DFB und ZVEI: Leitfaden zu Videotechnik und Datenschutz in Stadien
Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat einen Leitfaden Videotechnik und Datenschutz im Stadion vorgestellt. Der Leitfaden regelt den Einsatz moderner, hochauflösender Videotechnik in S...


Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat einen Leitfaden "Videotechnik und Datenschutz im Stadion" vorgestellt. Der Leitfaden regelt den Einsatz moderner, hochauflösender Videotechnik in Stadien unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Der Leitfaden wurde gemeinsam mit dem Arbeitskreis Videosysteme im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie erarbeitet.
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Im Bild zu sehen: (von links) Harald Meyer (DFB), Jochen Sauer (Axis Communications), Gerhard Kißlinger (DFB), Uwe Kühlewind (Bosch Sicherheitssysteme), Hendrik Große Lefert (DFB), Peter Krapp (ZVEI), René Kiefer (Arbeitskreisvorsitzender, Siemens), Norbert Küster (Rechtsanwalt), Lukas Linke (ZVEI), Artur Schmidt (Securiton), Hans-Jürgen Schneider (Elektroplan-Schneider)
René Kiefer, Vorsitzender des ZVEI-Arbeitskreises Videosysteme unterstreicht, „dass der DFB neue Maßstäbe setzt, indem nicht zunächst ein Sicherheitsleitfaden entworfen und anschließend erst auf die Hersteller zugegangen wurde." Zusammen mit dem ZVEI seien vorher zentrale Fragen geklärt worden wie: Was kann die Technik, wozu dient sie und wie ist der Datenschutz dabei zu berücksichtigen? Gleichzeitig stelle die Berücksichtigung europäischer Standards sicher, dass die Investitionen zukunftssicher blieben. Wie Hendrik Große Lefert, Leiter der Hauptabteilung Prävention & Sicherheit im DFB, unterstreicht: „Es entstand auf diese Weise ein Konzept, das den Stand der Technik alltagstauglich widergibt und damit den Vereinen der Bundesligen eine echte Unterstützung bietet."
Sicherheit und Datenschutz gehören zusammen
In der sechsmonatigen Erarbeitungsphase war dem DFB sowie den Video-Herstellern im ZVEI wichtig, Datenschutzaspekte von Anfang an zu berücksichtigen. Es waren stets Vertreter der Landesdaten-schutzbehörden beteiligt. René Kiefer: „Die besten Bilder nützen nichts, wenn Datenschutzaspekte nicht von Anfang an berücksichtigt werden."
Die Debatte zwischen analogen und digitalen Systemen ist ebenfalls entschieden. „Die früher bemängelte Qualität der Bilder ist in Zeiten von Full-HD-Videobildern mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln kein Thema mehr", so Kiefer. Darüber hinaus seien moderne Kameras nun in der Lage, souverän mit Gegenlicht, großen Dynamikbereichen und schlechten Lichtverhältnissen umzugehen.
Damit stehen technische Möglichkeiten zur Verfügung, die eine genaue Auswahl von Videobildern ermöglichen. Eine flächendeckende Videoidentifizierung der Zuschauer wird unnötig. Das stellt sicher, dass der Einsatz von Videotechnik den Persönlichkeitsschutz jedes Einzelnen gewährleistet. Gleichzeitig senden Kameras verschiedene Videostreams an Polizei und Stadionbetreiber. Verpixelungsgrad, Ausblendungsbereiche und Auflösung können individuell konfiguriert werden. „Jeder Akteur sieht nur das, was er sehen darf. Gleichzeitig erhält die Polizei die notwendige Fähigkeit, während einer Vielzahl von Ereignissen den Überblick zu behalten", betont Kiefer.
Service optimieren, Prozesse der Gebäudetechnik unterstützen
Videotechnik und automatisierte Prozesse erhöhen auch Service und Komfort für die Besucher. Das reicht von der Zufahrtsregelung für Zufahrtsberechtigungen und Parkflächen bis zur Personalsteuerung z. B. bei Warteschlangen. Kiefer: „Videosysteme sind ein äußerst wirksames Instrument zur Steuerung von Menschenströmen neben Sportereignissen auch bei anderen Großveranstaltungen in den Stadien sowie im Falle von Evakuierungen. „Richtig geplant, eingesetzt und angewendet, können Videosysteme viel für die Vereine, Behörden und letztlich die Fans leisten. Insofern ist das Ziel zwischen DFB und ZVEI erreicht", betont Große Lefert.
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