Brandschutzlager: Einheitliche Klassifizierung in Europa

  • Zertifiziertes F90/REI 120 Brandschutzlager von Denios. Begehbar, mit niedriger EintrittsschwelleZertifiziertes F90/REI 120 Brandschutzlager von Denios. Begehbar, mit niedriger Eintrittsschwelle
  • Zertifiziertes F90/REI 120 Brandschutzlager von Denios. Begehbar, mit niedriger Eintrittsschwelle
  • Querschnitt eines Brandschutzlagers von Denios (BMC) mit Doppelrahmen-Konstruktion (gelb = außen, rot = innen)
  • Aufbau des Brandkammertests bei der Firma Efectis in Metz

Zum Zwecke der Schaffung eines einheitlichen europäischen Binnenmarktes hat die Europäische Kommission unter dem Stichwort „New Approach" ein Konzept für die technische Harmonisierung von Produkten erstellt. In diesem Zusammenhang wurde die EG-Richtlinie 305/2011 verabschiedet - die Verordnung zur Festlegung harmonisierter Bedingungen für die Vermarktung von Bauprodukten innerhalb der EU. In Deutschland erfährt diese Richtlinie seit dem 1. Juli 2013 durch die neue ­Bauprodukten-Verordnung (BauPVO) ihre Umsetzung.

Können vorgeschriebene Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden, müssen brennbare und explosive Stoffe in deutschen Unternehmen so gelagert werden, dass die Feuerwehr im Brandfall mindestens 90 Minuten Zeit hat, ein Übergreifen der Flammen zu verhindern - so schrieben es bis dato die in Deutschland geltenden Bauvorschriften vor. Wesentliches Merkmal sind die in der DIN 4102 aufgeführten Feuerwiderstandsklassen. F30 gilt als feuerhemmend, F90 als feuerbeständig. Die DIN 4102 definiert den Brandschutz für Einzelteile, wie Paneele, Türen, Be- und Entlüftungen.

Brandschutz heute - und morgen
Zur Harmonisierung der technischen Regeln wurde auf europäischer Ebene ein einheitliches Prüf-Klassifizierungskonzept für Bauteile des Brandschutzes erarbeitet und eingeführt. Die Grundlagen sind die Normen DIN EN 13501-1 (Brandverhalten) und DIN EN 13501-2 (Feuerwiderstand). Das bisherige System, basierend auf der Normenreihe DIN 4102, und das europäische Klassifizierungssystem sind für eine Übergangszeit gleichwertig. Für Bauteile wird der Feuerwiderstand dann zukünftig im Wesentlichen für die folgenden Funktionen geprüft:

  • R = Résistance/Tragfähigkeit
  • E = Étanchéité/Raumabschluss
  • I = Isolation/Wärmedämmung
  • 30/60/90/120... = Feuerwiderstandsdauer in Minuten

EU-Normen frühzeitig umsetzen
Allzeit bereit, hieß es bei den Pfadfindern: Um frühestmöglich den neuen europäischen Richtlinien Rechnung zu tragen, hat das Unternehmen Denios die Bauteile seiner Brandschutzcontainer bei einer akkreditierten Prüfanstalt, einem sogenannten Notified Body, einem Brandversuch unterzogen.


Als Notfied Body („Benannte Stelle") definiert übrigens die Europäische Union: „Benannte Stelle ist eine für die Durchführung von Prüfungen und Erteilung von Bescheinigungen im Zusammenhang mit Konformitätsbewertungsverfahren nach Maßgabe der Rechtsverordnung nach § 37 Abs. 1 vorgesehene Stelle, die der Kommission der Europäischen Union und den Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum von einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum benannt worden ist." Ein Notified Body wird von einem EU-Mitgliedstaat akkreditiert. Es handelt sich dabei um eine unabhängige und neutrale Organisation, deren Hauptaufgabe es ist, Konformitätsbewertungen für Produkte des freien Warenverkehrs durchzuführen, sofern die EU-Richtlinien dies für das entsprechende Produkt vorsehen.

Wichtig ist dies zu wissen, weil: In Frankreich ist heute bei der Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten eine Feuerwiderstandsfähigkeit von 120 Minuten vorgeschrieben. Genau dort testete Denios seinen Container - vor Ort in Frankreich, durch die Firma Efectis in Metz.

