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Hekatron erfand einst den optischen Brandmelder - und bis heute zählt das Sulzburger Unternehmen zu den führenden Entwicklern und Herstellern im anlagentechnischen Brandschutz. Die enge Partnerschaft zu Errichtern und Planern ist ein wesentlicher strategischer Grundstein des Erfolgs - jüngst
zu erleben bei den Partnertagen in Bad Brückenau. Matthias Erler hat den Geschäftsführer Peter Ohmberger zu seinen Plänen bis 2015, zur Gefahr des Fachkräftemangels in der Branche sowie zum Sensor der Zukunft befragt.
Herr Ohmberger, das Hekatron-Partnerforum in Bad Brückenau war ja ausgesprochen gut besucht - wohl auch dank des sehr interessanten Programms der traditionsgemäß in den „Security"-freien Jahren angesetzten Veranstaltung. Schon die Bezeichnung „Forum" zeigt, wie wichtig Ihnen die Kommunikation mit Ihren Partnern ist. Könnten Sie uns einmal ein Gesamtbild Ihrer strategischen Bemühungen um die Partner skizzieren?
Peter Ohmberger: Grundsätzlich stützen sich unsere Bemühungen auf vier Hauptpfeiler: Als Hersteller müssen wir uns immer auch mit den Rahmenbedingungen befassen, die für das Geschäft und damit den Erfolg unserer Partner wichtig sind. Hierzu gehören zuallererst Normen und Richtlinien. Mit dem anlagentechnischen Brandschutz bewegen wir uns ja in einem geregelten Markt - deshalb sind wir als Hekatron schon immer intensiv in nationalen und internationalen Gremien tätig, die sich etwa mit der Zertifizierung von Geräten und Systemen beschäftigen. Dazu gehören auch die Definition von Anwendungsrichtlinien sowie der Kompetenz des Verbauers von Brandmeldetechnik. Damit werden generell die Qualitätsanforderungen an Produkt, System, Anwendung und Kompetenz festgelegt. Der zweite große Pfeiler ist unsere Vertriebs- und Verkaufsunterstützung - wir unterstützen unsere Partner direkt und indirekt mit unserer Herstellerkompetenz, um gemeinsam den größtmöglichen Erfolg am Markt zu erreichen. Ein dritter Pfeiler besteht natürlich aus unseren Produkten - hier müssen wir technologisch und technisch immer vorne am Ball sein.
Bleibt noch ein vierter Pfeiler ...
Peter Ohmberger: ...und zwar ein ganz entscheidender: Dabei geht es um Berechenbarkeit, also um das strategische Bemühen um Nachhaltigkeit und damit langfristige Verlässlichkeit und Seriosität.
Dies beweist sich aus meiner Sicht insbesondere im Umgang mit eher schwierigeren Situationen, die es in jeder Zusammenarbeit einmal gibt.
Fachkräftemangel - der Schwerpunkt auch der Partnertage - ist derzeit ein entscheidendes Thema nicht nur für Ihr eigenes Unternehmen. Sie haben sich in Bad Brückenau diesbezüglich eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Wiederverkauf gewünscht. Wie kann das praktisch aussehen - gibt es hier schon konkrete Planungen?
Peter Ohmberger: Ja und nein. Einerseits haben wir noch kein fix und fertiges Konzept dazu in der Schublade. Ich sehe diesen Tag als Startpunkt zum engeren Zusammenrücken, mit dem wir das Thema als unser gemeinsames erkennen, diskutieren und Konzepte entwickeln. Das „Ja" bezieht sich auf ein konkretes Projekt, dass zumindest mittelbar in diese Richtung geht: Wir starten gerade mit einem Azubi-Ausbildungsprogramm, das von unseren den Errichtern angeregt wurde. Errichter können interne Schulungen und Weiterbildung schwer selbst organisieren - deshalb bieten wir ihren Azubis künftig an, zwei bis drei Tage zu uns zu kommen. Hier erfahren und lernen sie alles über normative Grundlagen der Brandmeldetechnik, aber vor allem auch über die Projektierung und Installation sowie Inbetriebnahme von Brandmeldesystemen. So sind die vorhandenen Fachkräfte beim Errichter entlastet - und zusätzliches neues Know-how kommt laufend in das Unternehmen hinein. Das wirkt dem Fachkräftemangel entgegen, denn so ein Angebot hilft dabei, die Lehre bei einem Errichter attraktiv zu machen.
Die Referentin Prof. Dr. Jutta Rump skizzierte auf dem Forum einen weiteren Aspekt im Umgang mit Fachkräften. Demnach gibt es einen neuen Typus von Mitarbeitern, der sehr flexibel ist was den Arbeitsplatz betrifft, eine geringere Frustrationstoleranz hat und insgesamt geneigt ist, seinen Arbeitgeber etwa alle fünf Jahre auf den Prüfstand zu stellen. Wie gehen Sie bei Hekatron damit um?
Peter Ohmberger: Ich erlebe diesen Wandel in der Tat bei Mitarbeitergesprächen. Die jungen leistungsbereiten Leute, die heute einsteigen, werden immer gefragt sein - und sie bringen ein ganz anderes Selbstwertgefühl mit: Und sie stellen verstärkt Fragen an ihren Arbeitgeber. Umgekehrt werden es diejenigen Arbeitsgeber, die diesen Wandel annehmen und den Umgang mit den jungen Leuten so hinbekommen, dass sie auch Antworten zur Perspektive, zur Zukunft und zur Entwicklung geben, am Ende die Sieger auf dem Arbeitsmarkt sein.
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