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Brandschutz im Braunkohletagebau Jänschwalde

26.08.2011
Tagebau: In Tiefen bis zu 130 Meter Bodenschätze gewinnen - ohne Schächte oder Stollen
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Tagebau: In Tiefen bis zu 130 Meter Bodenschätze gewinnen - ohne Schächte oder Stollen Aus einem Kilogramm Braunkohle entsteht etwa eine Kilowattstunde Strom. 

Selten zuvor sind die Diskussionen um die zukünftigen Energieträger so stark angefacht worden wie nach dem Reaktorunfall in Fukushima im März 2011. Basierend auf den Daten von 2010 hat bei der Stromerzeugung in Deutschland die Braunkohle mit 23,7 % noch den größten Anteil, gefolgt von Atomenergie mit 22,4 % und Steinkohle mit 18,7 %. Die erneuerbaren Energien (Photovoltaik, Wasserkraft, Biomasse und Windkraft) kommen inzwischen auf 16,7 % (Quelle: Dena - Deutsche Energie-Agentur GmbH). Wie sich die Anteile zukünftig verschieben werden, ist offen. Sicher scheint indes, dass die Atomkraft dabei langfristig eine untergeordnete Rolle spielen wird.

Im Gegensatz zur Steinkohle wird Braunkohle im Tagebau gefördert. Dieser bezeichnet ein Verfahren, bei dem in Tiefen bis zu 130 Meter Bodenschätze gewonnen werden, ohne dass Schächte und/oder Stollen angelegt werden. Der Braunkohletagebau Jänschwalde ist eine von fünf Förderstätten der Vattenfall Europe im Lausitzer Braunkohlerevier (Brandenburg/Sachsen). Nach E.ON, RWE und EnBW ist Vattenfall der derzeit viertgrößte deutsche Stromkonzern (Stand 2010). Das Kraftwerk Jänschwalde wird zum Großteil mit Braunkohle aus dem Tagebau Jänschwalde versorgt.

Know-how ist gefragt
Größer geht kaum noch: Die sicherheitstechnische Überwachung in Industriegroßprojekten wie der Abraumförderbrücke F60, eine der technisch größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt, und drei Es 3750, den größten jemals gebauten Eimerkettenbaggern überhaupt, stellt nicht nur aufgrund der Umgebungsbedingungen eine besondere Herausforderung dar. Hohe Staubbelastung und stark schwankende Temperaturen, Vibrationen der Geräte, sowie erhebliche elektromagnetische Beeinflussungen gehören zu den spezifischen Faktoren, die gemeistert werden müssen. Facherrichter mit entsprechendem Know-how sind hier ebenso gefragt wie die richtige Wahl geeigneter Produkte. Die G. Fleischhauer Ing.-Büro Cottbus GmbH wurde mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe betraut.

Fleischhauer ist ein herstellerunabhängiger Dienstleister für Gebäudetechnik und Kommunikationssysteme für Industrieanlagen mit den Geschäftsbereichen Technische Infrastruktur, Applikationen und Lösungen sowie Dienstleistungen.

Als langjähriges Partnerunternehmen der Novar GmbH setzt es die professionellen Produkte der Traditionsmarke Esser ein.

Komplexe Vernetzung mit TCP-IP
Als Besonderheit in diesem Industrieobjekt kann neben der Vernetzung der Brandmeldetechnik mit 13 Zentralen des Typs „IQ8Control" und der Überwachung von Fremdgewerken die Einbindung in ein übergeordnetes GefahrenmanagementsystemWinmag" hervorgehoben werden. In diesem Zusammenhang spielt die TCP-IP-Übertragung der Gefahrenmeldungen über das mit hoher Übertragungssicherheit arbeitende Open Transport Network (OTN) eine wichtige Rolle.

Auch eine Löschmittelansteuerung für alle drei Arbeitsebenen der Abraumförderbrücke im Brandfall ist eingerichtet. Dabei können wichtige Anlagendaten, wie Temperatur und Füllstand der Löschmittelbehälter sowie Zustände der Löschpumpen zur Voransteuerung im Winmag angezeigt und geregelt werden. Teilweise gleichen sie sich automatisch ab. Zwischenzeitlich wurde das Gefahrenmanagementsystem mit dem anderer Bereiche vernetzt, um wichtige sensible Informationen aus den Antriebsstationen, der Kohlebandanlage und den Umspannwerken in die Überwachung einbeziehen zu können.

Für jede Umgebung der passende ­Melder
Unter Berücksichtigung der rauen Umgebungsbedingungen kamen idealerweise verschiedene Varianten der eingesetzten „IQ8Quad"-Brandmelder zum Einsatz. Aufgrund der hervorragenden Eigenschaften sind neben der falschalarmsicheren „O²T"- auch „OTblue"-Varianten des Melders installiert.

Vorteil dieses Typs: Eine neue LED-Technologie sorgt dafür, dass selbst kleinste Aerosolpartikel schnell, zuverlässig und mit gleich bleibend hoher Empfindlichkeit erkannt werden. Der OTblue-Melder integriert nicht nur einen optischen Rauch- und Thermosensor, die optische Messkammer ist darüber hinaus mit einer speziellen Sensorik ausgestattet.

Der Einsatz einer blauen LED anstelle des infraroten Lichts, mit dem ein optischer Melder arbeitet, ermöglicht dank der kürzeren Lichtwellenlänge selbst die Erkennung kleinster Partikel, die unterhalb des Erfassungsbereichs normaler optischer Melder liegen. Durch die weitaus höhere Empfindlichkeit fällt das gesamte Rauchspektrum in den Detektionsbereich des Multisensormelders - von unsichtbar bis hin zu großen Aerosolen.

Darüber hinaus bietet er ein weitaus schnelleres Ansprechverhalten und durch seine intelligente Signalauswertung über die Verknüpfung von zwei unterschiedlichen Sensoren eine zuverlässige Erkennung von Störgrößen. Die schnelle Alarmierung macht den IQ8Quad OTblue zum idealen Melder für den Einsatz in Bereichen, in denen durch die Lagerung von brennbaren Materialien hochenergetische Brände entstehen können und die Alarmmeldung in Sekundenschnelle erfolgen muss, beispielsweise in Ölraffinerien, Kraftwerken, Kfz-Werkstätten oder EDV-Räumen. Er ist bestens für Applikationen geeignet, in denen bisher ein Ionisationsmelder verwendet wurde. Im Gegensatz zu diesem arbeitet er allerdings ohne radioaktives Element und entlastet dadurch nicht nur die Umwelt, sondern spart außerdem die hohen Kosten im Betrieb und bei der ordnungsgemäßen Entsorgung der Melder im Brandfall.

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