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EURO 2012: Sicherheitseinrichtungen für Ukrainische Fußballstadien

24.05.2012
  

Vom 8. Juni bis 1. Juli findet in Polen und der Ukraine die EURO 2012 statt. Bei der diesjährigen europäischen Fußballmeisterschaft werden sechzehn der weltweit besten Fußballteams um den Henri-Delaunay-Pokal kämpfen. Drei Monate vor dem ersten Anpfiff erhielt GIT-SICHERHEIT.de nun Gelegenheit, an einem exklusiven Rundgang durch zwei der für die EURO 2012 vorgesehenen Stadien in Lwiw (Lemberg) und Kiew teilzunehmen und sich mit Funktionären, Sicherheitsbeauftragten und Integratoren zu den Vorbereitungen und Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien zu unterhalten.

Olympiastadium (NSK) Kiew: Tradition trifft auf moderne Sicherheit
Die Austragungsorte für die Spiele befinden sich in Polen und der Ukraine. Alle Stadien in den beiden Gastgeberländern gehören professionellen Fußballclubs und besitzen zwischen 32.400 und 83.000 Sitzplätze. Die kleinste Einrichtung für die EURO 2012 ist das Fußballstadion der Stadt Lwiw, in dem etwa 33.400 begeisterte Fans Platz finden, und das Olympiastadion (NSK) von Kiew ist mit Abstand die größte Arena. Zur Gesamtkapazität von 70.050 Sitzplätzen zählen dort 64.119 normale Sitzplätze, 3.546 Business-Seats, 150 Behindertensitzplätze sowie 738 Sitzplätze in 39 VIP-Logen.

Im traditionsreichen Olympiastadion soll nicht nur das Endspiel, sondern auch die Abschlusszeremonie der EURO 2012 stattfinden. Es wurde im Rahmen der ersten Olympiade der Region Kiew am 12. August 1923 unter dem Namen „Rotes Stadion Leo Trotzki" eingeweiht. Im Jahr 1935 wurde ein Wettbewerb um die „Erhöhung" des Roten Stadions ausgeschrieben, aus dem der junge Architekt Michailo Grychyna mit seinem Projekt als Gewinner hervorging. Der Bau des Stadions dauerte von 1937 bis 1941, doch die Eröffnung, die für Juni 1941 vorgesehen war, verschob sich aufgrund des Zweiten Weltkrieges um insgesamt fünf Jahre. Seitdem hat man den Namen des Sportkomplexes bereits dreimal geändert. In den 1940-ern und 1950-ern trug er zunächst den Namen von Nikita Chruschtschow, bevor er dann in „Stadion der ukrainischen Republik" umbenannt wurde. Da die Ukraine ein unabhängiges Land ist, fiel dem Olympiastadion der Titel „Nationaler Sportkomplex" (NSK) zu.


Bei der derzeitigen Sanierung des Stadions handelt es sich bereits um die dritte. In den Jahren 1966 und 1967 wurde das Gebäude vergrößert und ein zweiter Tribünenrang fertiggestellt. Von 1978 bis 1980 fand ein umfangreicher Umbau für die Fußballturniere im Rahmen der XXII. Olympischen Sommerspiele statt.

Architektur
Vom Beginn der Sanierungsarbeiten im August 2008 bis zur großen Eröffnung im Oktober 2011 vergingen 38 Monate. Das NSK ist nun eine moderne Arena, die auf dem historischen Gebäude beruht. Im Rahmen der Modernisierungsarbeiten bemühte man sich um den Erhalt der unteren Ränge sowie der Spannbetonkonstruktion der Oberrangtribünen und verband auf diese Weise 80 Jahre Sportgeschichte in der Ukraine mit europäischer Erfahrung und moderner Technik.

Die neue Arena soll nun als Mehrzweckeinrichtung für internationale Fußballspiele und Leichtathletikwettkämpfe genutzt werden. Das Stadion zeigt sich nun ganz im modernen Gewand: mit Glasfassade und kompletter Tribünenüberdachung in Form einer teildurchlässigen synthetischen Membran.

Moderne Technik
Das staatliche Unternehmen Olympia-NSK zeichnet für das Stadion verantwortlich und verlangt, dass die komplette Infrastruktur der Einrichtung den Anforderungen der UEFA genügen muss. Im Hinblick auf die Sicherheit im Stadion führte dies zur Installation eines neuen Sicherheitssystems mit Videoüberwachung, einer größeren Anzahl Eingänge, neuer Fluchtwege, eines neuen Evakuierungsplans, eines modernen Zugangskontrollsystems, einer neuen Lautsprecheranlage und moderner IT-Infrastruktur.

  • Der Umbau des Stadions war mit sehr viel Aufwand verbunden:
  • Für die Konstruktion wurden 118.836 Kubikmeter Beton vergossen.
  • Das gleichzeitige Anheben der 800 Tonnen schweren Kabelanlage für die Überdachung auf 80 Achsen mit Hilfe von 160 Hydraulikhebern nahm insgesamt zehn Tage in Anspruch.
  • Im Verlauf der Modernisierung wurden 37.148 Tonnen Metallblech verarbeitet.
  • Im NSK und seiner Umgebung wurden 100.000 Quadratmeter Granit verlegt.
  • Im Parkbereich wurden 5825 Bäume gepflanzt.

Damit die UEFA-Anforderungen eingehalten und die Ansprüche der lokalen Teams erfüllt werden, hat man das Stadion mit modernster Technik ausgestattet. Wir haben uns einige der installierten Komponenten und Lösungen, die die Sicherheit im Stadion betreffen, einmal genauer angeschaut.

Kommunikations- und Lautsprecher­anlage
Bei modernen Sportstadien handelt es sich in der Regel um Mehrzweckeinrichtungen, in denen sowohl Konzerte als auch Sportveranstaltungen stattfinden. Zu den Sicherheitsmaßnahmen zählt daher auch ein professionelles Lautsprechersystem, das sich nicht nur für öffentliche Durchsagen eignet, sondern auch eine hochwertige Tonwiedergabe bietet. Im Notfall muss über diese Anlage eine Evakuierung durchgeführt werden können. In Kiew werden Lautsprecheranlagen von Electro-­ Voice (EV) verwendet, und die akustischen Berechnungen für das Stadion erfolgten anhand der Software EASE von AFMG. Sound House Pro, das offizielle Vertriebsunternehmen für Electro-Voice-Produkte, kümmerte sich um Aufbau und Feinabstimmung der Beschallungsanlage. Es benutzte dabei die Hardware- und Software-Plattform IRISNet und wurde vom technischen Kundendienst von Electro-Voice unterstützt.

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