenden und auf den Flughäfen campierenden Passagiere.
Wäre das alles vermeidbar gewesen? Nun, es wäre bedingt vermeidbar gewesen, wenn die Koordination des totalen Flugverbotes im Vorhinein hätte geplant bzw. berücksichtigt werden können. Hier eröffnet sich ein enormes Spektrum an Möglichkeiten, die den Rahmen dieses Beitrages sprengen würden. Allerdings lohnt sich ein Blick auf vergleichbare asymmetrische Bedrohungslagen und Szenarien, die unsere Branche beschäftigt: Etwa Bedrohungslagen mit Spätfolgen durch Expansion von toxisch kontaminierter Umgebungsluft oder Beeinflussung unserer Nahrungsmittel. Stichwort: Schmutzige Bombe, Vergiftung des Trinkwassers etc.
Solche Szenarien, die uns alle betreffen können, haben eines gemeinsam: Wir möchten vorher gewarnt werden - und zwar rechtzeitig, zumindest aber so früh wie irgend möglich! Dies sieht auch die Regierung so. Zwar wurden nach Ende des kalten Krieges in vielen Landesteilen die ca. 100.000 Sirenenanlagen seitens des Bundes als überflüssig und zu teuer deklariert (1995) - heute sollen bundesweit nur noch 35.000 klassische Sirenen in Funktion sein - aber die Notwendigkeit eines Bevölkerungs-Frühwarnsystems wird heute nicht mehr bezweifelt.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK)
Aufgabe des BBK ist nicht nur die Warnung der Bevölkerung - der Schutz kritischer Infrastrukturen steht damit in direktem Zusammenhang.
Christoph Unger, Präsident des BBK, definierte 2006 die Kernpunkte einer „Neuen Strategie", die gemeinsam von Bund und Ländern verfolgt werden müssten. Ein ganz wesentlicher Kernpunkt dabei: Ein neues Warnsystem für die Bevölkerung! Die Behörde richtet großes Engagement also auf die Warnung und Information der Bevölkerung - dazu gehören insbesondere der Ausbau des integrierten Warnsystems mit dem Kernelement der satellitengestützten Warninformation über Rundfunk sowie die Entwicklung von Konzepten für eine umfassende Information der Bevölkerung einschließlich der Risiko- und Krisenkommunikation. Die Wiedererrichtung eines flächendeckenden Sirenennetzes in der Bundesrepublik Deutschland ist nicht vorgesehen. Allerdings werden neue Möglichkeiten der flächendeckenden Alarmierung der Bevölkerung getestet.
Es muss dringend etwas geschehen
So weit so gut - können wir uns also getrost dem Tagesgeschäft widmen? Leider heißt die Antwort Nein. Denn, was bei all diesen durchaus ehrenwerten Bemühungen völlig fehlt, ist eine Weckfunktion. Was nützt es dem friedlich schlafenden Bürger, wenn dieser nachts um 3 Uhr seinen Fernseher oder sein Radio einschalten muss? Er schläft doch schließlich! Schon 2007 hat Axel Dechamps es in der „Zeit" zum Thema gemacht: „Es muss dringend etwas geschehen«, sagte damals der oberste Katastrophenschützer in der Berliner Innenbehörde. Auch der digitale Behördenfunk in Deutschland wird bereits seit 13 Jahren diskutiert. Und immer noch ist man hier weit davon entfernt, über ein funktionsfähiges Kommunikationsnetz zu verfügen. Sicherlich ist diese höchst peinliche behördliche und industrielle Beschäftigungstherapie für niemanden akzeptabel, schon gar nicht als Beispiel für das Zeitmaß bei der Schaffung eines landesweiten Frühwarnsystems. Laut Bundesratsbericht sieht der Bund nach dem Aufbau des Satellitengestützten Warnsystems (SatWas) für sich „keinen weiteren Handlungsbedarf" („Die Zeit" 2007).
Rückkehr des alten Sirenensystems?
Befragt man die vielen Freiwilligen, dort wo die Katastrophenübungen durchgeführt werden und immer wieder in Aufarbeitungsdiskussionen analysiert werden, wird vielerorts das alte Sirenensystem zurückgefordert. Die Bezahlung wird in entsprechenden Landesbereichen immer kategorisch abgelehnt - wo sollten die Finanzmittel auch hergenommen werden?
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Schlüsselwörter : Alarmsysteme Bundesamt für Bevölkerungsschutz Frühwarnsystem Heimrauchmelder Risiko- und Krisenkommunikation Warnsystem
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