Brandtest mit 120 Minuten erfolgreich bestanden
In diesem Test, der gemäß der europäischen Prüfnorm durchgeführt wurde, wurden Wand und Decke des Containers über eine Dauer von 120 Minuten mit einem Kammerdruck von 20 Pascal nach der vorgeschriebenen Temperaturkurve von innen beflammt. Diese Prüfung ging weit über den üblichen Standard hinaus, da sonst nur einzelne Bauteile, etwa Brandschutzpaneele, einer solchen Prüfung unterzogen werden. In diesem Test wurde jedoch eine Raumecke über die gesamte Spannweite der Decke beflammt. Selbst dieser neuralgische Punkt der Konstruktion hielt aufgrund der stabilen Doppelrahmen-Konstruktion dem Flammeninferno stand.
Diese Doppelrahmen-Konstruktion ist quasi das Herzstück des Containers. Bei Brandlast von außen trägt der innere Rahmen, bei Brandlast von innen der äußere.

Damit hat der Test bewiesen, dass Brandschutzcontainer von Denios über einen Brandschutz von 120 Minuten verfügen, sowohl bei innerer als auch bei äußerer Brandlast - geltend für die Brandschutzlager der Typenreihen BMC (begehbar) und FBM base (Regallager).

Das Brandschutzsystem besteht aus dem oben beschriebenen und geprüften Raumabschluss, in den entsprechende Brandschutzbauelemente bedarfsorientiert eingebaut werden. Für die Bewertung des Gesamtsystems bestimmt das schwächste Glied in der Kette die Einstufung bezüglich des Brandschutzes. Als ein wesentliches Element des Lagersystems ist hier die Brandschutztür zu nennen. Da in Deutschland zur Zeit eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten gefordert ist, wählen die meisten Kunden die ausreichende F90- bzw. EI90-Tür. Oft wird auf den Einbau einer höherwertigen, aber auch teureren F120-Tür verzichtet - durch die der Brandschutzcontainer als Gesamtsystem gemäß F120/REI 120 eingestuft werden würde. Denn der Container-Korpus erfüllt alle Voraussetzungen für diese höhere Einstufung, wie das Testergebnis aus Metz belegt.

F90 bestellt - REI 120 geliefert
Dennoch kann zumindest der Denios-Kunde profitieren. Als international agierendes Unternehmen berücksichtigt der Anbieter von Gefahrstofflagerlösungen auch die Vorschriften anderer europäischer Länder - so die in Frankreich vorgeschriebenen 120 Minuten Feuerwiderstandsdauer bei der Lagerung von Gefahrstoffen. Aus Gründen der Standardisierung, mit der auch eine Kosteneffizienz einhergeht, baut Denios den Container-Korpus nur in der gemäß REI 120 eingestuften Ausführung. Der deutsche Kunde bestellt also in der Regel einen F90-Container, aber er erhält REI 120 - zumindest auf den Korpus bezogen. Durch den Einbau bedarfsorientierter Elemente bestimmt er die notwendige Einstufung des Gesamtsystems (gemäß der länderspezifischen baulichen Anforderung) letztlich selbst.

Tolstoi und der Brandschutz
„Wir schätzen die Zeit erst, wenn uns nicht mehr viel davon geblieben ist." Als Leo Tolstoi diesen klugen Gedanken äußerte, dachte er dabei sicher nicht an das Thema Brandschutz. Und doch gilt er hier ganz besonders. Denn im Brandfall bedeutet mehr Zeit auch mehr Sicherheit für Mitarbeiter, Feuerwehr und Rettungskräfte.

Brandschutzcontainer von Denios sind in Anlehnung an DIN EN 13501-2 eingestuft in die Feuerwiderstandsklasse REI 120 und damit konform zu relevanten EU-Richtlinien und deren mitgeltenden Normen. Der Anwender erhält ein variables und anpassungsfähiges System, das höchste Sicherheit und Flexibilität bietet, weil es sowohl den aktuellen deutschen F90-Vorgaben der DIN 4102 entspricht, als auch den neuen europäischen Anforderungen der DIN EN 13501-2.

Die Gesamtsysteme erfüllen alle baurechtlichen Anforderungen für Brandschutzsysteme und besitzen eine bundesweit gültige allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Die DIBt-Zulassung erleichtert das Genehmigungsverfahren bei Behörden und gibt Sicherheit im Umgang mit Versicherungen.

 

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Denios AG
Dehmer Straße 58-66
32549 Bad Oeynhausen
Germany
Telefon: +49 5731 753 306
Telefax: +49 5731 753 197

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