Nicht nur in der bald zu Ende gehenden „dunklen Jahreszeit" müssen sich Sicherheitsdienste und Polizei verstärkt mit der Kriminalität auf öffentlichen Wegen und Plätzen befassen, wenn Raubüberfälle, Einbrüche und Sachbeschädigungen deutlich zunehmen.
GIT-SICHERHEIT.de beschreibt das Phänomen Straßenkriminalität im Zusammenhang mit den Kriminalitätsbelastungen deutscher Großstädte und stellt Präventionsansätze für betroffenen Bürger, Geschäftsleute sowie für Verantwortliche in Politik und Verwaltung zur Diskussion.
Unter unseren Augen
Als Straßenkriminalität bezeichnet man alle Delikte, die zu öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen einen speziellen Bezug haben, d. h. in der Öffentlichkeit begangen werden und bei denen sich der Täter vor, während oder nach der Tat auf der Straße bzw. in der Öffentlichkeit befindet. Die Straßenkriminalitätsdichte einer Stadt, eines Viertels oder einer Straße bestimmt deren Attraktivität und Wohnwert. Die typische Straßenkriminalität umfasst laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) des Jahres 2010 folgende Delikte:
Die PKS meldet davon jährlich ca. 1,5 Mio. Fälle mit einer Aufklärungsquote von lediglich 18,6 %. Nicht darin enthalten sind die Fälle von
die sich größtenteils auch im öffentlichen Raum unter unseren Augen abspielen. bei denen jedoch bei der Erfassung nicht zwischen Straßenkriminalität und anderen Deliktsformen unterschieden wird.
Bei diesen Fällen liegen die Aufklärungsquoten deliktspezifisch zwischen 30 % beim schweren Diebstahl, 34,9 % bei vorsätzlicher Brandstiftung, bei über 94 % bei Drogen- und Tötungsdelikten.
Kriminalität in den Städten ab 200.000 Einwohnern
Was die registrierte Kriminalitätsbelastung 2009 und 2010 in Großstädten betrifft, hat Frankfurt am Main erneut den Spitzenplatz belegt - gefolgt von Berlin, Hannover, Düsseldorf, Köln und Bremen. Mit 10 % mehr Delikten erlebte Köln den stärksten Kriminalitätszuwachs. München ist die sicherste Metropole Deutschlands. Die bayerische Landeshauptstadt belegt Platz 68 der Risikoliste unter deutschen Städten. Die HZ (Häufigkeitszahl) als gemeinsame Größe, um Kriminalitätsbelastung einzelner Regionen miteinander vergleichbar zu machen, zeigt das auch für Kriminalität typische Stadt-Land-Gefälle.
Während die Häufigkeitszahlen in ländlichen Gegenden den oft den Durchschnittswert von 5.000 unterschreiten, drückt die HZ aus, dass - statistisch gesehen - z. B. in Hessen jeder 16. Einwohner und in Frankfurt jeder 6. Opfer einer Straftat wurde. Es ist unbestritten, dass bei der Berechnung der HZ viele Faktoren unberücksichtigt bleiben, wie beispielsweise die Kriminalitäts- und Bevölkerungsstruktur, die in jeder Stadt entwicklungsbedingt höchst unterschiedlich und von regionalen Besonderheiten abhängig ist. Dennoch sind das eklatante Unterschiede, die Fragen aufwerfen. In Frankfurt am Main werden jährlich fast 1.000 Raubüberfälle, 21.553 Diebstähle, 16.591 Einbrüche und 7.857 Sachbeschädigungen gemeldet. Dagegen konnte in München die Straßenkriminalität im Vergleich zum Vorjahr nochmals weiter gesenkt werden. Dort befindet sich die Straßenkriminalität mit 16.833 Delikten und einem Rückgang von 1,4 % auf dem niedrigsten Stand seit 1987.
Sicherheit im öffentlichen Raum
Sicherheitsmaßnahmen auf Straßen und Plätzen, für den öffentlichen Personennahverkehr, für Bahnhöfe, Einkaufszentren und andere öffentlich zugängliche Bereiche sind für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung von besonderer Bedeutung. Delikte wie Raubüberfälle, sexuelle Übergriffe, Körperverletzungen, Taschendiebstähle, Diebstähle an, aus und von Kraftfahrzeugen, Einbrüche und Vandalismus beunruhigen die Menschen. Viele Städte und Gemeinden haben bereits Maßnahmen getroffen, um die Wohnqualität, die Attraktivität von Einkaufszentren, U-Bahnhöfen, Bussen, Bahnen und öffentlichen Plätzen zu verbessern. Folgende Maßnahmen können erfahrungsgemäß Straßenkriminalität aus bestimmten Problembereichen und Angsträumen dauerhaft und erfolgreich verdrängen:
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